Nach genau 19 270 Tagen kommt es am Samstag (14 Uhr) wieder zu einem Duell zwischen dem FC 08 Villingen und Kickers Offenbach.
Es war der 16. Januar 1972, als sich die beiden Traditionsvereine das letzte Mal kreuzten. Am Bieberer Berg setzten sich die Hessen in der Regionalliga Süd mit 4:2 durch. Vor 8000 Zuschauern, derzeit liegt der Besucherschnitt der Kickers bei Heimspielen bei gut 7500, hieß es 4:2 für Offenbach. Für die Nullachter trafen damals Schmitt (26.) und Rentschler (58.).
Auch in den Spielen zuvor gab es für Villingen wenig zu gewinnen. In acht Duellen sprang nur 1969 ein Sieg heraus. Dazu kamen aus 08-Sicht noch zwei Unentschieden.
Klare Rollenverteilung
Damit wären die 08-Interimstrainer Adam Adamos und Reiner Scheu nun knapp 20 000 Tage nach dem letzten Aufeineinandertreffen der beiden Clubs wohl sehr zufrieden, sind die Rollen am Samstag doch ganz klar verteilt. Offenbach ist mit 25 Punkten Zweiter, strebt mit den vielen Zuschauern im Rücken und mit professionellen Strukturen die Rückkehr in die 3. Liga an.
Dagegen hat der Tabellenvorletzte aus Villingen erst einen Sieg eingefahren.
Viele Bestwerte
Mut macht dem FC 08 ein Blick auf die Auswärtsbilanz. Offenbach hat in der Fremde erst zwei Dreier eingefahren, insgesamt waren es bisher neun Punkte in sechs Spielen. In Sachen Tordifferenz sind die Kickers – vor Spitzenreiter FSV Frankfurt – das Maß der Dinge. 32 erzielte Tore und elf Gegentreffer sind die Bestwerte in der Regionalliga Südwest.
Ron Berlinski (6), Boubacar Barry (5) und Stephan Mensah (5) sind die torgefährlichsten Spieler der Truppe von Coach Christian Neidhart, die auch noch im DFB-Pokal – in Runde 2 gastiert am 29. Oktober der Karlsruher SC – vertreten ist.
Das sagt der Kickers-Coach
Klar, dass Christian Neidhart mit dem Saisonstart zufrieden ist. Wichtig sei gewesen, dass die Verantwortlichen in der vergangenen, eher durchwachsenen Saison („Den Kader hatten noch die Vorgänger von Geschäftsführer Christian Hock und mir zusammengestellt“) Geduld bewiesen hätten. „Nun passt es“, denkt Neidhart an die Sommerzugänge, die alle eingeschlagen haben. „Dazu kommt Marc Wachs“, sieht der Offenbacher Trainer den defensiven Mittelfeldmann, der in der Winterpause als Kapitän von Eintracht Frankfurt II an den Bieberer Berg gewechselt war, als echten Unterschiedsspieler an.
Ganz wichtig sei zudem das sehr intakte „Kabinenleben“.
„Und dennoch müssen wir nicht aufsteigen“, weiß aber Christian Neidhart auch, dass die Sehnsucht auf die Dritte Liga in Offenbach groß ist. „Für uns steht aber die Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund.“
Die Zugänge
Onur Ünlücifci (FSV Frankfurt), Valdrin Mustafa (Jahn Regensburg), Stephan Mensa (Chemnitzer FC), Ron Berlinski (RW Essen), Boubacar Barry (Astoria Walldorf), Daniel Dejanovic (Eintracht Frankfurt II), Matija Damjanovic, Luca Horst, Oussim Karada (alle eigene Junioren).
Die Abgänge
Leon Müller (MSV Duisburg), Marcos Alvarez (TuS Bersenbrück), Björen Jopek (Eintracht Mahlsdorf), Benjamin Hadzic (KSV Hessen Kassel), Maik Vetter (Türk Gücü Friedberg), Damjan Balic (Bayern Alzenau), Kevin Lankford, Rafael Garcia, Christian Derflinger (FC 08 Villingen), Benjamin Hadzic, Maximilian Engl, Julian Markvoort Beke (alle Ziel unbekannt).