Tolle Derby-Atmosphäre in Villingen, auch am Spielfeldrand: 08-Trainer Steffen Breinlinger (rechts) neben Gästecoach und Ex-Profi Ali Günes. Foto: Marc Eich

Beide Trainer zeigen sich stolz auf ihre Teams. Nicht nur 08-Coach Steffen Breinlinger sieht „zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten“. Die ersten Stimmen.

Es war ein rassiges Oberliga-Derby, ein toller Fußball-Abend in Villingen. Im ersten Durchgang hatte der FC 08 die Spielkontrolle – im zweiten Durchgang kam der Türk. SV Singen nach einer taktischen Umstellung immer stärker auf und hätte am Ende auch einen Punkt verdient gehabt. Doch der FC 08 blieb mit dem 2:1 im vierten Spiel in Folge ungeschlagen und rückt in der Oberliga – vorerst auf Platz fünf – vor. Die ersten Stimmen.

 

Steffen Breinlinger

Nicht nur der 08-Coach hatte zwei „völlig unterschiedliche Halbzeiten“ gesehen. „Wir haben im ersten Durchgang das Spiel kontrolliert, hätten vielleicht auch noch höher als mit 2:0 führen können, haben aber den letzten Pass manchmal nicht gut genug gespielt. Mit dem 1:2 kurz vor der Pause war uns klar, dass Singen in der zweiten Halbzeit mit seiner Offensiv-Qualität noch einmal kommt. Sie haben auf 4-4-2 umgestellt, damit hatten wir Probleme, auch wenn wir das in der Woche im Training besprochen hatten. Aber ich bin als Trainer vor allem stolz darauf, wie sich die Mannschaft mit einem großen Willen und mit viel Kampf in dieser engen Phase am Ende durchgebissen hat. Das war hervorragend.“

Ali Günes

Der Singener Trainer zeigte sich ebenfalls stolz auf sein Team. „Ich habe nichts dagegen, dass wir eine gute Leistung zeigen und mal nicht gewinnen, anstatt schlecht zu spielen und gewinnen. Allerdings hatten meine Jungs in der ersten Halbzeit zu viel Respekt hier gezeigt. Es lag wohl auch daran, dass ja einige Spieler früher in Villingen spielten. In der zweiten Halbzeit hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Es ist natürlich bitter, dass wir am Ende keinen Punkt mitnehmen. Aber was zählt, ist, dass unsere Mannschaft seit neun Wochen eine sehr gute Entwicklung macht. Es ist ein sehr charakterstarkes Team.“

08-Mittelfeld-Regisseur Christian Derflinger, hier umkreist von gleich vier Singener Spielern, traf zum zwischenzeitlichen 2:0. Foto: Marc Eich

Andrea Hoxha

Der 08-Torhüter sorgte für den heißesten Spruch des Derbyabends: „Singen ist selbst schuld, wenn sie 88 Minuten lang ihren besten Spieler auf der Bank lassen. Und das meine ich ernst.“ Andrea Hoxha meinte seinen Bruder Denis. Der Mittelfeldspieler war eigentlich in der Startformation des Oberliga-Aufsteigers erwartet worden. Andererseits rotiert Coach Ali Günes seit Wochen personell kräftig durch.

Der Villinger Torhüter lobte dann sein Team: „In der ersten Halbzeit haben wir überragend gespielt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir in der zweiten Halbzeit weiter nach vornge gespielt, aber wir haben uns zu sehr dann darauf konzentriert, die knappe Führung zu verteidigen. Unterm Strich ist es ein verdienter, aber auch ein glücklicher Sieg für uns.“

Volkan Bak

Der frühere 08-Spieler, im Derby als Kapitän in der Startformation von Türk. SV Singen, zeigte sich von seiner Mannschaft begeistert: „Wir haben uns hier teuer verkauft. Ein 2:2 war am Ende möglich für uns. Wenn man bedenkt, dass der Club vor zwei Jahren noch in der Landesliga spielte, dann ist die Entwicklung enorm. Vielleicht haben uns die Kulisse und diese großartige Atmosphäre in der ersten Halbzeit etwas zu viel Respekt eingeflößt, aber dann haben wir unser Potenzial gezeigt.“