Sieben Tore seit der Winterpause: Tim Steinhilber schießt den FC Holzhausen zum 3:0 gegen TSV Berg – und hält die Aufstiegsträume in der Verbandsliga am Leben.
Auch wenn der FC Holzhausen aufgrund des Kantersiegs der Young Boys Reutlingen in Waiblingen nicht näher an den Verbandsliga-Spitzenreiter heranrücken konnten, fühlte sich der 3:0-Erfolg über den TSV Berg wie eine beachtliche und wichtige Leistung an. Trotz der anhaltenden Verletzungssorgen zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Daniel Seemann eine reife und abgeklärte Vorstellung gegen einen Gegner, der ihnen das Leben alles andere als einfach machte.
„Wir wussten, was auf uns zukommt“, meinte der 34-jährige Übungsleiter sowohl im Vorfeld der Partie als auch nach Abpfiff. Damit meinte er: Vollgas-Fußball, Aggressivität, hohes Pressing und individuelle Klasse. Nicht umsonst stellen die Gäste die zweitbeste Offensive der Liga. Doch der FCH setzte seinen Gameplan gut um – und das nicht nur mit einmal mehr solider und disziplinierter Arbeit gegen den Ball, sondern auch im eigenen Aufbauspiel: „Wir wollten schnell auf unsere Spitzen spielen und klatschen lassen. Und auch allgemein schnell die Tiefe suchen“, so Seemann. „Natürlich gab es Momente, in denen wir es besser ausspielen können“, doch im Großen und Ganzen bewies man nicht nur bei den drei Treffern, dass der gewählte Matchplan der richtige war.
Zwei der drei Tore erzielte Tim Steinhilber – Saisontor 13 und 14. Der Stürmer, der im Sommer von der TSG Tübingen kam, freut sich, beim FCH richtig angekommen zu sein. „Es ist ein tolles Gefühl, der Mannschaft mit Toren helfen zu können.“ Nach seinem frühen Treffer zum 1:0 hatte es der Verbandsligist im Gegensatz zum Spiel in der vergangenen Woche, als man in Schwäbisch Hall nicht über ein 1:1 hinauskam, dieses Mal nicht verpasst, das 2:0 nachzulegen. Steinhilber machte kurz vor Ende sogar das 3:0.
Zu verkrampft
Dass es nach der Winterpause für den 26-Jährigen aus Tübingen mit bislang sieben Toren in sechs Spielen so gut läuft, liege daran, dass „ich deutlich lockerer bin. Ich hatte ein paar Startschwierigkeiten und war zu verkrampft, weil ich es zu arg wollte“, erzählt Steinhilber. „Knotenlöser“ sei für ihn dabei tatsächlich das Spiel gegen seinen Ex-Verein gewesen, als er vier Treffer erzielte.
Bei seinem neuen Team fühlt er sich komplett wohl und ist zuversichtlich, dass es mit der Relegation klappen wird. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir es uns noch nehmen lassen. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass das auch auf die Young Boys zutrifft. Wir spielen zwar noch selbst gegen sie und können den Druck aufbauen. Allerdings glaube ich, dass sie zu konstant sind“, sagt Steinhilber zum Rennen um den Oberliga-Aufstieg.
Highlightspiel im Pokal
Der Ex-Tübinger freut sich nun auf eine restliche gute Saison seines ebenfalls „sehr konstanten“ FC Holzhausen. „Es ist jetzt schon eine Riesen-Saison und auf uns wartet auch noch das Highlightspiel im Pokal.“ Denn hier trifft Holzhausen am 29. April auf die Stuttgarter Kickers im Verbands-Pokal-Halbfinale. Wenige Tage davor, am 24. April, wartet das Gipfeltreffen mit den Young Boys Reutlingen.