Der Festakt anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit der japanischen Stadt Kaminoyama fand im Schloss statt.
Nach einem Sektempfang mit den Stadträten und anderen geladenen Gästen nahm die Delegation aus der Partnerstadt im Spiegelsaal im Schloss Platz und erlebte ein unterhaltsames Programm. Für die Moderation sorgte Siegfried Held, als Dolmetscherin fungierte Mina Hara, die Präsidentin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft.
Drei Jahrzehnte Freundschaft
Den Anfang machte das Duo Elisabeth und Georg Rust aus Aufen an Zither und E-Bass mit den Stücken „Der Dritte Mann“ und „Der Weg zum Herzen“. Oberbürgermeister Erik Pauly bezeichnete die Städtepartnerschaft als „lebendiges Symbol für die drei Jahrzehnte von Freundschaft, kulturellem Austausch, gegenseitiger Wertschätzung und der Überzeugung, dass aus Begegnungen Vertrauen und aus Vertrauen Verbundenheit entsteht.“
Die Deutsch-Japanische Gesellschaft, die ebenfalls seit 30 Jahren besteht, sei der Motor, die Ideengeberin, um Brücken mit der Partnerstadt zu bauen. Hierfür zollte er Walter Lwowski, Thomas Stoll und der aktuellen Vorsitzenden Mina Hara Dank und Anerkennung. Die 30 Jahre seien aber auch die Geschichte der Menschen, die die Freundschaft in all den Jahren mit Leben gefüllt haben. Sie hätten ihre Zeit, Energie und auch ihr Herz eingebracht, um diese besondere Verbindung über eine geografische Distanz von mehr als 9000 Kilometer wachsen zu lassen.
Pauly erinnerte auch an den Ursprung der Partnerschaft, der über 100 Jahre zurückreichte, als der bedeutende japanische Dichter Mokichi Saito auf einer Europareise die Donauquelle besuchte und mehrere Gedichte und einen Essay darüber verfasste. 1995 mündete dies in die Partnerschaft von Donaueschingen mit dessen Heimatstadt. Es sei ein mutiger Schritt gewesen, denn man sei geografisch weit entfernt, kulturell unterschiedlich geprägt und sprachlich getrennt. Heute habe man viel voneinander gelernt.
Yukiyasu Yamamoto, Bürgermeister von Kaminoyama, berichtete über den Besuch einer Schülerdelegation aus Donaueschingen im vergangenen Jahr und viele weitere Begegnungen. Zum 30. Jahrestag wurde im vergangenen Oktober in einem Park eine Installation mit vielen alltäglichen Geräuschen aus Donaueschingen realisiert. Er freue sich auf die kommenden Tage in der Donaustadt. Auch er befasste sich eingehend mit den historischen Ursprüngen der Städtepartnerschaft. Diese sei über die Jahre vom Schüleraustausch und gegenseitigen Besuchen geprägt gewesen.
Mina Hara, die Präsidentin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, erinnerte auch an ihre eigene Vergangenheit. In Freiburg ist sie geboren, aufgewachsen in Japan, wo sie Germanistik studiert hat. Heute unterrichtet sie ihre Muttersprache in Deutschland an Volkshochschulen. Ihr Mann ist Deutscher, die Kinder sind zweisprachig aufgewachsen. Hier in Donaueschingen habe sie viele Freunde gefunden. Sie freue sich auf viele weitere Begegnungen während des Besuchs der japanischen Delegation.
Mit zwei Auftritten bereicherte das Trio Koyama mit Yuko Koyama am Piano, Aiko Koyama am Fagott und der Sopranistin Áya Koyama den Abend, die Trachtengruppe der Narrenzunft zeigte traditionelle Tänze. Als besondere Überraschung hatte eine Delegation aus Donaueschingen den japanischen Bundesliga-Stürmer Ritso Duan beim SC Freiburg besucht und ein Trikot mit Autogramm besorgt. Dieses Geschenk wurde Bürgermeister Yamamoto überreicht, der es sich sofort überstreifte. Zuvor hatte Ritso Duan über einen Großbildschirm Grüße zum Jubiläum überbracht. Zum Abschluss standen ein Abendessen im Schloss und ein Digestif im Kaminzimmer auf dem Programm.
Fest 2020 geplant
Fest
Die eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten für die Städtepartnerschaft mit Kaminojama hätten schon im Jahr 2020 anlässlich des 25-jährigen Bestehens stattfinden sollen. Hierfür war eigens eine Arbeitsgruppe zusammengestellt worden, die ein umfangreiches Jahresprogramm auf die Beine stellte. Man eröffnete das Jubiläumsjahr am 25. Januar mit einem Neujahrsempfang der Städtepartnerschaftsvereine im „Twist“, an dem auch der japanische Generalkonsul aus München teilnahm. Doch dann kam die Corona-Pandemie und das Jubiläumsfest fiel aus.