Lorenz Neininger opferte jahrelang viel Freizeit für die FDP Bräunlingen. Jetzt gibt er den Vorsitz in jüngere Hände. Foto: Dagobert Maier

Den Vorsitz im FDP-Ortsverein Bräunlingen gibt der 72-Jährige ab. Im Gespräch wagt er einen Rückblick. Von den Anfängen und gelungenen Projekten. Von Zahlen wie 2019 in Bräunlingen können die Liberalen auf Bundesebene nur träumen.

Lorenz Neininger ist Gründervater und über den Kreis und die Region bekanntes Urgestein und Gesicht der Bräunlinger Freien Demokraten. Jetzt tritt er einen Schritt zurück und legt nach 40 Jahren den Vorsitz des FDP-Ortsvereins in jüngere Hände. Bei der Generalversammlung im Gasthaus Blume in Waldhausen, die am Mittwochabend stattfand, wurde ein Generationenwechsel eingeläutet und es wurden die Weichen für die Zukunft gestellt.

 

1983 fing alles an

Aber wie ging es damals los? Lorenz Neininger erinnert sich im Gespräch mit der Redaktion an die Anfänge zurück. Er und einige Freunde starteten demnach 1983 die Initiative, auch in Bräunlingen einen FDP-Ortsverband zu gründen. Nach einigen Vorberatungen wurde am 12. Juli 1984 die Gründungsversammlung abgehalten. Lorenz Neininger sowie Alfred Bertsche wurden dabei als Vorsitzende gewählt. Parallel dazu gründete sich damals die freie Wählergemeinschaft „Gruppe 84 – unabhängige Liste“.

Für ihn sei immer wichtig gewesen, dass er durch eine Parteizugehörigkeit gute Kontakte zur Kreis- und Landespartei habe, was für den Ortsverein und auch für die Stadt Bräunlingen immer Vorteile habe, so Neininger zur damaligen Motivation, einen FDP-Ortsverein für Bräunlingen zu gründen.

Gleich zwei schaffen Sprung

Bei der Gemeinderatswahl 1984 wurden mit Josef Ewald und Adolf Blenkle gleich zwei FDP-Stadträte an den Ratstisch gewählt. Neininger kam 1994 erstmals in den Gemeinderat. Die erfolgreiche kommunale Arbeit der FDP-Fraktion unter dem Vorsitzenden Neininger zeigte sich dann auch in den ständig steigenden Stimmenzahlen bei den Gemeinderatswahlen. Diese stiegen von 9,2 Prozent, über zwölf, 14, 22 bis 26,5 Prozent bei der Wahl im Jahr 2019. Damals verpasste Neininger den Einzug ins Gremium. Auch bei den überregionalen Wahlen schnitt die Bräunlinger FDP überdurchschnittlich ab, was nicht nur Neininger auf die gute und konstruktive Arbeit der Partei in der Bräunlinger Kommunalpolitik zurückführte.

Lorenz Neininger (links) und der frühere Landeswirtschaftsminister Ernst Pfister. Foto: Archiv Neininger

Neininger hob den sehr guten Kontakt zum früheren FDP-Wahlkreisabgeordneten Ernst Pfister in seiner Bilanz hervor, der die Anliegen für Bräunlingen immer gut unterstützt habe. „Wir müssen durch unsere FDP-Arbeit dafür sorgen, dass es den Einwohnern in Bräunlingen gut gefällt, sie hierbleiben und die Landschaft, die Stadt mit dem aktiven Gemeindeleben sowie den Forst genießen können.“ So beschrieb Neininger ein wichtiges Ziel seines jahrelangen kommunalen Wirkens. Es habe nie einen FDP-Fraktionszwang am Ratstisch gegeben.

Stets die Stadt im Blick

„Die Partei stand bei meiner kommunalpolitischen Tätigkeit immer im Hintergrund, denn für mich stand die Arbeit für die Stadt im Vordergrund“, sagt der scheidende FDP-Ortsvereinsvorsitzende zu den Grundsätzen, nach denen er seine Entscheidungen ausgerichtet hat. Viele herausragende Großprojekte in Bräunlingen fanden die Unterstützung des FDP-Fraktionschefs. Dazu gehörte der Bau der Umgehungsstraße mit Flutmulde, das Baugebiet Galgenberg, der Bau der neuen Sporthalle, die Millionenzahlung für den Hochwasserdamm in Wolterdingen und den Straßentunnel mit Brücke in Döggingen. Die Schließung der Bräunlinger Hauptschule habe er bedauert, sagt Neininger.

Wichtig sei für ihn auch die große Unterstützung seiner Frau Gisela. Ohne ihre Mithilfe wäre es nicht möglich gewesen, viel Freizeit für die FDP in verschiedenen Bereichen zu investieren, auch über Bräunlingen hinaus, sagt Neininger.

Zur Person

Lorenz Neininger
(72) war 25 Jahre Stadtrat, viele Jahre FDP-Fraktionssprecher im Gemeinderat, Mitglied in verschiedenen Ausschüssen, Bürgermeisterstellvertreter, stellvertretender FDP-Kreisvorsitzender, FDP-Delegierter auf Landes- und Bundesebene und Landtagszweitkandidat zusammen mit dem früheren Landeswirtschaftsminister und Wahlkreisabgeordneten Ernst Pfister. Neininger war viele Jahre Mitglied im Zweckverband Seniorenzentrum, in der Bürgerstiftung und der Volkshochschule. Er singt bei den Scherenschleifern und sang beim Männergesangverein mit. Einige Jahre war er auch Vorsitzender des Bräunlinger Gewichthebervereins.