Holzhausens Cheftrainer Karsten Maier sah beim 3:1-Sieg über den TSV Berg eine in vielerlei Hinsicht typische Vorstellung seiner Mannschaft. Foto: Wagner

Der FC Holzhausen hat mit dem 3:1-Heimsieg über den TSV Berg die Pole Position im Kampf um die Tabellenführung in der Verbandsliga verteidigt. In den beiden Top-Spielen bis zum Jahreswechsel hofft man, dass die überragende Offensive für sechs weitere Punkte sorgen wird.

FC-Trainer Karsten Maier ließ sich unmittelbar nach dem 3:1-Erfolg gegen den TSV Berg wie gewohnt nicht zu großen Freudenreden hinreißen. „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen – und das haben wir geschafft“, sagte der Übungsleiter des aktuellen Verbandsliga-Spitzenreiters nach der Partie. Und tatsächlich: Die Art und Weise der 90 Minuten hatte mehr von Arbeitssieg als Euphorie. Dennoch können die Holzhausener mit gehörigem Rückenwind in die letzten beiden Aufgaben vor der Winterpause gehen.

 

Defensive Schwächen

Beim Heimsieg über Berg wurden zwei altbekannte Phänomene aufs Neue unterstrichen. Erstens: Die Defensive des FCH ist nicht immer niet- und nagelfest. Sowohl bei der ersten Großchance der Gäste nach weniger als zwei Minuten, als Schlussmann Julian Hauser den frühen Rückstand in letzter Sekunde verhinderte, als auch beim 1:1-Ausgleichstreffer und in der ein oder anderen weiteren Situation wackelte die Hintermannschaft – zumindest ein wenig. 19 Gegentore in 14 Spielen sind „nur“ der drittbeste Wert der Verbandsliga. Wenn man beim Tabellenführer eine Schwachstelle ausmachen müsste, dann wäre es diese.

Auf die Offensive ist Verlass

Die zweite Erkenntnis aus dem Spiel gegen Berg: Auf die Offensive – und insbesondere auf Janik Michel – ist Verlass. Die drei Treffer standen sinnbildlich für die Vielseitigkeit der Holzhausener Angriffsabteilung. Das 1:0 fiel nach einer schönen Kombination über das gesamte Feld, das 2:1 nach einer herrlichen Einzelaktion in Form einer Halbfeldflanke von Michel und das vorentscheidende 3:1 nach einem Ballgewinn im Mittelfeld und anschließendem schnellen Umschalten. 43-mal traf der FC bereits ins gegnerische Gehäuse – mit Abstand der beste Wert der Liga. Bis dato hat die Konkurrenz noch kein passende Antwort auf die offensive Feuerkraft des Absteigers gefunden.

18 Saisontore für Janik Michel

Vor allem Janik Michel ist einmal mehr die personifizierte Torgefahr. Mit zwei Treffern und einer Vorlage avancierte er gegen Berg einmal mehr zum Matchwinner. Der 32-Jährige steht schon jetzt bei 18 Saisontoren und führt damit die Verbandsliga-Torjägerliste natürlich an. Auch Fabio Pfeifhofer, der gegen Berg seinen neunten Saisontreffer erzielte, ist in diesem Ranking weit oben zu finden – hinter Michel und Simon Dilger vom SSV Ehingen-Süd (zwölf Tore) und gleichauf mit dem vierten Torschützen des Duells am Samstag, TSV-Stürmer Hannes Pöschl.

Zwei Top-Spiele stehen an

Das Team von Karsten Maier hat im Kalenderjahr 2024 nun noch zwei Partien vor der Brust. Das große Ziel ist es natürlich, als Tabellenführer in die Winterpause zu gehen. Ein Selbstläufer wird das keinesfalls, denn es geht – jeweils auswärts – gegen zwei direkte Konkurrenten im Aufstiegsrennen. Am kommenden Samstag (14.30 Uhr) gastiert man bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach, die aktuell mit vier Punkten Rückstand auf den FCH Tabellendritter ist. Eine Woche später, am 30. November (14 Uhr), reist man dann zum TSV Oberensingen, der mit zehn Punkten Rückstand aktuell Rang 4 belegt. Zwei Auswärtsspiele, zwei schwere Aufgaben – der FC Holzhausen wird mehr oder weniger dazu gezwungen, das Jahr in Top-Form zu Ende zu bringen.

Beste Defensive der Liga

Gerade Hofherrnweiler-Unterrombach könnte sich als große Hürde erweisen. Die TSG ist seit satten acht Spielen ungeschlagen, besiegte in dieser Zeit unter anderem den Tabellenzweiten Türkspor Neckarsulm mit 3:0. Mit nur elf Gegentoren stellt der kommende Gegner des FCH die beste Defensive der Verbandsliga. Und auch 27 eigene Treffer können sich durchaus sehen lassen.

Die Ergebnisse des TSV Oberensingen waren zuletzt etwas wechselhafter, wie unter anderem die 0:1-Heimniederlage gegen die TSG Balingen II zeigte. Doch auch der Tabellenvierte hat im Laufe der Saison oftmals bewiesen, jeden Gegner schlagen zu können. Fünf seiner letzten sieben Spiele gewann der TSV.

Mission Wiederaufstieg

Fakt ist also: Es kommen vor der Winterpause zwei große Brocken auf den FC Holzhausen zu. Wenn man als Spitzenreiter überwintern möchte, wäre man mit zwei Siegen auf der sicheren Seite. Das Erfolgsrezept dafür ist klar. Erstens: Die phasenweise wacklige Defensive so weit wie möglich stabilisieren. Und vor allem zweitens: Auf die Offensive rund um Janik Michel vertrauen. Gelingt das, könnten das Team von Karsten Maier zwei weitere große Schritte in Richtung direkter Wiederaufstieg gehen.