Zum 111. Jubiläum gratulierten (hinten, von links) Gunnar Dieringer, Wolfgang Haug sowie Ortsvorsteher und Ehrenmitglied Siegfried Schott (rechts). Kai Herter (hinten, Zweiter von rechts) war als einziger Jubilar erschienen. Vorne von links: Vorstandsmitglied Marvin Jürgen Liener, die einst Aktiven der Meister-Mannschaft 1964/65, Hans Wendelin und Hans-Jürgen Schwenk, mit dem alten Lederball und Vorstandsmitglied Adrien Stiefel. Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: FC Onstmettingen macht sein 111. zum Jubeljahr und stellt dabei den Sport in den Mittelpunkt

Man muss die Feste feiern wie sie fallen: Der Fußballclub Onstmettingen hat seinen 111. Geburtstag zum Anlass genommen, nachdem die Coronavirus-Pandemie das Fest zum 110-jährigen Bestehen verhindert hatte.

Albstadt-Onstmettingen. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" – unter diesem Motto hat der Vorstand des Fußballclubs Onstmettingen (FCO) – Adrien Stiefel, Marvin Jürgen Liener und Walter Donderer – ein ungewöhnliches Jubiläumsfest geplant: 111 Jahre. "Wir wollen mit unserem Verein nach außen präsent sein und mithelfen, dass wir in Onstmettingen weiter zusammenwachsen", so Stiefels Begründung.

Die Jubiläumsspiele sollten richtig Schwung ins Vereinsleben bringen, das eine ganze Weile fast brach gelegen hatte.

Dem Fest vorausgegangen ist eine sehr gut besuchte Hauptversammlung im Schützenhaus, bei der Gunnar Dieringer und Franz Jerger Grüße und Glückwünsche der Onstmettinger Vereine überbrachten. In 111 Jahren habe der FCO das Vereinsgeschehen im Ort maßgeblich und erfolgreich mitgeprägt, betonten sie und überreichten einen Lederball aus den 1960er-Jahren an Hans-Jürgen Schwenk und Hans Wendelin, die als aktive Spieler der erfolgreichen Meister-Mannschaft 1964/65 den Aufstieg in die zweite Amateurliga mitverantwortet hatten.

Für Wolfgang Haug, den Vorsitzenden im Fußballbezirk Zollern, ist der FCO "einer der traditionsreichsten Vereine mit ruhmreicher Vergangenheit". In Onstmettingen werde Fußball noch gelebt. Der Verein könne stolz sein auf seine Jugendarbeit, auch jene mit dem FC Pfeffingen. Er übergab einen Ball und einen Scheck vom Deutschen Fußballbund: "Ich gehe davon aus, dass ein dreistelliger Betrag drin ist."

Selbst die Ehefrauen wussten nichts von den 500 D-Mark

Ehrenvorsitzender und Ortsvorsteher Siegfried Schott ging auf die Vereinsgeschichte ein. Als Elfjähriger hatte er in der C-Jugend begonnen und 61 Vereinsjahre aufs Engste miterlebt, konnte daher manches aus dem Nähkästchen holen. Zum Beispiel etwas, was nur die wenigsten wüssten, selbst manche Ehefrauen von damals nicht: Alle Ausschussmitglieder hatten Ende der 1960er-Jahre mit jeweils 500 D-Mark für den damals sehr klammen FCO gebürgt hätte. Glücklicherweise habe sich der Verein bald wieder erholt.

Adrien Stiefel berichtete danach von den Aktiven nach den abgebrochenen Saisons 2019/20 und 2020/21, Marvin Jürgen Liener über die Jugend und die jüngsten Renovierungen am und im Sportheim sowie die seit zehn Jahren erfolgreiche Partnerschaft mit dem FC Pfeffingen. Positiv sei festzustellen, dass derzeit mehr Kinder zum Training kämen als vor der Pandemie.

Anschließend wurde Vorstandsmitglied Adrien Stiefel ebenso für weitere zwei Jahre einstimmig gewählt wie das gesamte Ausschuss-Team. Auf der Ehrungsliste standen Alexander Donderer, Kai Herter, der als einziger anwesend war, und Thorsten Blickle für 25-jährige Mitgliedschaft. Seit 50 Jahren halten Norbert Schütz, Walter Mauro und Wolfgang Keinath dem FCO die Treue. Mit einem E-Junioren-Blitzturnier waren bereits am Freitag die sportlichen Wettkämpfe zum Jubiläum gestartet. Die A- und B-Junioren der Spielgemeinschaft Onstmettingen/Pfeffingen spielten gegen den SSV Reutlingen, deren B-Junioren aktuell in die Bundesliga Süd aufgestiegen sind. Auch die zuletzt so erfolgreiche erste Mannschaft stellte sich dem Vergleich mit dem Oberligisten SSV Reutlingen und schlug sich trotz einer 0:6 Niederlage höchst achtbar. Am Sonntag folgten Turniere der Bambini, F-, D- und C-Junioren.

Am Samstagabend legte DJ Matthias "Mati" Blaich bei der Hockete auf, zu der vorwiegend Jugendliche kamen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: