1181 Zuschauer, acht gelbe Karten, sieben Tore – es war ein abwechslungsreiches Südbaden-Derby. Für die bittere 2:5-Heimniederlage des FC 08 gegen den SC Freiburg gibt es drei Hauptgründe.
REGIONALLIGA
Zweikampfstark, konsequent in den Zweikämpfen, bemüht um spielerische Lösungen in der Offensive, effektiv nach Standards – die Nullachter zeigten über weite Strecken der ersten Halbzeit und in einigen Phasen in der zweiten Hälfte gegen die spielstarke Bundesliga-Zweitvertretung aus dem Breisgau die von Coach Mario Klotz nach der 0:6-Schlappe in Homburg erwartete Reaktion.
Tevfik Ceylan (2.) nach Traumkombination über Christian Derflinger und Marcel Sökler sowie Debütant Mustafa Fatiras (20.), der nach einer Ecke von Ivo Colic das 2:0 fast erzwungen hatte, brachten mit ihren Treffern den FC 08 in eine perfekte Ausgangssituation. Doch am Ende feierten die Freiburger nach Treffern von Erik Wiklöf (27.), Karl Steinmann (47.), Yann Sturm (71., 88.) und David Amegnaglo (85.). noch einen deutlichen – viel zu deutlichen – 5:2-Sieg.
Der erste Grund
Nach starkem Beginn ließen die Nullachter den Gästen bei den ersten beiden Gegentreffern zu viel Raum, standen zu weit weg von den Gegenspielern. Dies nutzten Wiklöf und Steinmann eiskalt. Die Villinger müssen es schaffen, diese oft spielentscheidenden Nachlässigkeiten in der Defensive abzustellen. Von Spielbeginn bis zum Schlusspfiff ist in Sachen Zweikampfführung, Aufbauspiel und Abstimmung höchste Konzentration gefragt.
Allerdings fehlten am Samstag mit Admir Osmicic (Sperre nach Ampelkarte), Kapitän Nico Tadic (Sehnenanriss in der Fußsohle), Außenverteidiger Jonas Brändle (Zerrung), Innenverteidiger Jonas Busam (Kreuzbandriss) und Fabio Liserra (Wade) auch gleich fünf Abwehrspezialisten.
Der zweite Grund
Schiedsrichter Mika Forster stand oft – zu oft – im Mittelpunkt des Geschehens. Der Unparteiische verteilte nicht nur acht gelbe Karten, sondern sorgte vor allem bei Elfmeter-Szenen für Diskussionen. Erst blieb die Pfeife des Flehingers stumm, als der Nullachter Flavio Santoro beim Spielstand von 2:2 hart im Freiburger Strafraum angegangen worden war, dann zeigte er im Gegenzug auf den Punkt. Yann Sturm bedankte sich auf seine Art mit der Gästeführung.
Wenig später staunten Trainer und Zuschauer nicht schlecht, als der Referee nach einem klaren Villinger Foul im eigenen Sechzehner dagegen weiterspielen ließ. „Ich bin mir sicher, dass dies eher einer (Elfmeter, Anm. d. Red) war wie der erste, den wir bekommen haben“, betonte SC-Trainer Benedetto Muzzicato.
Mario Klotz hatte diese Szenen so gesehen: „ Flavio Santoro läuft zentral ein, wartet auf die Flanke. Ihm wird dann klar in die Hacken geschlagen, das hat auch der Spieler selbst bestätigt. Schiedsrichter und Linienrichter pfeifen leider nicht. Das war extrem ärgerlich – gerade in dieser Phase. Im Gegenzug bekommen wir den Elfmeter reingepfiffen, der dem Spielverlauf schon eine andere Richtung gibt. Solche Entscheidungen beeinflussen einfach den Spielverlauf. Wir mussten die Räume dann öffnen.“
Mika Forster erwischte im Friedengrund also nicht seinen besten Tag. Eine Konsequenz: Pfiffe von den Rängen für den Schiedsrichter.
Der dritte Grund
Schließlich war es auch die hohe Qualität der Freiburger, die mit den Unterschied ausmachte. Kein Wunder, dass Doppelpacker Yann Sturm, der Name ist Programm, Mitte August beim Sportclub schon einen Profivertrag unterschrieben hat. Wie die Breisgauer nach dem umstrittenen 3:2-Elfer die Konter ausspielten und die Chancen verwerteten, war beeindruckend.
Mario Klotz weiß also, an was er besonders arbeiten muss, wollen die Nullachter ihr großes Saisonziel erreichen. „Es geht für uns um den Klassenerhalt“, hofft der 08-Coach nun am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Mitaufsteiger FC Gießen auf die Punkte sechs, sieben und acht.