Denis Stogiannidis ist beim FC 08 nun für die Bereiche Sport und Jugend zuständig. Foto: Marc Eich

Einen viel besseren Einstand als Sportvorstand hätte sich Denis Stogiannidis kaum wünschen können. Die Oberliga-Mannschaft des FC 08 Villingen schlug den FSV Hollenbach mit 4:1, dazu wurde am Samstag die neue Gaststätte eingeweiht.

Keine 48 Stunden vor den Feierlichkeiten auf dem Rasen und im Bauch der MS Technologie-Arena war Denis Stogiannidis auf der Mitgliederversammlung zum Vorstand für die Bereiche Sport und Jugend gewählt worden. Arash Yahyaijan, der bisherige Sportvorstand des Oberligisten, hatte sich – für viele Nullachter durchaus etwas überraschend – nicht mehr zur Wahl gestellt. Wir sprachen mit Denis Stogiannidis (55), der früher selbst das schwarz-weiße Trikot trug und auch die D-Junioren der Nullachter betreut.

 

Herr Stogiannidis, wann haben Sie denn erfahren, dass Arash Yahyaijan das Amt des Sportvorstands zur Verfügung stellt?

Arash Yahyaijan, Armin Distel (Vorstand Marketing & Strategie, Anm. d. Red.) und Andreas Flöß (Vorstand Infrastruktur & Technik) sind vor einigen Wochen auf mich zugekommen. Da ging es um unsere Jugend. Nach einigen Gesprächen war für mich relativ schnell klar, dass ich diesen Bereich für den FC 08 machen möchte. Danach kam zusätzlich das Thema Aktive auf. Wir haben uns gefragt, ob es nicht Sinn machen würde, beide Bereiche zusammenzulegen. Klar ist, dass wir die Jugendarbeit noch stärker in den Mittelpunkt stellen wollen. Wichtig war für mich, dass ich diese Doppelfunktion auch zeitlich schaffe. Es war so von großer Bedeutung, dass ich ehrenamtliche und hauptamtliche Unterstützung bekomme. Und dann kam die Wahl am Donnerstagabend.

Über den "heißen Herbst"

Wie haben Sie dann den Samstag im Friedengrund erlebt?

(lacht). Ich habe einen verdienten 4:1-Sieg gegen Hollenbach erlebt. Dieser war sehr wichtig, hat dem Verein und dem Team gut getan.

Der FC 08 erlebte einen »heißen Herbst«. Die bisherigen Spielführer Dragan Ovuka und Mauro Chiurazzi sind nicht mehr an Bord – genauso Spielmacher Erich Sautner. Dazu gab es eine lange Negativserie.

Als früherer Spieler weiß ich, dass erfahrene Spieler schon einmal mit den Hufen scharren. Wenn ein Trainer dann Spieler aussortiert, ist es sein gutes Recht. Aber er muss dann auch die Verantwortung dafür übernehmen. Letztendlich geht es um die Ergebnisse, den Erfolg. Und die letzten Ergebnisse sprechen ja für sich. Aber wir schauen nun nach vorne. Das Trainerteam hat auf jeden Fall unser vollstes Vertrauen.

Sie wollen also für Ruhe sorgen. Doch in der Winterpause wartet auf Sie viel Arbeit. Die Gespräche mit allen Spielern stehen zusammen mit Coach Marcel Yahyaijan an, dabei geht es auch um Vertragsverlängerungen. Wie gehen Sie die nächsten Wochen an?

Zunächst einmal muss ich mir einen Überblick über den Ist-Stand verschaffen. Was planen die Trainer, welche Spieler sollen bleiben, welche kommen, welche verlassen vielleicht den FC 08? Dies sind Fragen, die unsere Trainer beantworten müssen. Danach stehen die Gespräche mit den Spielern an. Wichtig ist auch, dass wir gemeinsam ein Gesamtkonzept entwickeln.

Über den Kader und Verstärkungen

Zudem wünscht sich Marcel Yahyaijan Verstärkungen in der Winterpause. Auf jeden Fall soll ein erfahrener und körperlich starker Innenverteidiger kommen, der im Idealfall, so der Coach, auch auf der defensiven Sechs spielen kann. Schon einen im Blick?

(lacht). Natürlich beleuchten wir den Markt. Ich werde mich mit Marcel sicher darüber noch intensiver austauschen, aber natürlich steht die Kaderplanung im Mittelpunkt unserer Arbeit. Aber es geht nicht nur eben um einen Spieler, sondern das Gesamtkonzept. Wir müssen erst einmal die aktuelle Situation genau analysieren, dann daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Es ist auch eine Option, unseren jungen Talenten weitere Spielpraxis zu geben. Andererseits geht es um den frühzeitigen Klassenerhalt – und den SBFV-Pokal wollen wir ja auch holen, wenn auch beim Regionalligisten Bahlingen eine sehr hohe Hürde wartet. Mein Ziel ist es, dass sich der FC 08 zunächst sportlich stabilisiert. Danach können wir uns neue Ziele stecken – immer Schritt für Schritt.