Das letzte Heimspiel der Saison des FC 08: Regen, Wind, Kälte und die Erkenntnis, dass der „zweite Anzug“ beim 0:2 gegen eine clevere KSC-Reserve an diesem Flutlichtabend nicht passte.
Oberliga: „Die Karlsruher haben das Zentrum extrem dicht gemacht, besonders in der zweiten Halbzeit in Unterzahl“, ärgerte sich Yannick Spät, dass die Nullachter auch nach dem Ampelkarte für Jakob Distelzweig (45.) kaum Chancen herausspielten.
„Über die Außenpositionen hat uns etwas die Durchschlagskraft gefehlt“, sprach der 08-Offensive das Hauptproblem an diesem Mittwochabend an: Villingen fehlte es an Tempo, an Kreativität, an Abschlüssen und an guten Flanken, der FC 08 war gegen die clevereren, aggressiven und laufstarken KSC-Youngster einfach zu harmlos.
Der Unterschied
Die Bundesliga-Reserve verdiente sich also den 2:0-Sieg, hatte selbst mit zehn Mann die besseren Möglichkeiten. Eine davon nutzte der gerade erst eingewechselte Tim Schunck in der Nachspielzeit zur Entscheidung. Nico Engel hatte den KSC früh (5.) in Führung gebracht.
„Unter dem Strich war es ein verdienter Sieg. Wir freuen uns, dass wir nun am Ziel sind“, lobte KSC-Trainer Dietmar Blicker seine Elf, die damit endgültig den Klassenerhalt eintütete.
Wie wichtig Blicker das Spiel im Friedengrund war, zeigte, dass er – bis auf Paul Scholl – genau auf die Startelf setzte, die zuletzt in Singen mit 2:0 siegte. Apropos Paul Scholl: Der in Villingen fehlende Youngster wurde zwar beim FC Bayern München ausgebildet, ist aber nicht, wie auch wir berichtet hatten, der Sohn von Legende Mehmet Scholl.
Kaum Durchschlagskraft
„Wir waren wirklich fertig, hatten kaum noch Spieler, die gesagt haben, dass sie über 90 Minuten gehen können. Wir mussten heute rotieren“, begründete Matthias Uhing die gleich acht Veränderungen in der Startelf im Vergleich zum 3:3-Hurrafußball gegen Mannheim.
„Wir haben nicht so viele Lösungen mit Ball gefunden“, vermisste der 08-Trainer die „fußballerische Qualität“ und „Konsequenz“ auf dem rutschigen Rasen. Wirklich aufgedrängt hat sich der „zweite Anzug“ der Villinger für größere Aufgaben – Stichwort SBFV-Pokalfinale am 23. Mai – nicht.
„Die Mannschaft war nicht so eingespielt, die Abläufe haben so nicht gepasst“, meinte Yannick Spät, der wie seine Offensivkollegen kaum Land gesehen hatte. Zwei Abschlüsse von Christian Derflinger (28., 32.) sowie Chancen durch Fabio Pfeifhofer (49.) und Yannick Spät (50.) waren die ganze Ausbeute der bemühten, aber eben viel zu ungefährlichen Nullachter.
Ab nach Hollenbach
Besser machen können es die Villinger schon am Samstag (15.30 Uhr), wenn der vorletzte Spieltag beim akut abstiegsgefährdeten FSV Hollenbach ansteht. Dann wird der FC 08 eine ganz andere Startelf aufbieten.
„Wir haben uns nun ein Spiel gestattet, um die Belastung etwas zu steuern. Am Samstag heißt es wieder: Volle Kraft voraus. In Hollenbach geben wir Vollgas“, verspricht Matthias Uhing dann einen anderen Auftritt seiner Schützlinge. Fraglich ist, ob Noah Haller, der nach knapp einer halben Stunde vorzeitig raus (muskuläre Probleme) musste, auflaufen kann.
Abschied aus Villingen
Vor dem Spiel wurden Ex-Torjäger Marcel Sökler (in der Winterpause zum SSV Reutlingen), Fabio Pfeifhofer (SV Seedorf) und Christian Derflinger (TSG Balingen) verabschiedet.
Während Sökler schon sieben Tore für Reutlingen erzielt hat, wollen Pfeifhofer und „Zauberfuß“ Derflinger ihre Zeit in Villingen noch mit dem Pokalsieg krönen.
Die Statistik
FC 08 Villingen: Ehmann – Krieger, Rinaldi (71. Pintidis), Haller (29. Glück) – Hug (65. Albrecht), J. Spät (83. Müller), Tadic (58. Feißt), Derflinger, Staiger, Y. Spät – Pfeifhofer.
Karlsruher SC II: Heering – Dinger, Sihlaroglu (87. Hampp), Engel, Behr (46. Weißer), Zor, Sür (73. Dettling), Distelzweig, Mahle, Bicki (79. Schunck), Manai. Tore: 0:1 Engel (5.), 0:2 Schunck (90.+1).
Schiedsrichter: Patrick Mattern (Neckarau).
Gelbe Karten: Tadic, Glück/-.
Gelb-Rot: Distelzweig (45., KSC).
Zuschauer: 563.