Neu beim Villinger Oberligisten (1): Warum der Haiterbacher Marcel Sökler im Moment keine ruhige Minute hat und was er seiner Mannschaft in der kommenden Saison zutraut.
An diesem Dienstag in der Villinger MS Technologie-Arena. Noch eine Stunde bis zum Trainingsbeginn der 08-Mannschaft. Nach 55 Minuten Fahrtzeit von Haiterbach bei Nagold in den Friedengrund ist der neue Stürmer Marcel Sökler im Friedengrund eingetroffen. Zur Stärkung gibt es noch eine Banane. Er freut sich auf die nächste Übungseinheit. Aber der 32-Jährige sitzt auch auf „heißen Kohlen“. Der Hintergrund: In jedem Moment kann sein zweites Töchterchen auf die Welt kommen. Das Handy ist immer in seiner Nähe. Aber Zeit für ein gutes Gespräch hat Villingens neue Nummer 10 dennoch.
Herr Sökler, wie haben Sie sich beim FC 08 eingelebt?
Meine Eindrücke sind sehr positiv. Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Ich bin nach den ersten drei Wochen äußerst zufrieden.
Die ersten Testspiele liefen erfolgreich. In welchen Bereichen sehen Sie bei der Mannschaft noch Steigerungspotenzial?
Natürlich ist noch Luft nach oben, aber nach zweieinhalb Wochen sind die Fortschritte schon klar erkennbar. Gegen Balingen hat bei uns zum Beispiel das Pressing und das Gegenpressing schon gut funktioniert, die spielerische Abstimmung wird von Mal zu Mal besser. Wir setzen die Vorgaben des Trainers inzwischen effektiver um, als noch im ersten Testspiel in Haslach.
Der Trainer ist das nächste Stichwort. Wie erleben Sie Ryszard Komornicki in dieser Vorbereitung?
Er hat klare Vorstellungen von dem, wie wir Fußball spielen wollen. Man merkt seine große Erfahrung und sein Können, eine Mannschaft weiterzuentwickeln. Ich kann nur sehr Positives über ihn sagen.
Es ist noch ein sehr früher Zeitpunkt. Sie kennen die Oberliga gut. Was trauen Sie Ihrer Mannschaft in der neuen Saison zu?
Wir haben ein junges Team mit viel Potenzial. Entwickeln wir uns weiter positiv, dann ist sicherlich ein Platz im ersten Drittel der Tabelle für uns drin. Wir müssen schauen.
Warum haben Sie sich für den FC 08 entschieden?
In Freiberg, wo ich noch ein Jahr Vertrag hatte, fehlte mir zuletzt die Wertschätzung. Im Vorjahr wollte ich bereits zu den Kickers wechseln. Dies hat nicht geklappt. Der FC 08 – hier voran Denis Stogiannidis – haben mir eben diese Wertschätzung immer und immer wieder im Frühjahr gezeigt. Wir hatten gute Gespräche, der Kontakt ist nie weggebrochen. Die Vorstellungen von Denis Stogiannidis haben mich am Ende sehr überzeugt.
Seine bisherige Karriere
Sie haben bislang eine sehr interessante und vor allem erfolgreiche Karriere hinter sich gebracht. Beim VfB Stuttgart wurden sie bei den C-Junioren sogar aussortiert, weil sie körperlich den Trainern dort zu schwach erschienen.
(lacht). Oh ja, die Enttäuschung damals habe ich aber erst langsam realisiert.
Was waren Ihre schönsten Stationen?
Sicherlich die drei Jahre bei Waldhof Mannheim. Dort hat alles gestimmt. Es war eine erfolgreiche Zeit, ich habe viele Menschen kennengelernt und die Stadt geliebt. Natürlich zählte auch der Aufstieg mit Freiberg in die Regionalliga zu meinen Höhepunkten. Am meisten gereift bin ich als Spieler und Mensch in den Jahren von 2019 bis 2021 beim VfB Stuttgart II unter den Trainern Frank Fahrenforst, Paco Vaz und Michael Gentner.
Würden Sie im Rückblick irgendwo auf dem Weg anders abbiegen?
Nein, ich habe tolle Erfahrungen gemacht und bin heute zufrieden, so wie es bisher gelaufen ist.
Sein Blick in die Zukunft
Wie lange wollen Sie noch im höheren Bereich Fußballspielen?
Wenn ich gesund bleibe, sind drei bis vier Jahre sicherlich noch möglich. Wir haben ja in Haiterbach ein Elektrogeschäft, das ich eines Tages übernehmen möchte. Die Aufträge werden nicht weniger, das Personal nicht mehr. Mein Vater ist aber erst 53 Jahre alt.
Dann ist endgültig Schluss mit dem Fußball?
Nein, überhaupt nicht. Dazu liebe ich ihn zu sehr. Ich möchte dem Fußball auf jeden Fall nach meiner aktiven Laufbahn entweder als Trainer oder im Management erhalten bleiben.
Wie spannen Sie am besten aus?
Am liebsten mit der Familie und mit Freunden.
Zur Person
Marcel Sökler
wurde am 26. März 1991 in Nagold geboren und begann bei den Bambini des TSV Haiterbach mit dem Fußballspielen. 2005 wurde er in der Jugend des VfB Stuttgart bei den C-Junioren erst einmal aussortiert.
Er wechselte zur Talentschmiede des TuS Ergenzingen. 2010 spielte der gelernte Elektroinstallateur bei der TSG Hoffenheim II und stieg dort in den damaligen Regionalliga-Kader auf. Nach Verletzungspech schloss er sich in der Winterpause 2011/12 dem Oberligisten SGV Freiberg an. Ab dem Sommer 2012 trug der Angreifer das Trikot des Drittligisten 1. FC Saarbrücken.
Ein Jahr später ging es für ihn für drei Saisons bei Waldhof Mannheim weiter. Mit den Badenern wurde er Regionalliga-Meister, doch die Mannschaft scheiterte in der Relegation zur Dritten Liga. Er kehrte zurück zum SGV Freiberg und wurde (2017/18) mit 29 Treffern Torschützenkönig der Oberliga.
Es folgten zwei erfolgreiche Saisons beim VfB Stuttgart II mit dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Im Sommer 2011 kehrte er ein zweites Mal nach Freiberg zurück und hatte mit 30 Toren großen Anteil am Titelgewinn in der Oberliga und dem Aufstieg in die Regionalliga. Marcel Sökler ist mit Vanessa verheiratet, die Tochter heißt Clea. Sein Leibgericht: Gaisburger Marsch.