"Das war echt geil!" Ibrahima Diakité hätte sich einen besseren Einstand nicht vorstellen können. Ganze 16 Minuten brauchte der französische Stürmer am Samstag in Friedrichshafen, um seinen ersten Treffer im Trikot des FC 08 zu bejubeln.
Klar, der 25-Jährige weiß, dass noch viele weitere Tore – vor allem aber gute und konstante Leistungen – bis zum Ende der Oberliga-Saison folgen müssen, will er sich den Traum von einem Anschlussvertrag bei den Nullachtern erfüllen. "Ich bin gekommen, um zu bleiben", denkt der Angreifer dabei nicht an das Lied von "Wir sind Helden", sondern an eine mittelfristige Zukunft in Villingen.
"Es ist mein großes Ziel, mit dem FC 08 Erfolg zu haben. Ich wurde vom Verein und dem ganzen Team super aufgenommen. Zudem war es mein Wunsch, wieder in Deutschland zu spielen", schwärmt Ibrahima Diakité vor allem von der "Professionalität" des organisierten Fußballs im Südwesten.
Bei den Stuttgarter Kickers
Diesen hat der 25-Jährige von 2016 bis 2019 bei den Stuttgarter Kickers in der Regionalliga und in der Oberliga kennen und schätzen gelernt. Nicht nur wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk schaffte er beim früheren Bundesligisten aber nicht den Durchbruch. "Natürlich war bei den Kickers die Konkurrenz groß. Ich war aber auch vom Kopf her vielleicht noch nicht bereit", wechselte der Stürmer 2019 nach 33 Spielen und zwei Toren zurück nach Frankreich.
Die Rückkehr nach Frankreich
Dort lief es dann besser. Und dies nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch privat. Ibrahima Diakité heiratete. "Dann wurde ich auch auf dem Platz ruhiger, konnte mich mehr auf meine Fähigkeiten konzentrieren", sorgte der Ronaldo-Fan ("Das war mein Vorbild") beim FC Hégenheim für Aufsehen. Es folgte im Februar 2020 der Wechsel zum traditionsreichen FC Gueugnon (UEFA-Pokal-Teilnehmer in der Saison 2000/01) – und der Beginn der Pandemie. Eineinhalb Jahre war auch der Franzose in seiner fußballerischen Entwicklung eingebremst. Im vergangenen Sommer suchte er bei Jura Dolois sein Glück, das er nun beim FC 08 Villingen endgültig wieder finden will.
Der französische Teamkollege
Dabei ist es ein Vorteil, dass er sich mit Stürmerkollege Lhadji Badiane nicht nur in seiner Landessprache unterhalten kann, sondern den Routinier auch schon aus gemeinsamen Zeiten bei den Kickers kennt. "Wir haben auch danach nicht den Kontakt verloren", betont Ibrahima Diakité, der derzeit den Nachwuchs-Trainerschein macht. Während der Mann mit der Rückennummer 17 seine Stärken in der Schnelligkeit und beim Torabschluss sieht, würde der 34-jährige Badiane, über den auch der Kontakt zu den Nullachtern zustande gekommen war, in Sachen Kopfballspiel und körperliche Präsenz bestechen. "Das passt zwischen uns also ganz gut", stellt der 25-Jährige, der im heimischen Mulhouse im Alter von fünf Jahren mit dem Fußball begann, die unterschiedlichen Fähigkeiten der beiden Angreifer heraus.
Das meint der Trainer
So sieht es auch Marcel Yahyaijan. "So einen Spielertyp hatten wir noch nicht im Kader. Ibrahima ist nicht nur schnell und technisch gut, sondern auch im Abschluss und im Spiel gegen den Ball stark", freut sich der 08-Coach über diese neue Alternative. "Die ersten Eindrücke sind auf jeden Fall positiv", ist der Villinger Trainer zuversichtlich, dass sich der Angreifer in der Restsaison als die erhoffte Verstärkung herausstellt.