Umkämpftes Derby: Ergi Alihoxha (weißes Trikot) kommt gegen den Holzhausener Kevin Müller etwas zu spät. Foto: Kienzler

Vor 2150 Zuschauern kam der FC Villingen am Mittwochabend gegen den starken Oberliga-Aufsteiger FC Holzhausen nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Es war ein höchst intensives Derby – inklusive einem Platzverweis.

"Das ist fast die TSG Balingen 2.0, Holzhausen ist kein normaler Aufsteiger", hatte Marcel Yahyaijan im Vorfeld des Nachholspiels großen Respekt vor dem Tabellendritten. Dabei dachte der 08-Coach besonders an das starke FCH-Offensivtrio Janik Michel (10 Tore), Pascal Schoch (6) und Fabio Pfeifhofer (5). Vor allem die Viererkette – erneut bekamen Frederick Bruno, Dragan Ovuka, Mauro Chiurazzi und Jonas Brändle das Vertrauen – sollte die torgefährlichen Holzhausener stoppen. "Wir müssen mutiger als zuletzt agieren und kleinere Fehler im Passspiel abstellen", gab dagegen FCH-Coach Pascal Reinhardt seinen Schützlingen mit auf den Weg.

Die Personalien

Im Vergleich zum überzeugenden 4:0 gegen die TSG Backnang stellte Marcel Yahyaijan seine Startelf nicht um. Stürmer Maxime Foulon musste doch weiter passen. Pascal Reinhardt musste auf den beim 1:2 in Ravensburg verletzten Heiko Belser verzichten. Zwischen den Pfosten stand Kevin Fritz, der Ex-Nullachter Henning Schwenk durfte also nicht sein Können zeigen.

Die erste Halbzeit

Holzhausen erwischte einen Traumstart. Fabio Pfeifhofer hämmerte nach nur 58 Sekunden das Leder unhaltbar in die Maschen. Zuvor hatte die 08-Defensive den Ball nicht entscheidend klären können. Pascal Schoch (6., 14.) hätte fast das 2:0 der aggressiven Gäste nachgelegt. Zunächst ging ein Kopfball knapp über die Latte, dann verhinderte 08-Torwart Dennis Klose stark den siebten Saisontreffer des FCH-Offensivmanns. Und Villingen? Die Nullachter kamen oft einen Schritt in den Zweikämpfen zu spät, bei Ballgewinnen fehlte im Passspiel die notwendige Präzision. Egal – dafür zappelte der erste gefährliche Torschuss im Netz: Nico Tadic (19.) hatte aus rund 17 Metern überlegt abgeschlossen. Keine zwei Zeigerumdrehungen später verpasste Ibrahima Diakité knapp die Führung der Gastgeber. Auf der anderen Seite scheiterte Schoch (31.) am aufmerksamen Klose, Janik Michel (39.) traf in einem nun ausgeglichenen und extrem intensiven Spiel – auf und neben dem Platz – den Pfosten. Kurz vor der Pause hatten nach einem Schuss von Ergi Alihoxha (44.) schon einige 08-Fans gejubelt, doch Fritz hatte was dagegen.

Die zweite Halbzeit

Die zweiten 45 Minuten begannen mit Standards der Nullachter. Und dann war er da: Torjäger Michel (59.) drückte nach einer Ecke ohne Mühe den Ball zum 2:1 des FCH über die Linie. Da Klose auch das dritte Duell mit Schoch (64.) für sich entschied, blieb Villingen im Spiel. Dies hätte Diakité (65.) im Gegenzug fast mit dem 2:2 bestraft. Doch 16 Minuten später bejubelte der Franzose nach Alihoxha-Vorlage den Ausgleich. Vier Zeigerumdrehungen danach: Rudelbildung – und Rot für Mokhtar Boulachab. Um 20:55 Uhr war das erste Punktspiel-Derby beider Teams Geschichte. Holzhausen war beim 2:2 am Ende einem Dreier – und damit der Tabellenführung – näher.

Die Statistik

FC 08 Villingen: Klose – Bruno, Chiurazzi, Ovuka, Brändle (62. Busam) – Alihoxha – Albrecht (90. + 2 Zölle), Ceylan, Tadic (67. Emminger), Boulachab – Diakité.

FC Holzhausen: Fritz – Ramic, Müller, Huss, Michel, Schoch, Pfeifhofer (76. Mosca), Schäuffele (84. Grathwol), Schlecht, Konz, Schuon.

Tore: 0:1 Pfeifhofer (1.), 1:1 Tadic (19.), 1:2 Michel (59.), 2:2 Diakité (81.).

Schiedsrichter: Timo Bugglin (Binzen).

Rot: Boulachab (FC 08, 85.).

Gelbe Karten: Alihoxha, Tadic, Yahyaijan, Chiurazzi, Busam, Ovuka/Michel, Schoch.

Zuschauer: 2150.

Die Stimmen

Marcel Yahyaijan, FC 08 Villingen:   "Ich denke, dass die Zuschauer voll auf die Kosten gekommen sind, leider war der falsche Schiedsrichter da. Der war schwach, es gab viele Fehlentscheidungen auf beiden Seiten."


Pascal Reinhardt, FC Holzhausen:   "Wir haben zwei Mannschaften gesehen, die mit aller Gewalt das Spiel   gewinnen wollten. Wir waren mutig. Wir können mit dem Punkt leben, wenn auch mehr möglich gewesen wäre."