Die Unterschriften der 08-Spieler, hier Kapitän Tevfik Ceylan, waren nach dem starken 3:1 gegen Großaspach gefragt. Foto: Marc Eich

Während der FC 08 nach dem furiosen 3:1 gegen Großaspach den Klassenerhalt endgültig eingetütet hat, zittern andere Teams aus Südbaden um den Ligaverbleib. Unterdessen gibt Coach Reiner Scheu einen Einblick, wie die Stunden vor dem Pokalfinale in Emmendingen aussehen.

Seit Freitagnachmittag ist also klar, dass das SBFV-Pokalendspiel gegen den Oberliga-Rivalen aus Oberachern (0:1-Niederlage beim FV Ravensburg) am Samstag, 3. Juni, um 14.15 Uhr im Elzstadion angepfiffen wird. „Wir werden zuvor am Freitagabend in Villingen trainieren. Die Spieler, die nicht hier in der Gegend wohnen, übernachten dann in Villingen in einem Hotel. Am nächsten Vormittag treffen wir uns wieder und fahren dann gemeinsam, eventuell nach einem gemeinsamen Essen, nach Emmendingen“, blickt der 08-Trainer auf den Höhepunkt der Saison. Im Gegensatz zu früheren Endspielen wird sich das Team also nicht einen Tag zuvor in Richtung Finalort machen und dort ein Quartier beziehen. „Viele schlafen auch in den eigenen Betten besser“, betont der 68-Jährige.

 

Das große Zittern

Nicht gut schlafen könnten derzeit die Coaches der südbadischen Teams aus Rielasingen (2:2 gegen den FC Holzhausen, 14./34 Punkte) und Offenburg (1:3 gegen Nöttingen, 12./37). Beide SBFV-Teams müssen nach dem 31. Spieltag weiter um den Klassenerhalt zittern. Sollte Regionalligist VfR Aalen (1:4 im Kellerduell gegen Worms) doch in die Oberliga müssen, dann könnte es bis zu vier Absteiger – sollte der Oberliga-Zweite nicht über die Relegation den Sprung in die vierthöchste Klasse schaffen – in die Verbandsligen geben. Der Freiburger FC (18./15) steht längst als erster Absteiger fest. Die TSG Backnang (16./33) wahrte mit einem 1:1 in Hollenbach ihre Chancen auf eine weitere Oberliga-Saison. „Dieser Punkt kann für uns noch sehr wichtig sein“, betonte TSG-Trainer Mario Klotz. Reiner Scheu glaubt, dass die Backnanger aufgrund eines „machbaren“ Restprogramms, es geht noch gegen die direkten Kontrahenten Neckarsulm (17./31), Offenburg und Rielasingen, relativ gute Karten haben. „Das wird aber bis zum Schluss extrem eng zugehen“, vermutet der Villinger Trainer.

Die Meisterparty

Die meisten der 4836 Zuschauer an der Kreuzeiche schauten am Samstag gespannt nach Villingen. Dank des 3:1 des FC 08 gegen die SG Sonnenhof Großaspach stand schon vor dem Anpfiff in Reutlingen (13./36) fest, dass die Stuttgarter Kickers vorzeitig Meisterschaft und Aufstieg in die Regionalliga feiern dürfen. „Wer jetzt nicht feiert, hat im Fußball nichts verloren. Es werden noch alle Dämme brechen“, betonte Kickers-Trainer Mustafa Ünal.

Die Ziele bis zum Finale

Auch die Nullachter müssen noch am 20. Mai bei den Kickers ran. Zuvor geht es am Samstag nach Ravensburg. Zum Rundenabschluss und zur SBFV-Pokalfinal-Generalprobe gibt der starke Aufsteiger aus Mutschelbach am 27. Mai seine Visitenkarte in der MS Technologie-Arena ab.

„Unser Ziel sind mindestens sechs Punkte“, schielt Reiner Scheu auf den sechsten Platz. Diesen belegt nach 31 Spieltagen der um zwei Zähler bessere FSV Hollenbach. Der 08-Coach will aber zudem die drei Oberliga-Spiele nutzen, um noch etwas zu „experimentieren“. „Es geht auch darum, dass aus Verletzungen zurückkommende Spieler wieder herangeführt werden“, denkt der 68-Jährige besonders an Nico Tadic, Frederick Bruno und Leon Albrecht.

Erich Sautner träumt

Unterdessen sorgt der Ex-Nullachter Erich Sautner beim Verbandsligisten FC Denzlingen für Furore. Nach seinem Dreierpack beim jüngsten 7:0 in Elchesheim darf der offensive Mittelfeldspieler sogar von der Torjägerkanone träumen.

Erich Sautner, hier noch im 08-Trikot, hat schon 17 Tore für Denzlingen erzielt. Foto: Eibner

17 Treffer hat Erich Sautner seit seinem damals überraschenden Wechsel im September 2022 für die Denzlinger markiert. Nur der Lahrer Konstantin Fries (19) liegt vor dem ehemaligen Villinger. Aber auch Dominik Emminger (15) von der U21 des FC 08 darf sich noch leise Hoffnungen auf die Kanone machen.