Georgios Pintidis und Co. waren nach der ersten Halbzeit in Mainz bedient. Foto: Eibner/Rene Weiss

Ein (schmerzhaftes) Déjà-vu, hoffnungsvolle Youngster und nun das richtungsweisende Kellerduell gegen Hessen Kassel vor der Brust: Villingen greift am Samstag nach dem letzten Strohhalm in Sachen Klassenerhalt.

Es war irgendwie wie am 20. August 2024. Damals schnürte der 1. FSV Mainz 05 II den FC 08 in der ersten Halbzeit ebenfalls ein. Gegen die Spielfreude, die technische Klasse und vor allem das Tempo der Bundesliga-Reserve fanden die Villinger im Hinspiel kein Rezept.

 

Doch Goalie Andrea Hoxha hielt die Null fest. Am Ende teilten beide Teams in der MS Technologie-Arena nach einer Leistungssteigerung der Nullachter in den zweiten 45 Minuten beim 0:0 noch verdient die Punkte.

Die Parallelen

Mit Marius Kaiser, nach dem Kreuzbandriss von Hoxha die neue Nummer 1, ragte gegen die Mainzer am Sonntag beim 1:3 erneut ein 08-Torwart heraus. Der Neuzugang war im Bruchwegstadion der beste Nullachter. Bei den frühen FSV-Treffern durch Lovis Frederik Bierschenk (14.), Marcel Kalemba (25.) und Julian Maurice Derstroff (35.) war der junge Torwart chancenlos. „Das war ein starkes Debüt“, lobt Adam Adamos am Montag seinen Keeper.

Ebenfalls eine Parallele: Villingen steigerte sich in der zweiten Hälfte. Allerdings schalteten die Mainzer da auch zwei Gänge zurück. Gabriel Cristilli – nach schöner und überlegter Vorlage des ebenfalls eingewechselten Yunus Kulu – belohnte die Bemühungen des Tabellenletzten. „Zuvor hatten wir gut gepresst – vor allem Enrico Krieger. Yunus hat es dann echt gut gemacht“, freut sich der 08-Coach über den ersten Regionalliga-Treffer von Cristilli.

Die Mängel

Es war eine zweite Halbzeit, die etwas Mut für das Kellerduell am Samstag (14 Uhr) gegen Hessen Kassel macht. „Der Verein, die Spieler und wir Trainer sind uns der Bedeutung dieser Partie bewusst. Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel“, weiß Adamos, dass gegen den Tabellenvorletzten nur ein Dreier zählt. Sollte der FC 08 nicht gewinnen, ist der Zug in Richtung Klassenerhalt wohl schon nach dem 22. Spieltag endgültig abgefahren.

Die Villinger legten erst in der zweiten Hälfte auch den Vorwärtsgang ein. Foto: Eibner

Wollen die Nullachter die Nordhessen schlagen, müssen sie unbedingt die vielen Fehler – taktisch und spielerisch – abstellen. „Wir haben Geschenke verteilt“, ärgert sich Adam Adamos über das mangelhafte Umschaltspiel „nach unnötigen Ballverlusten“ (0:1), die fehlende Konsequenz in der Verteidigung (0:2) oder die Staffelung der Defensive beim 3:0 der Mainzer nach 35 Minuten. „Da hatten wir eine 5:2-Überzahl.“

Konkurrenz punktet

Dagegen punktete die Nichtabstiegskonkurrenz aus Kassel (2:1 gegen den FC Homburg/17., 18 Punkte), von Eintracht Frankfurt II (0:0 beim SC Freiburg II, 15./18), aus Bahlingen (1:0 gegen den TSV Steinbach Haiger(12., 23) und Göppingen (0:0 bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz/14., 21).

„Wir hatten das Glück des Tüchtigen. Dass wir zu Null gespielt haben, ist sehr, sehr wichtig. Der mentale Druck nach der langen Winterpause ist jetzt hoffentlich weg“, sagte GSV-Trainer Gianni Coveli nach dem Punkt in Fulda. Sein Spieler Luca Piljek hatte Rot gesehen (80.).

Kickers ziehen Fans

Die Stuttgarter Kickers bleiben nach dem lockeren 3:0 vor 4750 Zuschauern im Gazi-Stadion gegen den FC Gießen vorne dabei. Kickers-Coach Marco Wildersinn freute sich: „Ich bin zufrieden. Nach einer langen Pause weiß man nie so recht, wo man steht. Wir haben zwischendurch richtig gut Fußball gespielt. Das war ein deutlicher Fortschritt zu vielen Spielen in der Hinrunde.“

Die Blauen (39) sind weiter Vierter, davor liegen die Kickers Offenbach (3./39), der FSV Frankfurt (2./41) und die TSG Hoffenheim II (1./45), die beim 1:1 im Spitzenspiel gegen Offenbach bis weit in die Nachspielzeit mit 1:0 in Front lag. Dann ließ Dima Nazarov die 3000 (!) mitgereisten Kickers-Fans im Dietmar-Hopp-Stadion (3480 Zuschauer) doch noch jubeln.

Die Personalien

Positiv mit Blick auf das Kellerduell gegen Kassel: Torjäger Marcel Sökler hat dann seine Sperre abgesessen. Bei Angelo Rinaldi (Schlag auf das Knie beim Freitagstraining), Jonas Brändle, Kevin Ehmann und Admir Osmicic (alle krank) besteht die Hoffnung auf eine Rückkehr. Leon Albrecht (Oberschenkel) wartet auf das MRT-Ergebnis.