Nach knapp einem Jahr Bauzeit ist die Generalsanierung des Gebäudes im Zentrum von Rust zu Ende. Bei der Wiedereröffnung gab es Einblicke in die neugestalteten Räume.
Das Alte Rathaus in Rust erstrahlt in einem neuen Glanz. Rund drei Millionen Euro sind in das ortsbildprägende Gebäude an der Karl-Friedrich-Straße geflossen. Ursprünglich als kleinere Modernisierung geplant, hat sich das Vorhaben schnell zu einer umfassenden Generalsanierung entwickelt. Mit dem Ergebnis sind die Beteiligten sehr zufrieden. Bei einer gut besuchten Feierstunde wurde das Alte Rathaus wiedereröffnet.
Der erste Blick auf das frisch sanierte Alte Rathaus zeigt: Das vertraute Erscheinungsbild ist geblieben. Die Grundzüge sind unverändert, der markante Turm auf der Spitze (siehe Info) macht das Gebäude unverwechselbar. Und doch springt einem die Veränderung direkt ins Auge.
Die Wände sind frisch gestrichen, eine Überdachung auf hohen Stelzen umgibt große Teile des dreistöckigen Hauses. Im Außenbereich wurde auch der Eingang neu gestaltet, zudem finden sich verschiedene Sitzbereiche auf dem Areal. Hier sind noch einige wenige Arbeiten zu erledigen, Kübel für eine Begrünung stehen schon bereit.
Räume sind hell gehalten
Im Inneren sind die Arbeiten jedoch komplett abgeschlossen. Die schon vor dem Umbau im Erdgeschoss angesiedelte Volksbank hat ihren Betrieb schon Mitte Januar wieder aufgenommen. Im Stockwerk darüber befindet sich das Herzstück des Alten Rathauses – der Bürgersaal. Wo künftig wieder der Gemeinderat tagen, Menschen sich das Ja-Wort geben und Kulturveranstaltungen ihren Platz finden werden, hat die Gemeinde zur Wiedereröffnung eingeladen. Mit neuer Technik ausgestattet, wirkt der in Holz und hellen Tönen gehaltene Raum einladend und modern.
Bei seiner Rede erinnerte Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare an die bewegte Geschichte des Rathauses und seine Bedeutung für die Ruster. „Es war von Beginn an mehr als nur ein Verwaltungsgebäude. Es war Mittelpunkt des Gemeindelebens – ein Ort der Begegnung, des Austauschs sowie der politischen Entscheidungen“.
Nach dem Abriss und dem Neubau Ende der 80er-Jahre stand im vergangenen Jahr die Sanierung an. Ursprünglich sollte nur Technik, Mobiliar und die verstaubten Vorhänge ausgetauscht werden. Der Zustand habe aber eine umfassende, vor allem energetische Sanierung nötig gemacht. Eine mutige Entscheidung, so Klare. Er dankte den Gemeinderäten für diesen Schritt. So flossen drei Millionen Euro in das Bauprojekt, wovon eine Million vom Land übernommen wurde. Klare dankte dem Architekten Bernd Billharz, den Ingenieur- und Planungsbüros, den Handwerkern und dem Bauamt.
Architekt Billharz lobte bei einer kurzen Rede die gute Zusammenarbeit. Alle hätten an einem Strang gezogen. Und so seien an 230 Arbeitstagen die Umbauten umgesetzt worden. Er dankte insbesondere dem Bauamt unter Leitung von Melanie Graß. „Falls es doch einmal Probleme gab, waren die schon wieder erledigt, bevor man sich darum kümmern konnte“, würdigte Billharz die Ruster Verwaltung.
Im Anschluss sprachen die Pfarrer Herbert und Rösch den Segen für das wiedereröffnete Alte Rathaus aus. Musikalisch untermalte eine Formation aus den Reihen der Musikkapelle den Abend. Das Ensemble hatte sich eigens für die Wiedereröffnung zusammengefunden.
Die zahlreichen Gäste der Feier nutzten im Anschluss die Gelegenheit, bei einem Getränk ins Gespräch zu kommen und die neuen Räume zu erkunden. So hat das Dachgeschoss nun auch eine neue Bestimmung. Hier ist das Büro für Tourismus, Marketing und Kultur eingezogen. Auch diese Räume wirken modern und einladend. Neben den im Raum verteilten Arbeitsplätzen gibt es hier auch einen neuen Besprechungsraum.
Die Historie
Auf dem Areal an der Karl-Friedrich-Straße wurde zwischen 1844 und 1845 das erste Ruster Rathaus errichtet. Die Verwaltung zog 1969 aus, das Gebäude blieb aber ein wichtiger Treffpunkt. 1989 wurde das Alte Rathaus abgerissen und im historischen Stil neu gebaut. Der markante Glocken- und Uhrenturm aus dem Jahr 1892 blieb erhalten und ziert noch heute das Gebäude.