Die Teilnehmer eines Feldtags informieren sich auf einem Feld des Betriebs von Thomas Meyer in Hüfingen über die Zwischenfruchtnutzung nach der Ernte. Foto: Humus-Klima-Netz

Zwischenfrüchte helfen gegen den Verlust von Stickstoff. Der Feldtag in Hüfingen informierte über ein besonderes Projekt. Thomas Meyer machte die Probe aufs Exempel.

Thomas Meyer steht auf einem seiner Äcker in Hüfingen, auf dem er drei verschiedene Zwischenfruchtmischungen ausgesät hat. Umringt ist er von anderen Landwirten und Agrarfachleuten. Er teilt am Feldtag des Projekts „Humus-Klima-Netz“ seine Erfahrungen mit Untersaaten und Zwischenfrüchten mit anderen Praktikern.

 

„Zwischenfrüchte sind ein unverzichtbarer Baustein meiner Fruchtfolgen. Jetzt hat mich interessiert, ob eine optimierte Zwischenfrucht, die viele und wurzelstarke Arten in der Mischung enthält, tatsächlich einen Mehrwert gegenüber den günstigen Angeboten bringt“, wird der Betriebsleiter in einer Mitteilung zitiert.

Aufmerksamen Beobachtern ist es auch im Schwarzwald-Baar-Kreis sicherlich nicht entgangen, dass Äcker nach der Ernte nicht mehr so lange brachliegen, sondern mehr und mehr mit Zwischenfrüchten bepflanzt werden oder durch Untersaaten begrünt bleiben. Sie machen den Boden fruchtbarer, bauen ihn auf und tragen zur Biodiversität auf und im Acker bei. Christian Lutz von Bioland fungiert als Betriebsbegleiter. Er erklärt zum Auftakt des Feldtags, dass der zusätzliche Anbau von Zwischenfrüchten grundsätzlich klimawirksam ist, CO₂ speichert und zu mehr Humusaufbau führt. Er legt den Praktikern die Vorteile der Nutzung von optimierten Zwischenfrüchten dar und warum diese den meist günstigen Mischungen überlegen sind. Jetzt will er die Unterschiede auch auf dem Feld für die Landwirte begreifbar machen. Drei verschiedene Zwischenfruchtmischungen stehen dort bereit.

Eine optimierte und deshalb teurere vom Humus-Klima-Netz mit Ackerbohnen und zwei günstigere Mischungen wurden von Thomas Meyer eingesät. Mit seinem Spaten sticht Christian Lutz eine Bodenprobe aus und zeigt dem Dutzend Landwirte die Wurzelballen.

Auf die Wurzel kommt’s an

„Durch die verschiedenen Komponenten in den Mischungen zeigen sich unterschiedliche Wurzelbilder. Einige Arten verzweigen sich mit ihren Wurzeln sehr und gehen in die Breite, andere schieben sich in die Tiefe“, erklärt er. Im Oberboden bis zehn Zentimeter sind alle drei Mischungen noch vergleichbar, aber darunter sticht die optimierte Mischung mit ihrer intensiven Durchwurzelung des Bodens klar heraus.

Bei der Beurteilung der Betrachtungsobjekte stellen die Anwesenden dann fest: Mischungen mit vielen Pflanzen je Quadratmeter erschließen den Boden viel besser. Die optimierte, teurere Mischung hat nicht nur im, sondern auch auf dem Boden die Nase vorn. Sie punktet mit fast doppelt so viel Biomasse wie die Vergleichsmischungen. Besonders die Ackerbohne bringt trotz niedriger Pflanzenzahlen pro Quadratmeter sehr hohe Biomasseanteile.

Der Feldtag des Humus-Klima-Netz beim Betrieb von Thomas Meyer führte zu vielfältigen Erkenntnissen. Es ging vor allem darum, den Boden das ganze Jahr grün zu halten. Optimierte Mischungen lohnen sich laut der Mitteilung trotz Mehrpreis, weil sie mehr für die Bodenstruktur tun und doppelt so viel Biomasse auf den Acker bringen. Das ist gut für die nachfolgenden Pflanzen, das Grundwasser, den Geldbeutel des Bauern, das Klima und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Wissenschaft begleitet

Das Projekt „Humus-Klima-Netz“
vom Deutschen Bauernverband und dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft sowie mit wissenschaftlicher Begleitforschung des Thünen-Instituts unterstützt Landwirte dabei, die richtigen Maßnahmen für ihren Betrieb zu finden, um Humus im Boden aufzubauen und damit in Zukunft deutlich angepasster an das Klima wirtschaften zu können. Das Projekt läuft über fünf Jahre und 150 landwirtschaftliche Betriebe aus ganz Deutschland nehmen daran teil, davon jeweils 50 Prozent ökologisch wirtschaftend und 50 Prozent konventionell. Neben den beiden Verbänden begleiten Fachleute und Wissenschaftler das Projekt.