Schiedsrichter Christian Steib schickt in der 73. Spielminute Tim Zölle (Nummer 14) mit der Ampelkarte vom Feld. Foto: Eibner//Tobias Baur

24 Tore, auf Rang 16 verbesserte Villinger, Lust und Frust nach dem Hessen-Derby und ein südbadischer Kontrahent, der auf einen schwarzen September zurückblickt – das geht nach Spieltag zehn in der Regionalliga Südwest.

REGIONALLIGA

 

Die 328 Zuschauer, darunter Ex-Nationalstürmer Kevin Kuranyi, im Dietmar-Hopp-Sportpark sahen am Samstag eine der bisher besten Saisonleistungen des FC 08 Villingen. Lohn war beim 1:1 ein Punkt. Damit verbesserten sich die Nullachter – vor den BW-Kontrahenten aus Balingen und Göppingen – auf den 16. Rang.

Eintracht Frankfurt II nimmt – punktgleich mit Villingen – davor den ersten Nichtabstiegsplatz ein. Ganz vorne trumpfen zwei Traditionsvereine aus Hessen auf. Die Stuttgarter Kickers schwächeln weiter.

Das Hessen-Derby

Es war ein Hessen-Derby der Gegensätze: Während die Offenbacher Fans auf dem Bieberer Berg die Rückeroberung der Tabellenspitze feierten, herrschte beim KSV Hessen Kassel Frust pur. Als Bernard Mensah nach 57 Minuten die zwischenzeitliche 6:0-Führung der Offenbacher bejubelte, waren die meisten KSV-Anhänger schon auf dem Heimweg.

Kevin Kuranyi sah einen starken Auftritt des FC 08 in Walldorf. Foto: Eibner//Tobias Baur

Nach der Klatsche vor 7529 Zuschauern wird die Luft in Kassel für Coach Alexander Kiene immer dünner. „Die Situation sei nicht einfach“, hofft Kiene aber, dass er am Samstag im nächsten Derby gegen den FSV Frankfurt noch auf der KSV-Bank sitzt.

„Wir haben nichts anderes gemacht als letztes Jahr, aber wir haben andere Typen, eine andere Mannschaft und eine andere Mentalität“, erklärte Offenbachs Trainer Christian Neidhart auf hessenschau.de den starken Saisonstart seines Teams.

Bahlinger Frust

Auch beim Bahlinger SC läuft es nicht. 1:3 gegen Freiberg, 0:4 bei Hoffenheim II, 0:4 beim SC Freiburg II und nun 0:1 gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – es war ein schwarzer September am Kaiserstuhl. Dazu passt, dass Torhüter Benedikt Grawe gegen Fulda den roten Karton sah.

Die Offenbacher feiern den Derby-Sieg gegen Kassel. Foto: Eibner/Florian Wiegand

Der südbadische Rivale des FC 08 Villingen – am 16. November kommt es zum Derby in der MS Technologie-Arena – wartet nun seit dem 17. August (2:0 beim TSV Steinbach Haiger) auf einen Regionalliga-Dreier. Die Konsequenz: Bahlingen um Coach Dennis Bührer und Co-Trainer Milorad Pilipovic ist auf den vorletzten Platz abgerutscht.

1. Göppinger SV

Schlechter ist nur der 1. Göppinger SV, der nach einem turbulenten Spiel gegen den FC Homburg (750 Zuschauer) mit 0:1 verlor. Trainer Gianni Coveli ärgerte sich vor allem über den späten Elfer, den David Hummel fünf Minuten vor dem Ende zum Tor des Tages verwandelte. In der 37. Minute sah zudem der Göppinger Kapitän Filip Milisic die Rote Karte. Der Spielführer wird also am Samstag (14 Uhr) fehlen, wenn es in der MS Technologie-Arena zum Duell der beiden BW-Aufsteiger kommt. Bei Villingen muss dann nach einer Ampelkarte Tim Zölle zuschauen.

Für Homburg war es übrigens ein goldener September mir vier Siegen in vier Spielen. Da stört es Coach Danny Schwarz nur wenig, dass Mart Ristl und Jermain Nischalke Ampelkarten kassierten.

Württemberg-Derby

Heiß her ging es auch zwischen dem SGV Freiberg und den Stuttgarter Kickers. Beim 2:2 – in der Nachspielzeit rettete David Tomic den Blauen mit dem Ausgleich den Punkt – stand auch Schiedsrichter Lukas Jungfleisch im Mittelpunkt. Roland Seitz, der Freiberger Coach, fand klare Worte: „Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich sehr sachlich bin. Aber heute hätte ich nur einen Tipp an das Gespann: Pfeife abgeben, Fahne abgeben, andere Sportart wählen. Sie waren einfach schlecht.“

Kickers-Trainer Marco Wildersinn, dessen Team nach dem zehnten Spieltag schon fünf Punkte Rückstand auf die führenden Teams aus Offenbach und Frankfurt (FSV) hat, meinte: „Wenn man in der späten Nachspielzeit noch einen Ausgleichstreffer erzielt, müsste man sich eigentlich freuen, doch so richtig freuen tut sich bei uns keiner. Denn wir sind hier hergekommen, um drei Punkte zu holen.“

Der Göppinger Coach Gianni Coveli ärgerte sich vor allem über den späten Elfer. Foto: Eibner/Jani Pless

Starke Serie

Neben Homburg mischt auch weiter der FSV Frankfurt die Regionalliga Südwest auf. Nach dem 1:0 gegen den FSV Mainz 05 II sind die Hessen schon seit acht Spielen ungeschlagen, haben als Tabellenzweiter starke 21 Punkte auf dem Konto. Knapp 1400 Zuschauer waren in der PSD Bank Arena dabei.

Nur 389 Fans lockte dagegen die Partie der TSG Hoffenheim II, für viele Experten ein ganz heißer Meisterschaftskandidat, gegen Eintracht Trier an. Nach dem lockeren 3:0 ist die Bundesliga-Reserve Dritter.