Jubelnde Nullachter (Tevfik Ceylan und Nico Rodewald), frustrierte Reutlinger – so sah es am Samstag im Friedengrund aus. Foto:  

So spielt eben ein cleverer Spitzenreiter: Villingen hat nach dem verdienten 3:0 gegen den SSV Reutlingen im Meisterschaftsrennen weiter die besten Karten. Sieben Faktoren sprechen für den Regionalliga-Aufstieg der Nullachter.

Die rund 900 08-Fans, insgesamt waren 960 Zuschauer in der MS Technologie-Arena, waren nach dem 18.Saisondreier des Oberliga-Tabellenführers wieder einmal begeistert. Abgezockte und sehr effektive Nullachter waren der Favoritenrolle gegen den abstiegsbedrohten Ex-Zweitligisten am Ende souverän gerecht geworden.

 

Die Treffer markierten Nico Rodewald (21., 30.) und Fabio Liserra (67.). Damit verteidigten die Villinger die Tabellenführung. Sechs Spieltage vor dem Saisonende gibt es sieben Gründe, weshalb sich die Nullachter den Regionalliga-Traum erfüllen können.

Die Heimstärke

14 Heimspiele, elf Siege, drei Punkteteilungen, 45:10 Tore – der FC 08 ist die beste Heimmannschaft der Oberliga. „Das ist absolut ein Schlüssel“, freut sich Coach Mario Klotz zudem, dass die Stimmung im und um den Friedengrund immer euphorischer wird. Mit 809 Besuchern im Schnitt – so transfermarkt.de – ist Villingen übrigens auch in dieser Hinsicht die Nummer 1 in der Oberliga BW.

Die Defensive

Nur drei Gegentreffer ließen die Villinger in den vergangenen acht Spielen zu. „Die ganze Mannschaft arbeitet zusammen gut gegen den Ball. So kommen wir auch zu schnellen Balleroberungen“, lobt Klotz das Team. Wird es doch einmal brenzlig, wie gegen Reutlingen zu Beginn bei guten Chancen von Riccardo Gorgoglione (1.) oder Tobias Dierberger (17.), dann gibt es ja noch Keeper Dennis Klose, der große Sicherheit und Ruhe ausstrahlt. „Dennis ist ein wichtiger Rückhalt“, betont der 08-Trainer.

Die „zweite Reihe“

Der dritte Erfolgsfaktor ist die Ausgeglichenheit des Kaders. Fallen Stammkräfte wie Tim Zölle oder am Samstag Marcel Sökler (Schüttelfrost) aus, springen Spieler wie 3:0-Torschütze Fabio Liserra (Klotz: „Er macht es überragend“) oder Doppelpacker Nico Rodewald sofort in die Bresche.

Zuvor hatten sich Nico Tadic und Jonas Brändle nach überstandenen Kreuzbandrissen sofort wieder als echte Verstärkungen herausgestellt. Auch Samet Yilmaz, Leon Albrecht, Gabriel Cristilli, Enrico Krieger oder Matthias Stüber sind jederzeit wertvolle Alternativen.

Die Fitness

Trotz der „englischen Wochen“ und oft gleichen – bis auf wenige Ausnahmen – Startformationen können die Nullachter noch in der zweiten Hälfte zulegen. „Der Fitnessstand ist wirklich gut“, betont Klotz. Wichtig sei nun in der Saison-Crunchtime weiter eine gezielte Belastungssteuerung. Zudem fällt auf, dass kaum Spieler verletzt sind, vor allem es kaum muskuläre Probleme gibt.

„Dazu beißen die Spieler auch auf die Zähne“, dachte der Villinger Trainer am Samstag vor allem an Spielführer Tevfik Ceylan und Ergi Alihoxha.

Das Selbstvertrauen

Klar – wer die Tabelle nach 28 Spieltagen anführt, dem mangelt es nicht an Selbstvertrauen. Dieses macht sich auch in Sachen Effektivität, wie in der ersten Halbzeit gegen Reutlingen, und in Sachen Geduld bemerkbar. „Wir ziehen unser Spiel durch, auch wenn es mal nicht so gut läuft“, so Klotz.

Das Spielglück

Dazu haben die Nullachter in einigen Phasen das „Glück des Tüchtigen“. So hätten die Kicker von der Kreuzeiche im Friedengrund in der Anfangsphase durchaus in Führung gehen können, während die Villinger durch Nico Rodewald gleich ihre erste gute Möglichkeit eiskalt nutzten.

Die Ausgangslage

„Wir haben es weiter in der eigenen Hand“, stellt Mario Klotz die gute Ausgangslage vor den Spielen bei der TSG Backnang (27. April, 14 Uhr), gegen den 1. Göppinger SV (4. Mai, 15.30 Uhr), beim ATSV Mutschelbach (9. Mai, 15.30 Uhr), gegen den FSV Hollenbach (12. Mai, 15.30 Uhr), beim SV Oberachern (18. Mai, 15.30 Uhr) und den 1. CfR Pforzheim (1. Juni, 15.30 Uhr) heraus.

Der 08-Coach weiß aber, „dass wir in jedem Spiel 100 Prozent abrufen müssen. Wir denken von Spiel zu Spiel.“