Wie der FC Bad Dürrheim innerhalb von sieben Jahren viermal absteigt und damit für den Bezirk Schwarzwald einen Negativrekord aufstellt.
Am Ende war die Relegation für Trainer Predrag Kicic nur noch Makulatur. „Wir wussten von Anfang an, dass die Chance unter einem Prozent liegt, daher war das 8:0 gegen den SV Mundelfingen letztlich ohne Bedeutung. Es ist natürlich bitter, dass es uns nun schon wieder erwischt hat. Blöd fand ich die terminliche Konstellation, dass man überhaupt noch spielen mussten als Tabellenvorletzter.“
„Jammern bringt nichts“
Kicic erlebte nun binnen zwölf Monaten zwei Abstiege mit. „Ich bleibe trotzdem weiter Trainer und gehe in mein drittes Jahr. Wir machen in der Kreisliga B einen Neustart. Das Ziel war natürlich nach dem Bezirksliga-Abstieg 2024, eine bessere Rolle zu spielen. Am ersten Spieltag gelang uns dies auch mit einem 3:2-Sieg beim SV Obereschach. Dann hatten wir über die Runde sehr viel Pech. Jetzt erneut abzusteigen, das ist bitter. Jammern bringt aber nichts.“
Frühere Trainer, Funktionäre oder Spieler sind längst weitergezogen. „Mit der Vergangenheit beschäftige ich mich nicht, das bringt mir nichts und interessiert mich nicht“, betont Kicic.
Nicht wenige Trainer der Konkurrenz rechneten nach der Winterpause zunächst damit, dass sich die Salinenstädter würden retten können. Zumal sie sich personell verstärkten und mit Torjäger Chahid Moutassime (sein jüngerer Bruder Amney spielt beim Neu-Regionalligisten TSG Balingen) einen bezirksliga-erfahrenen Mann aus Trossingen holten, der elf Treffer beisteuerte. Gereicht hat es nicht. „Es lag an uns, wir haben viele Tore erzielt, jedoch einfach viele Spiele aus der Hand gegeben“, so Kicic.
Sieben Jahre – vier Abstiege
Alleine in den vergangenen drei Spielzeiten gab es saisonübergreifend eine Serie von 38 Niederlagen in Serie mit 16:223 Toren. Insgesamt holte der FCBD in dieser Zeit in 86 Punktspielen nur elf Siege, 41 von 258 möglichen Punkten und kassierte sage und schreibe 97:367 Treffer.
2025: 23 Punkte, sieben Siege, 54:92 Tore in 26 Spielen in der Kreisliga A1, 13. Platz.
2024: 0 Punkte, 14:179 Tore in 30 Spielen in der Bezirksliga, 16. Platz.
2023: 18 Punkte, vier Siege, 29:96 Tore in 30 Spielen in der Landesliga, 16. Platz.
2018: 36 Punkte, 54:73 Tore in 34 Spielen in der Verbandsliga, 14. Platz.
Historie
Die Kurstädter sind allerdings beileibe kein Einzelfall seit der Bezirksreform 1978. Aus dem Bezirk Schwarzwald erwischte es in den 1990er Jahren einige Vereine, die ebenfalls von der Verbandsliga bis in die Kreisliga B abstürzten: FV St. Georgen, VfB Villingen, TuS Blumberg, FC 07 Furtwangen.
Der FV Donaueschingen ist ein Sonderfall. Donaueschingen stieg von Oberliga bis in die Bezirksliga ab. Dann löste sich der Club komplett auf.
Furtwangen ist indes der einzige Club im Bezirk, der nach vier Abstiegen, in kurzer Zeit wieder dreimal aufstieg, bis in die Landesliga zurückkehrte.
BSV Schwenningen
Den Rekord in ganz Baden-Württemberg hält indes aus dem WFV-Gebiet und im Schwarzwald-Baar-Kreis der BSV 07 Schwenningen. Zwischen 1977 (2. Bundesliga) bis 2019 (Kreisliga A) stiegen die Neckarstädter fünfmal ab (damals gab es noch keine 3. Liga und Regionalliga, heute sind es sieben Spielklassem Unterschied) – allerdings in einem Zeitraum von 42 Jahren.