Der DRK-Ortsverein Schömberg/Bad Liebenzell will auf Katastrophen gut vorbereitet sein. In Notfällen wie vor einem Jahr im Ahrtal sind Feldküchen für die Versorgung besonders wichtig. Die Hilfsorganisation hat deshalb sein 36 Jahre alte Gerät ersetzt.
Bad Liebenzell-Maisenbach-Zainen - Alexander Reusch, Bereitschaftsleiter beim DRK-Ortsverein Schömberg/Bad Liebenzell, freut sich auf die neue Feldküche: "Es ist aktuelle Technik." Als Bereitschaftsleiter ist er zuständig für die Einsatzleitung und organisiert Übungen. Das Gerät wurde zwar schon 1995 gebaut und dann bei der Bundeswehr eingesetzt, aber erst im vergangenen Jahr generalüberholt. Die Küche hat jeweils zwei Kessel, Bräter, Backöfen und Heißwasserkessel. Mit ihr schaffen die Köche 700 Portionen Spätzle mit Soße pro Stunde, berichtet Reusch. Bei der alten waren es 200 in derselben Zeit. Außerdem sind jetzt 1400 Portionen Eintopf in der Stunde möglich, bei der alten waren es mit etwa 600 nicht einmal die Hälfte. Damit können in Katastrophenfällen wesentlich mehr Menschen mit Essen versorgt werden als bisher.
Immer mobil
Das Zelt befindet sich über der Küche, freut sich Lena Reusch. Sie ist wie ihr Ehemann Alexander Bereitschaftsleiterin beim Roten Kreuz. Beim Vorgängermodell mussten die Helfer das Küchenzelt noch extra aufbauen. Neu sind die Ablageflächen, zum Beispiel zum Schneiden von Gemüse. Außerdem ist die Feldküche immer mobil. Das heißt, dass sie beim Betrieb nicht von der Deichsel getrennt werden muss. Dies war beim alten Gerät ebenfalls noch anders.
Außerdem ist die Feldküche ziemlich schnell aufgestellt. Das schaffen zwei Personen in 15 Minuten. Beim alten Modell waren damit fünf Personen zwei Stunden lang beschäftigt, berichtete der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Andreas Sehburger, zu Beginn des Jahres, als die Hilfsorganisation sehnlichst auf das neue Gerät wartete. Hygienischer ist die neue Feldküche auch noch. Während bei der alten Kessel aus Aluminium zum Einsatz kamen, sind sie bei der neuen aus Edelstahl, berichtet Alexander Reusch.
Die Feldküche ist die einzige im Landkreis Calw, war von Lena Reusch zu erfahren. Das Ganze hat auch seinen Preis. "Die 45 000 Kosten haben wir vorgestreckt", berichtet sie. Es gingen schon etliche Spenden ein. So stellte das Landratsamt Calw den Kontakt zur Sparkasse Pforzheim Calw her, berichtet Pressesprecherin Janina Dinkelaker. Das Geldinstitut zeigte sich großzügig und spendete allein 18 000 Euro, bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion ein Sprecher der Sparkasse. Um die Feldküche komplett über Spenden finanzieren zu können, fehlen aber noch rund 10 000 Euro, berichtet Lena Reusch, denn Fördergelder gab es nicht.
Ortschaftsräte engagieren sich
Um einen Beitrag zum Schließen dieser Lücke zu leisten, hatten die beiden Ortschaftsräte von Maisenbach-Zainen und Beinberg die Idee eines Spendenfestes. Neben den beiden Ortsvorstehern Thomas Todt (Beinberg) sowie Fritz Steininger (Maisenbach-Zainen) bringen sich bei der Organisation die Ortschaftsräte Sebastian Rentschler, Michael Krause-Petersen, Patrick Bohnenberger und Simon Nonnenmann (alle Beinberg) ein. In Maisenbach-Zainen sind Franz Fuchs, Helmut Schlienz, Martin Lötterle und Marc Berger mit im Boot. Sie laden am Sonntag, 24. Juli, ab 10.30 Uhr beim Sportheim des TV Zainen-Maisenbach zu diesem Spendenfest ein. Der DRK-Ortsverein Schömberg/Bad Liebenzell, der TV Zainen-Maisenbach, der Förderverein Bad Liebenzell-Beinberg, die beiden Feuerwehrabteilungen Beinberg sowie Maisenbach-Zainen und die Stadt Bad Liebenzell unterstützen ebenfalls.
Zum Frühshoppen spielen der Musikverein Bad Liebenzell-Beinberg und die Jagdhornbläser Oberes Enztal auf. Der DRK-Ortsverein Schömberg/Bad Liebenzell stellt seine Arbeit vor. Die Besucher dürfen sich auf ein kulinarisches Angebot rund um die Maultasche freuen. Am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen.
Darüber hinaus dürfen sich die Kinder auf ein buntes Programm freuen, das der DRK-Ortsverein für sie zusammenstellt.