Kopfballduell zwischen 08-Debütant Mustafa Fatiras (links) und dem Freiburger Leon Maxime Catak. Foto: Roland Sigwart

Die Tabelle in der Regionalliga Südwest nimmt immer mehr Konturen an. Großer Gewinner des achten Spieltages sind die Kickers Offenbach. Die baden-württembergischen Aufsteiger aus Villingen und Göppingen stecken schon im Nichtabstiegskampf.

REGIONALLIGA So sah es auch 08-Coach Mario Klotz nach der 2:5-Heimniederlage gegen den SC Freiburg II. „Für uns geht es um den Klassenerhalt“, weiß der 39-Jährige, dass am Samstag (14 Uhr) gegen Mitaufsteiger FC Gießen in der heimischen MS Technologie-Arena gepunktet werden sollte.

 

Ob dann Nico Tadic schon wieder sein Team auf dem Friedengrundrasen unterstützen kann, ist fraglich. „Ich muss abwarten“, sagte der Spielführer nach dem Spiel gegen den SC Freiburg II. Ohne den an der Fußsohle verletzten Kapitän kassierten die Villinger in den letzten beiden Spielen elf Gegentreffer – zuvor hatte Goalie Andrea Hoxha in sechs Partien nur sechs Mal den Ball aus dem eigenen Netz fischen müssen.

FC Gießen

Michael Fink hatte sich sein Debüt als spielender Cheftrainer des FC Gießen gegen den FC Homburg, zuvor 6:0-Sieger gegen die Villinger, anders vorgestellt. Der Nachfolger von Daniyel Cimen, der mit der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz beim 1:1 aus Freiberg einen Punkt holte, kassierte gegen die so langsam in die Spur kommenden Saarländer eine 0:2-Heimniederlage.

Fink ärgerte sich vor allem über die Passivität in den Zweikämpfen und bei den zweiten Bällen. Der nächste Gegner des FC 08 kann mit dem Saisonstart – Rang zwölf mit neun Punkten – dennoch zufrieden sein.

Die Aufsteiger

Dies können die beiden aus der Oberliga gekommenen Neulinge nur bedingt. Der 1. Göppinger SV (Tabellenletzter mit drei Punkten) und die Villinger (Tabellensechzehnter mit fünf Zählern) belegen derzeit Abstiegsränge.

Coach Marco Wildersinn ärgerte sich über die Niederlage der Stuttgarter Kickers in Offenbach. Foto: Eibner/Max Vogel

Der Göppinger Trainer Gianni Coveli sah beim 0:2 gegen Hessen Kassel einen schwachen Auftritt seiner Schützlinge. Bester Aufsteiger ist weiter Eintracht Trier (8., elf Punkte), der aber beim immer stärker werdenden FSV Frankfurt (4.) mit 1:3 unterlag.

Höhere Aufgaben

Übrigens – in Sachen Gegentreffer (17) bildet der SC Freiburg II zusammen mit Villingen das Schlusslicht der Regionalliga Südwest. Dies liegt vor allem an den ständigen wechselnden Aufstellungen der Bundesliga-Reserve. Mal stehen fünf Spieler des Bundesliga-Kaders bei der U23 im Kader, mal keiner. Einigen Kontrahenten ist dies ein Dorn im Auge.

„Ich verstehe die Diskussion nicht ganz. Keiner redet auch davon, dass wir zuvor gegen Hoffenheim II (1:5 Anm. der Red.) knapp sieben Jungs, die auch Teil der zweiten Mannschaft sind, nicht zur Verfügung hatten, weil sie in dieser Woche Teil der ersten Mannschaft waren“, kann SC-Trainer Benedetto Muzzicato diese Kritik nicht nachvollziehen.

Viel lieber freut er sich, dass Talente wie Yann Sturm (19, Doppelpack gegen Villingen, sechs Saisontreffer, Marktwert laut transfermarkt.de 350 000 Euro) sich immer mehr für höhere Aufgaben anbieten.

Die Tabellenspitze

Dies wollen auch die Kickers aus Offenbach und Stuttgart. Das Momentum spricht nach dem 2:0-Sieg im Spitzenspiel für die Hessen. „Platz eins bleibt eine Momentaufnahme“, trat OFC-Coach Christian Neidhart aber nach dem Heimsieg etwas auf die Euphoriebremse. Die Degerlocher haben nun – wie auch Hoffenheim II und der FSV Frankfurt – drei Punkte Rückstand auf die Offenbacher.

Zuschauerrekord

Diese vermeldeten übrigens am Freitag die Saison-Rekordkulisse von 10 451 Zuschauern am Bieberer Berg. Nur 217 Fans wollten das 4:0 der TSG Hoffenheim II gegen den Bahlinger SC sehen, der sich den Saisonstart (15., sieben Punkte) auch anders vorgestellt hatte.