Der Radweg zwischen Schietingen und Talheim wurde im vergangenen Herbst freigegeben – jetzt wurde auf dem Schietinger Dorfplatz gefeiert. Trotzdem gab es Kritik.
Mit dem lang ersehnten Lückenschluss auf dem Teilstück des Heidelberg-Bodensee-Radfernweges ist eine durchgehend komfortable und sichere Verbindung entstanden – und das über die Kreisgrenze zwischen den Landkreisen Calw und Freudenstadt hinweg.
Wer früher mit dem Fahrrad von Schietingen nach Talheim unterwegs war, der musste die enge und unübersichtliche Kreisstraße zwischen den beiden Orten benutzen. „Das war 30 Jahre lang ein Dauerthema im Talheimer Ortschaftsrat – doch die Prioritäten waren lange anders gesetzt“, erinnerte sich der dortige Ortsvorsteher Anton Ade jetzt beim Einweihungsfest. Doch nachdem der Radweg zwischenzeitlich asphaltiert ist, werde er schon stark frequentiert, und „das ist jetzt eine super Sache“, lobte Anton Ade das gelungene Werk.
„Auf dem Radweg herrscht reger Verkehr“
„Was lang währt, ist endlich gut geworden“, erinnerte der Nagolder Bürgermeister Hagen Breitling daran, „dass viele Hürden genommen werden mussten, um Asphalt in den Wald zu legen“. Doch sei jetzt eine Verbindung geschaffen worden, die auch von Pendlern gerne genutzt werde – und Hagen Breitling betonte: „Auf dem Radweg herrscht reger Verkehr.“
Der Horber Oberbürgermeister Michael Kessler ließ in seinem Grußwort nicht unerwähnt, dass der Talheimer Ortsvorsteher beim Radwegprojekt „immer wieder schieben musste“. Unterm Strich sei es aber positiv, dass man über die Kirchturmgrenzen hinweggekommen sei – und das Talheim und Schietingen „sich auf diesem Weg nähergekommen sind“.
Langgehegter Wunsch der beiden Ortschaftsräte
Über die große Besucherresonanz beim Einweihungsfest auf dem Dorfplatz freute sich der Schietinger Ortsvorsteher Thomas Reimer. In seinen Augen wurde damit auch der hohe Stellenwert dieser Radwegverbindung deutlich gemacht. Denn mit dem nun vollständig asphaltierten Radweg zwischen Schietingen und Talheim konnte ein langgehegter Wunsch der beiden Ortschaftsräte verwirklicht werden.
Wie Thomas Reimer unterstrich, ist mit dem Lückenschluss nicht nur eine deutliche Verbesserung für den Alltags- und Freizeitradverkehr erreicht worden, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur „Verkehrssicherheit und nachhaltigen Mobilität in unserer Region“.
Sein Dank galt allen am Bau Beteiligten – und am Samstag vor allem auch der Schietinger Feuerwehr, von der die Bewirtung auf dem Dorfplatz übernommen wurde. Für einen echten Hingucker sorgte daneben Axel Kästle als Vizeweltmeister und Europameister im Einrad-Trial mit seiner akrobatischen Einlage.
Lösung ist auch eine Kostenfrage
Etwas Wasser in den Wein goss jetzt allerdings Jürgen Straub aus Gündringen am Rande des Einweihungsfestes, als er den „miserablen Zustand“ des Radweges zwischen Iselshausen und Gündringen kritisierte. „Ich habe Zweifel, ob der Abschnitt noch verkehrssicher ist“, wies Jürgen Straub drauf hin, dass viele Radfahrer lieber auf die Hauptstraße ausweichen würden.
Wie Bürgermeister Hagen Breitling und Mathias Kehle vom städtischen Bauamt dazu feststellten, sei es im Wald nicht so einfach, Asphalt auf den Radweg zu legen. Zwar suche man nach einer Lösung, aber das „ist halt auch eine Kostenfrage“, erklärte der Bürgermeister.