Die Nullachter um Samet Yilmaz (links) bejubeln den 6:1-Coup in Göppingen. Foto: Eibner/Jani Pless

Während die Kickers aus Offenbach und Stuttgart mal wieder wohl den Aufstieg verpassen, ist die Hoffenheimer Bundesliga-Reserve auf dem Weg in die 3. Liga kaum noch zu stoppen. In Bahlingen kommt es zu einem Eklat. Beim FC 08 Villingen nimmt der kommende Kader weitere Konturen an.

Auch in dieser Woche wird der FC 08 wohl weitere Vertragsverlängerungen vermelden. „Mit einigen Spielern sind wir schon in der zweitem oder dritten Runde. Ich bin da sehr zuversichtlich“, denkt Marcel Yahyaijan nicht nur an die erste Mannschaft, sondern auch an die U21. Man müsse aber auch die finanziellen Möglichkeiten immer im Blick haben.

 

In Sachen externe Zugänge wird es in Sachen Positionen darauf ankommen, ob Stützen wie Kapitän Nico Tadic oder Abwehrchef Jonas Busam auch in der Saison 2025/26 das schwarz-weiße Trikot tragen. Bei Mittelfeldmann Ergi Akihoxha stehen dagegen die Zeichen auf Abschied.

Der Geschäftsführer

Fabio Liserra, Gabriel Cristilli und Leon Albrecht haben ihre Verträge bereits verlängert. Marcel Sökler, Georgios Pintidis und Torwart Andrea Hoxha haben ebenfalls Kontrakte für die Saison 2025/26. Mit Maximilian Rudy stößt zudem ein Talent aus der U19 in den zukünftigen Kader.

Und bleibt der für den Sport zuständige Geschäftsführer des Regionalliga-Schlusslichts auch in der kommende Runde beim FC 08 an Bord? „Es gab schon Gespräche. Grundsätzlich möchte ich weitermachen. Wichtig ist aber, dass ich zeitlich entlastet werde. Ich habe ja noch einen anderen Job“, denkt Marcel Yahyaijan vor allem an organisatorische Dinge, die auf mehr Schultern verteilt werden müssten.

Das rettende Ufer

Mit dem 6:1-Ausrufezeichen in Göppingen vergrößerte der FC 08 die Sorgen des BW-Mitaufsteigers. Die Schützlinge von Gianni Coveli sind mit 30 Punkten nach 28 Spielen auf den 15. Rang abgerutscht. „Bei uns geht es weiter in die richtige Richtung“, freut sich Marcel Yahyaijan.

Sollte ein BW-Drittligist in die Regionalliga Südwest runter müssen, der SV Sandhausen (18.), der VfB Stuttgart II (17.) und Waldhof Mannheim (15.) haben in der dritthöchsten Fußballklasse Deutschlands akute Abstiegssorgen, dann dann würde Göppingen in der kommenden Runde wieder in der Oberliga BW – höchstwahrscheinlich mit dem FC 08 – kicken.

Auch der Bahlinger SC (14., 31 Punkte) und selbst der FC-Astoria Walldorf (10., 37) sind noch längst nicht am sicheren Ufer. „Ich hoffe natürlich, dass Göppingen und Bahlingen in der Regionalliga bleiben“, drückt Marcel Yahyaijan den BW-Teams die Daumen.

Aus der Oberliga wird die SG Sonnenhof Großaspach sehr wahrscheinlich den Sprung in die Viertklassigkeit schaffen, die TSG Balingen spielt wohl in der Relegation um ein Regionalliga-Ticket.

Der neue Meister

Immerhin 940 Zuschauer verfolgten den 3:0-Sieg von Hoffenheim II gegen die Stuttgarter Kickers im Dietmar-Hopp-Stadion. Damit steigerte der souveräne Spitzenreiter seinen Schnitt auf 517 Besucher pro Spiel – dank der vielen mitgereisten und wieder einmal enttäuschten Fans der Degerlocher. Auch für Kickers-Trainer Marco Wildersinn ist damit das Meisterrennen gelaufen: „Hoffenheim wird aufsteigen, da führt definitiv kein Weg dran vorbei.“

Offenbacher Frust

Offenbachs Trainer Christian Neidhart kritisierte nach dem 1:0-Sieg seiner Elf gegen Eintracht Frankfurt II den Schiedsrichter heftig: „Manchmal hat man das Gefühl - auch wenn man das nicht sagen darf -, dass alle das gerne haben, wenn der OFC in dieser Liga bleibt. Dann geht’s allen gut. Überall, wo wir hinfahren, haben sie volle Stadien, der Verband profitiert auch davon“, so Neidhart auf hessenschau.de.

Eklat in Bahlingen

Zu einem Eklat kam es bei der Partie zwischen dem Bahlinger SC und Eintracht Trier. Nachdem die Südbadener in der 96. Minute in Person von Holger Bux den 3:3-Ausgleich erzielten, wurde BSC-Spieler Shqipon Bektasi von einem Trierer Fan auf dem Feld tätlich angegriffen. Videoaufnahmen zeigen, dass der jubelnde Bahlinger direkt vor dem Gästefanblock attackiert wurde, anschließend kam es zu Rangeleien und die Partie wurde abgepfiffen.

Triers Trainer Thomas Klasen entschuldigte sich auf der Pressekonferenz für den Vorfall. Und auch der Fan-Club „Supporters Club Trier 2001“ distanzierte sich in einer Stellungnahme „in aller Deutlichkeit von diesem Fehlverhalten“.

Auch Ibrahima Diakité (links) traf für den Bahlinger SC. Foto: Eibner/Luan Bahtijari

Das Geschehen auf dem Feld rückte dabei in der Hintergrund. Dabei hatten auch die 90 Minuten einiges zu bieten. Das 1:0 für Trier fiel durch einen Elfmeter, weil der Bahlinger Daniel Monga den schon freigegebenen Ball beim Abstoß in die Hand nahm, um ihn sich zurechtzulegen. Wenige Minuten später verteilten auch die Gäste ein Geschenk zum 1:1 – der Ex-08er Ibrahima Diakité war der Nutznießer.

Nachdem Trier nach 75 Minuten dann aber mit 3:1 in Front lag und der BSC beim Stand von 3:2 auch noch einen Elfmeter vergab, sah eigentlich alles nach einem Auswärtssieg aus. Doch in der Nachspielzeit trafen die Bahlinger doch noch, ehe es dann zu den Tumulten auf dem Feld kam. Ob dieser Vorfall Konsequenzen auf die sportliche Wertung des Spiels hat, ist noch offen.

Giles und Günes

In der WFV-Verbandsliga hat derzeit Türkspor Neckarsulm um den Ex-Nullachter Cristian Giles (18 Tore) die besten Chancen auf den Aufstieg in die Oberliga BW. Der FC Holzhausen (2.) hat fünf Punkte Rückstand auf Neckarsulm.

FCH-Unterschiedsspieler Janik Michel führt mit 27 Toren die Torschützenliste an. In Baden kämpfen der 1. FC Bruchsal (1./54) und der Karlsruher SC II (2./54) um Coach Dietmar Blicker um das Direktticket. Der FC Denzlingen (1./55) hat in Südbaden die Nase vorne – dahinter folgt die „08-Filiale“ des Türk. SV Singen (2./50.) um Coach Ali Günes.