Helmut Vollmer (links), Regina Münzer und Heinz Winkler informierten über den Baufortschritt. Foto: Störr

Projekt "am Anfang der Zielgeraden". Barrierefreiheit besonders wichtig. 

Die Arbeiten am evangelischen Jugend- und Freizeitheim Feherenbacherhof schreiten voran, wenn auch etwas langsamer als ursprünglich geplant. Eigentlich sollten bereits zum Jahresende die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen fertig sein.

Hofstetten - Eine großzügige Spende erreichte den Förderverein kurz vor Weihnachten: Die Schiltacher Klaus-Grohe-Stiftung stellte 20.000 Euro zur Verfügung. "Das war eine schöne Weihnachtsüberraschung", freute sich Helmut Vollmer als Vorsitzender des Fördervereins.

In Verbindung mit der Großspende der Hans-Jürgen-Klaussner-Stiftung in Höhe von 100.000 Euro wurden damit deutlich mehr Arbeiten möglich, als ursprünglich vorgesehen. Damit verlängert sich jetzt auch die Bauzeit. Bis Ende März wird mit der Fertigstellung gerechnet.

Erdgeschoss mit barrierefreien Räumen ausgestattet

Beim Baustellenbesuch informierten Helmut Vollmer, Bauleiter und Haslachs Ehrenbürger Heinz Winkler sowie Architektin Regina Münzer vom Haslacher Büro Hättich und Faber über den aktuellen Stand. "Gestartet sind wir mit der Überlegung einer grundlegenden Renovierung des Gebäudes, dann kam eines zum anderen", blickte Regina Münzer zurück. "Es war eine gute Entscheidung, dass erweitert und alles neu gemacht wird", betonte die Architektin.

Auf der Baustelle hoch über Hofstetten ist gerade relativ viel los: Fliesenleger, Maler und Installateure sind fleißig am Werkeln. Das Jugend- und Freizeitheim wird künftig über eine Rampe barrierefrei erreichbar sein, das Erdgeschoss ist mit barrierefreier Sanitäranlage und einem barrierefreien Zweibettzimmer ausgestattet. "Damit wird es möglich, dass auch inklusive Gruppen hier oben ihre Freizeit verbringen", verwies die Architektin auf eine grundlegende Änderung in der Nutzung. Denn auch der Speisesaal und die Küche sind barrierefrei begehbar.

Der Speisesaal mit verglastem Kamin-Ofen wird das neue Herzstück des Fehrenbacherhofs. "Der Boden wird mit einem gut zu pflegenden Vinylboden ausgelegt", erklärte Bauleiter Heinz Winkler. Ursprünglich sei nichts an Baumaßnahmen vorgesehen gewesen und jetzt werde sogar die Küche neu gefliest und mit neuen Elektrogeräten ausgestattet. "Eine nachträgliche zusätzliche Inwertsetzung", nannte es die Architektin.

Durch eine Schiebetür wird der Speisesaal später vom neu geschaffenen Treppenhaus und dem Eingangsbereich abgegrenzt sein. Dieser punktet jetzt schon mit einem großen Panorama-Fenster, dessen tiefer Rahmen als Sitzgelegenheit genutzt werden kann. Über das Treppenhaus mit neu geschaffenen Fluchtwegen direkt ins Freie, werden die Zimmer erreicht.

Barrierefreier Ausbau ist besonders wichtig

"Wir sind auf dem Anfang der Zielgeraden", benannte Helmut Vollmer den Stand. Im ersten Obergeschoss wurde ein zweiter Fluchtweg geschaffen, was zwei Zimmer zwar verkleinert hat, dafür aber den Flur vergrößerte. Mit sichtbarem Gebälk wird den Räumen ein besonderer Charme verliehen, einzig die Zimmertüren fehlen noch. Aus Gründen des Brandschutzes wurden die Nut- und Feder-Decken entfernt und ein Glasabschluss in Richtung Treppenhaus eingebaut. Außerdem wurden im neuen Anbau neue Sanitärbereiche mit drei abgetrennten Duschen, Toiletten und Waschtischen geschaffen. Später werden große Wandregale zur Ablage folgen.

Das Treppenhaus bleibt bis ins Obergeschoss offen und wird mit einer Akustik-Decke aus Weißtanne versehen. Oben sollte die Firstpfette eigentlich sichtbar bleiben, wurde aus optischen Gründen jetzt aber doch verkleidet.

Im Anbau ist der größere Schlafraum eingerichtet, im Bestandsgebäude wurden zwei Abstellräume für Matratzen und Material eingerichtet.

Das größere Durchgangszimmer bleibt für Zusammenkünfte offen, rechts und links sind weitere Schlafzimmer eingerichtet. "Insgesamt gibt es am Ende 40 Betten in zehn Zimmern", rechnete Regina Münzer.

Am ursprünglichen Plan mit Einweihung des neuen Fehrenbacherhofs mit dem Landesbischof am 3. Oktober ändert sich vorerst nichts. Buchungsanfragen werden derzeit unter allen Vorbehalten der Corona-Entwicklung angenommen. Nach Fertigstellung wird die Nutzung entsprechend den gültigen Verordnungen möglich sein.

Am Ende werden die Kosten bei netto 580.000 Euro liegen, informierte Bauleiter Heinz Winkler auf Nachfrage. Der Platz der Begegnung im Außengelände des Jugend- und Freizeitheims ist bereits seit November fertig gestellt, um die Vorgaben der entsprechenden Leader-Förderung zu erfüllen. Mit Himmelsliegen und Feuerstelle an exponierter Stelle bietet sich ein exzellenter Ausblick ins Tal – wenn es nicht gerade regnet wie beim Baustellenbesuch. Auf der Internetseite des Jugend- und Freizeitheims Fehrenbacherhof wird immer wieder mit Bildern und kleinen Filmsequenzen über den Baufortschritt informiert.

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