Die Einweihung der neuen Tennisanlage in Rosenfeld am 19. Juni 1977. Foto:  

Welche Hürden der Verein überwunden hat und was zur Jubiläumsfeier geplant ist.

Vorsitzender Martin Sülzle ist derjenige, der im Ausschuss der Tennisgemeinschaft (TG) Rosenfeld am längsten zurückblicken kann. „Wir starteten zu Boris-und-Steffi-Boomzeiten, da war der Tennis noch elitär und teuer mit Aufnahmegebühren“, erinnert er sich. „Jeder wollte Tennis spielen, aber wir hatten zu wenig Aufnahmekapazitäten.“

 

Doch zurück auf Anfang: Im September 1974 kamen bereits die ersten Rosenfelderinnen und Rosenfelder zusammen, die Interesse am Tennis hatten. 1975 wurden die Pläne für zwei Tennisplätze konkretisiert, wofür die Stadt extra das Gelände „Auf dem Blochinger“ erwarb. Im Februar 1976 wurde die Tennisabteilung mit 73 Mitgliedern in den bestehenden Sportverein aufgenommen und 1977 konnte die Anlage offiziell eingeweiht werden.

Die Ausgliederung als selbstständige Tennisgemeinschaft erfolgte erst im August 1982. Von da an ging es steil bergauf. Das Clubheim wurde gebaut und aufgrund der hohen Nachfrage mitsamt Aufnahmestopp neuer Mitglieder kam es bereits 1985 zum Bau des dritten Tennisplatzes.

1994 Mannschaftscup geboren

1994 wurde dank Gerd Janiszewski eine zukunftsweisende Veranstaltung geboren, die den Verein bis heute trägt, nämlich der Rosenfelder Mannschaftscup, der zwischenzeitlich als Sparkassen Teamcup bekannt ist. „Das ist das Aushängeschild und Top Event unseres Vereins“, erklärt Sülzle. „Leute reisen bis zu 500 Kilometer an, um an diesem Turnier teilzunehmen. So sind wir über die Landesgrenzen hinaus bekannt.“

Doch inzwischen hat sich die Sportlandschaft gewandelt. „Von dem Tennis-Boom der Beginnerjahre sind wir weit entfernt“, bedauert der Vorsitzende. „Viele ländliche Tennisvereine haben Probleme sich zu halten, auch bei uns wurde es ruhiger.“

Doch der zweite Vorsitzende Marco Gmeiner brachte die Rettung. Nach seinem achtjährigen Spanien-Aufenthalt hatte er das vielversprechende Padel mit im Gepäck. Die Trendsportart ist in Spanien Volkssport und hat sich aus einer Mischung aus Tennis und Squash entwickelt. Padel gilt aktuell weltweit als schnellstwachsende Sportart – und die Rosenfelder sind vorne dabei.

Auch fünf Jahre Padel

Nicht nur 50 Jahre Tennisgemeinschaft, sondern auch fünf Jahre Padel werden dieses Jahr gefeiert. Zwei Padel-Plätze stehen nämlich bereits zur Verfügung. Außerdem können dadurch Verbandsrundenspiele ausgetragen werden, was mit nur einem Platz nicht möglich wäre.

„Wir waren in Deutschland unter den ersten Padelplätzen überhaupt. Das hat bei uns sehr gut eingeschlagen“, sagt Sülzle. „Dadurch konnten wir neue Mitglieder gewinnen und haben das Clubleben reaktivieren können. Wenn ich mir jetzt das Training meines Juniors anschaue, kann er die Leute wieder begeistern.“

Wie auch in anderen Vereinen legt die TG besonderen Wert auf die Jugend. Domenik Sülzle ist hauptberuflich nicht nur in der Bundesliga in Karlsruhe unterwegs, sondern auch in Rosenfeld als Padel-Trainer tätig. Über 20 Bezirksmeister sind bereits aus der TG-Jugend hervorgegangen. Aktuell hält etwa Maisha Madegwa seit 2020 immer wieder den Titel. Drei Jugendmannschaften, vier Tennismannschaften und vier Padelmannschaften gibt es in Rosenfeld.

Eine der letzteren hat es bereits bis zur 2. Bundesliga geschafft, spielt seit 2026 aber wieder in der Regionalliga. Und wo liegt die Zukunft des Vereins? Das sagt der Vorsitzende: „Unser Ziel ist es, die Mitgliederzahl wieder Richtung 300 zu bringen. Die Platzkapazitäten haben wir. Wir sehen uns im Moment optimal aufgestellt. Wenn wir weiter wachsen, dann im Padel. Eine Erweiterung im Tennis ist kein Thema. Die große Frage, die man sich als Vereinsvorstand aber stellt: Wird man die Ehrenämter weiterhin besetzen können? Das ist eine echte Herausforderung.“