Auch 08-Spieler Samet Yilmaz kann es nicht fassen, in welcher Art und Weise das Testspiel gegen die TSG Balingen verloren wurde. Foto: Eibner

Die Abwehr ist viel zu anfällig. In der Offensive zeigt der Leistungstrend jedoch nach oben. Die Geduld von Coach Adam Adamos ist in Sachen Fehlerquellen bald ausgereizt.

REGIONALLIGA Es bleibt dabei: Testspiele sind nur Testspiele und sind vor allem von den Ergebnissen her wenig aussagekräftig. Richtungsweisender in diesen Vorbereitungspartien sind vor allem die Antworten auf zwei banale Fragen: Was macht die Mannschaft schon gut? Was läuft noch nicht rund?

 

Die negativen Aspekte

Die Villinger verloren am Samstag auf dem Kunstrasen in Dotternhausen ihr drittes und vorletztes Testspiel in dieser Vorbereitungsperiode gegen einen gut spielenden Oberligisten TSG Balingen mit 2:4. Dabei agierten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Drei schwere Fehler des Regionalligisten in der Defensive stellten das Ergebnis – ein wenig – auf den Kopf. Fehler, die auf diesem Leistungsniveau eigentlich selten vorkommen, sorgten für Kopfschütteln. 08-Innenverteidiger Fabio Liserra sah es nach dem Schlusspfiff ebenso: „Solche Fehler können wir uns in der Regionalliga in wenigen Wochen nicht mehr erlauben. Die gehen gar nicht.“

In Drucksituationen unterliefen dem 08-Team zwei unpräzise Rückgaben zum Torhüter sowie ein fehlerhafter Querpass am eigenen Strafraum – dies alles führte zu drei völlig unnötigen Gegentoren.

Was Adam Adamos sagt

Den Worten von Villingens Trainer Adam Adamos nach ist dessen Geduld in Sachen Fehlerquellen bald ausgereizt: „Fehler dürfen die Jungs natürlich machen. Aber wenn wir diese zusammen besprechen und sie passieren erneut, dann vermindern sich so eben ihre Einsatzzeiten“, sagte der 08-Coach unmissverständlich nach dem Schlusspfiff in Dotternhausen. Es ist als klare Ansage für die kommenden zwei letzten Vorbereitungswochen, in denen es jetzt konkret um die Plätze in der Startelf geht, zu werten.

Was im Defensiv-Bereich ebenfalls gegen Balingen auffiel: „Die Kommunikation – gerade in Drucksituationen – ist zwischen den Spielern viel zu leise oder gar nicht zu hören. Es bleibt dabei: Ein echter erfahrener Leader fehlt in der Innenverteidigung. Eine der gravierenden Folgen einer indiskutablen Kaderplanung der Nullachter vor der Saison.

Ein Hoffnungsträger für die Abwehrzentrale heißt Jonas Busam. Der lange verletzte Abwehrchef kehrt vielleicht schon im März auf den Platz zurück. Aber ihn nach so einer langen Pause mit zu vielen Erwartungen zu überfrachten, wäre nicht fair. Am Samstag fehlte hinten in der Kette der gesundheitlich angeschlagene Angelo Rinaldi, der natürlich auch für mehr Stabilität sorgen kann.

Die positiven Aspekte

Vor dem Hintergrund der aktuellen finanziellen Probleme des Vereins ist die Mannschaft spürbar noch enger zusammengerückt. 08-Spieler Admir Osmicic beispielsweise macht seit Wochen eine veränderte Stimmung im Kader aus: „Wir spielen inzwischen mutiger und mit mehr Elan nach vorne, machen auf dem Platz noch mehr Laufkilometer. Wir haben eine positive Grundstimmung.“ Falsch liegt Osmicic bei seiner bemerkenswerten Aussage nicht: Im Offensivspiel gegen Balingen und auch vor einer Woche gegen Denzlingen hat die Villinger Mannschaft viele Akzente gesetzt. Einziges Problem noch: Der letzte Pass wird oftmals nicht klar genug gespielt. Die Torausbeute hätte angesichts der relativ hohen Spielanteile im Schnitt in den vergangenen beiden Testduellen noch höher ausfallen müssen.

Noch bleiben Adam Adamos und seinem Kader zwei Wochen bis zum Regionalliga-Restart in Mainz. Ein wichtiges Motto für den FC 08 sollte in diesen unruhigen Zeiten gelten: Positiv bleiben!