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Feinstaub und Wetter in Stuttgart „Ende dieser Wetterlage nicht in Sicht“

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Der Winterkehrt Stuttgart noch nicht den Rücken, der Feinstaubalarm hat weiterhin Bestand. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - In der Höhe ist die Luft mild, trocken und sauber, darunter kalt, feucht und schmutzig. Klaus Riedl, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst, erklärt die Lage im Eisschrank Stuttgart.

Herr Riedl, die aktuelle Inversionswetterlage lässt die Feinstaubwerte in Stuttgart auf Rekordwerte steigen. Aber was ist eigentlich eine Inversion?
Eine Umkehr der normalen vertikalen Temperaturverteilung. Das heißt, die Luft in der Höhe ist wärmer als die am Boden, liegt wie ein Deckel auf der bodennahen Kaltluft und verhindert den vertikalen Luftaustausch. Deshalb sammeln sich die Luftschadstoffe in Bodennähe.
Warum entsteht so etwas überwiegend im Winter?
Generell gibt es Inversionswetterlagen zu allen Jahreszeiten, im Sommer aber in viel höheren Lagen als in Stuttgart. Inversion geht ja in den meisten Fällen mit einem Hoch einher. Hochdruckwetterlagen entstehen durch großflächig absinkende Luftschichten. Im Winter hat die Sonne durch ihren flachen Verlauf nicht die Kraft, die abgesunkene Luft so zu erwärmen, dass Thermik entsteht, die einen durchgreifenden vertikalen Luftaustausch möglich macht. Negative Strahlungsbilanz sorgt zusätzlich für eine Verstärkung von bodennahen Inversionen. Dazu kommt, dass ein stabiles Hoch wie das aktuelle auch durch „nahezu Windstille“ gekennzeichnet ist, die Schadstoffe also auch nicht weggeblasen werden können.
Inversion gibt es ja in jedem Winter, aber warum ist sie in diesem Jahr so lang und vor allem im Vergleich zum langjährigen Mittel dabei so extrem frostig?
Der Grund für die Kälte liegt in einer Winterwetterlage, die eher selten ist. Normal bestimmen im Januar oft atlantische Tiefs mit eher relativ milder Luft das Wetter bei uns. Dieses Jahr nahmen die Tiefs aber seit Dezember von der Südspitze Grönlands eine südöstliche Zugrichtung, meist über Skandinavien in Richtung Osteuropa. Die kalte Luft drang dann sozusagen durch die Hintertür aus Nordosten und Osten bei uns ein. Das hat ja auch zum Beispiel zu starken Schneefällen in der Türkei oder jetzt in Mittelitalien geführt. Bei uns ließ diese Luft aus Nordost die Temperaturen ganz tief in den Keller sinken. Und je kälter es ist, desto flacher ist auch die bodennahe austauscharme Luftschicht. Und flacher bedeutet eben auch: mehr Schadstoffe am Boden.
Kann man eine Inversion auch sehen?
Sehr gut sogar. Am besten aus einem Heißluftballon, von dem aus man die Obergrenze der Kaltluft wie einen grauen Deckel in der Atmosphäre erkennen kann. Einfach gesagt – darüber ist die Luft mild, trocken und sauber, darunter kalt, feucht und schmutzig. Aber auch, wenn man bei Sonne vom Fernsehturm aus in den Talkessel schaut, kann man den Deckel auf der Dunstglocke erkennen.
Wie lange haben wir jetzt diese austauscharme Inversionswetterlage schon?
Die Umstellung beim Wetter begann nach dem Orkantief Egon, das vom 12. auf den 13. Januar über uns hinweggezogen ist. Bei dem starken westlichen Wind lagen danach auch die Feinstaubwerte in Stuttgart deutlich unter dem Grenzwert. Danach gab es noch zwei Tage windiges Schauerwetter, aber seit dem 16. Januar hat nun das Winterhoch Brigitta das Sagen. Und das ist wirklich sehr stabil.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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