Der Festgottesdienst zum Jubiläum 100 Jahre Kolpingfamilie Sulgen und der katholische Kirchenchor Hardt unter Leitung von Marta Kulzer Ribeiro. Foto:  

Mit einem gebührenden Jubiläumsfest feierte die Kolpingsfamilie Sulgen am Wochenende ihren hundertsten Geburtstag.

Eingeladen waren alle befreundeten Kolpingsfamilien des gesamten Bezirks Rottweil-Tuttlingen, so dass zum Festgottesdienst in der St. Laurentiuskirche mit Präses Pfarrer Eberhard Eisele 16 Fahnenträger aus dem Bezirk einzogen und lebendiges Zeugnis abgaben für die fruchtbare Präsenz und Weiterentwicklung des Gründungswerks des „Gesellenvaters“ Adolph Kolping.

 

Zu diesem besonderen Anlass waren auch die geistliche Leiterin des Kolpingwerks Deutschland, Maria Adams aus Köln und der Vertreter der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Robert Werner gekommen, um ihre Glückwünsche zu überbringen.

Wertschätzung der Arbeit

Eisele hieß im Festgottesdienst neben den Vertretungen der Kolpingsfamilien und Vereine auch viele Gottesdienstbesucher aus Sulgen und den Nachbargemeinden willkommen. Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Sulgen, Reinhold Seckinger war, wie er in seiner Begrüßung sagte, echt „platt“, dass so viele Menschen gekommen waren, um mit der Kolpingsfamilie Sulgen zu feiern. Er wertete diese rege Teilnahme als Zeichen, dass die Arbeit von Kolping geschätzt werde. Er dankte allen Mitwirkenden.

Zu dem festlichen Anlass war von den Kirchenchören Sulgen und Hardt eigens eine neue Messe einstudiert worden. Ausgewählt wurde die moderne Mainzer Messe von Thomas Gabriel (Text: Raymund Weber), die mit ihren rhythmischen Finessen sehr anspruchsvoll war und exakte Vorbereitung erforderte.

In seiner Predigt wies Pfarrer Eisele auf die schwierigen Zeiten bei der Gründung der Ortsgruppe mitten in der Weimarer Republik ein. Den jungen Männern sei es um soziales Engagement auf der Basis des christlichen Glaubens nach dem Vorbild Adolph Kolpings gegangen. Doch neben diesen Leistungen in Vergangenheit und Gegenwart tue sich heute die Frage auf, wie die Zukunft des Kolpingwerks aussehen werde. Noch stehe das Kolpingswerk mit über 400 000 Mitgliedern in Deutschland als dem Ursprungsland gut da. Im eigentlichen Wortsinn sei es Aufgabe eines Verbands zu verbinden. Kirche, Staat und Gesellschaft bräuchten ein verbindendes Element.

Häuser der Freundschaft

Nach einem Grundsatz von Adolph Kolping bedarf es des Glaubens und der guten Werke. Immer aber seien die Gesellenhäuser Häuser des Frohsinns und der Freundschaft gewesen. Auch an diesem feierlichen Jubiläumstag geschehe „Verbindung“ untereinander und zu Gott, der alles verbinden könne.

Im Anschluss an den Festgottesdienst waren die Besucher zu einem gemeinschaftlichen Essen in den Pfarrhof eingeladen. Zuvor allerdings kamen im offiziellen Teil noch zahlreiche Vertreter aus Kirche und Gesellschaft zu Wort, die der Kolpingsfamilie Sulgen ihre Glückwünsche überbrachten. Im Namen der Stadt Schramberg gratulierte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Das Wort „Kolping“ stehe für Menschenwürde, Solidarität, Gemeinschaft und werteorientierte Bildung. 100 Jahre Kolpingsfamilie Sulgen, dahinter stünden unzählige Männer und Frauen, die sich für die Gemeinschaft eingesetzt und die Ideale des Kolpingwerks in ihrem Alltag gelebt haben, mit Bildungsangeboten, geselligen Anlässen, Spenden und Unterstützung Bedürftiger. Die Kolpingsfamilie Sulgen bereichere den Stadtteil Sulgen und damit die ganze Stadt.

Auch die 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Monika Doedt überbrachte Glückwünsche. Als größte Gruppierung der Kirchengemeinde mit circa 70 Mitgliedern sei die Kolpingsfamilie das Salz in der Gemeinde.

Rückblickend auf die Aktivitäten der Kolpingsfamilie Sulgen erwähnte sie neben Bildungsangeboten und Besichtigungen auch religiöse Angebote wie Gebetsstunden, Maiandachten, Bezirksveranstaltungen und die Feier des Kolping-Gedenktages. .Höhepunkte seien der jährliche Kolping-Hausball und ein mehrtägiger Jahresausflug.