Marcel Sökler (Mitte) in seinem neuen Reutlinger Trikot: Beim vergangenen Test vor knapp einer Woche gegen die TSG Balingen gab der Torjäger sein Debüt beim Villinger Oberliga-Konkurrenten. Foto: Eibner

Nur knapp zwei Wochen nach seinem Abschied aus Villingen trifft Marcel Sökler am Samstag in Reutlingen seine früheren Teamkollegen wieder. Der Torjäger blickt zurück.

Man sieht sich im Leben zweimal – oft schneller als gedacht. Marcel Sökler empfängt mit seinem neuen Team, dem SSV Reutlingen, den FC 08 am Samstag (14 Uhr) an der Kreuzeiche zur Oberliga-Restart-Generalprobe. Der 34-Jährige spricht über seine Gefühle, erzählt, was ihm in den zweieinhalb Jahren alles bei den Nullachtern gefallen hat, wie plötzlich die Reutlinger in Erscheinung traten und dass es auch bei seinem Abschied um ganz andere Dinge als nur den Vertrag oder das Geld ging.

 

Hallo Marcel, bei Ihnen war bestimmt, als der Abschied aus Villingen feststand, viel los. Hat sich die Aufregung wieder etwas gelegt?

Ja, es ist Gott sei Dank wieder etwas ruhiger geworden. In den ersten Tagen habe ich viele Telefonate und Nachrichten auf dem Handy erhalten. Natürlich wollten viele etwas über die Hintergründe meines Wechsels wissen. Aber es ist jetzt wieder Normalität eingekehrt.

Wie haben Sie sich beim SSV Reutlingen eingelebt?

Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Man merkt sofort, dass viel Potenzial im Kader steckt, auch wenn einige wichtige Spieler verletzungsbedingt gerade fehlen. Ich bin sehr überzeugt davon, dass wir relativ schnell aus der gefährlichen Tabellenregion herauskommen. Dieser Club ist schon ein schlafender Riese.

Ausgerechnet nun geht es am Samstag im Testspiel gegen den FC 08.

Ja, es ist für mich ein extrem komisches Gefühl, nun auf der anderen Seite zu stehen. Aber ich freue mich auf das Wiedersehen mit den Jungs und den Trainerstab. Ich hatte beim Nullacht eine wunderbare Zeit. Das werde ich nie vergessen.

Sie wollten eigentlich zumindest bis zum Saisonende in Villingen bleiben. Warum ist das vor zwei Wochen dann mit dem Wechsel nach Reutlingen so schnell passiert?

Genau, für mich war klar, diese Saison auf jeden Fall beim FC 08 zu beenden. Deshalb habe ich im Januar auch bei den Anfragen anderer Clubs schnell abgesagt. Ich wollte sogar mittelfristig weiter in Villingen bleiben. Ich hätte mir zum Beispiel gut vorstellen können, dann auch im Bereich als Co-Trainer zu arbeiten, weil mir später eine Trainerlaufbahn vorschwebt. Die B-Lizenz habe ich bereits. Ich hatte Ideen und Vorstellungen, wie ich den FC 08 weiter unterstützen könnte, aber man ist, als ich diese Themen angestoßen habe, nie näher darauf eingegangen. Nach außen hin haben viele gedacht, hier geht es nur um den Vertrag und ums Geld. Aber dem war nicht so. Mir waren in Bezug auf den FC 08 auch andere Themen wichtig. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass meine Unterstützung nicht so gefragt ist.

An dem Wochenende vor dem Transferschluss Ende Januar rief dann der SSV Reutlingen an.

Ja, das war am Freitagabend vor unserem Test in Kirchzarten gegen den Freiburger FC. Das Gesamtpaket hat für mich bei diesem Angebot sofort gepasst. Deshalb habe ich den FC 08 dann um die Freigabe gebeten. Die Entscheidung fiel mir aber insgesamt nicht leicht.

Warum haben Sie sich in Villingen so wohlgefühlt?

Ich bin zu jedem Training und zu jedem Spiel in den zweieinhalb Jahren sehr gerne hingefahren, habe mich immer auf die Jungs gefreut. Das war für mich viel mehr als nur ein normales Vertragsverhältnis. Ich hatte zu den Fans und auch zu jedem Vorstandsmitglied einen guten Draht in all der Zeit.

Was waren für Sie die Highlights beim FC 08?

Viele tolle Menschen in der Zeit kennengelernt zu haben. Sportlich natürlich der Sommer 2024, als wir vor einer großen Zuschauerkulisse gegen den 1. CfR Pforzheim in die Regionalliga aufstiegen und auch den südbadischen Pokal gewannen. Besonders in dieser Zeit hat man gemerkt, was für ein großes Potenzial und was für eine große Strahlkraft der FC 08 eigentlich hat.