Hervorragend eingestellte Villinger schaffen noch das 2:2. Der VfR fühlte sich in der Nachspielzeit bereits als Regionalliga-Aufsteiger. Doch die Feier ist verschoben.
Oberliga: VfR Aalen – FC 08 Villingen 2:2 (0:1). Was für ein Spiel in der Aalener Centus Arena! Beide Team fuhren gefühlsmäßig eine Achterbahn der Gefühle. Die Aalener konnten sich kurz vor dem Ende der Nachspielzeit schon als Oberliga-Meister fühlen – der VfR Mannheim hatte zeitgleich mit 1:3 gegen Reutlingen verloren – doch starke Nullachter belohnten sich bei der allerletzten Aktion mit dem 2:2 durch Fabio Liserra nach einem Eckball. Nur für zwei Minuten war Aalen vorzeitiger Meister.
Die Ausgangslage
Bei den Villingern gab es – im Vergleich zum vergangenen Heimspiel gegen Göppingen – zwei Veränderungen in der Startelf. Enrico Krieger war nach überstandener Hüftprellung wieder dabei – ebenso begann Fabio Liserra.
Die erste Halbzeit
Hervorragend eingestellte Nullachter legten eine starke erste Halbzeit hin. Villingen operierte insgesamt übers Feld mit drei Ketten, gegen die Aalen zunächst kein spielerisches Mittel fand. Im Gegenteil: Der VfR konnte von Glück reden, bei guten Chancen von Georgios Pintidis (10.) und Matthes Glück (16.) nicht gleich in Rückstand zu geraten.
Erst in der 30. Minute kam der Oberliga-Spitzenreiter aus Aalen erstmals auf die Idee, das Villinger Kettensystem mit Pässen in die Tiefe zu durchbrechen. Der starke VfR-Angreifer Sasa Maksimovic hatte bereits 08-Keeper Andrea Hoxha ausgespielt, rutschte dann aber kurioserweise aus – und traf wenige Minuten später nur den Villinger Pfosten.
In der 43. Minute jubelten die Schwarzwälder über ihre 1:0-Führung. Gian-Luca Feißt hatte sich hervorragend im Aalener Strafraum gedreht und eingeschossen. In der Nachspielzeit hatte Feißt sogar die Möglichkeit draufzulegen.
Die zweite Halbzeit
Im zweiten Durchgang blieb die Partie attraktiv und wurde immer spannender. Der FC 08 knüpfte an seine starke Leistung aus der ersten Halbzeit nahtlos an. Kevin Müller (52.) hätte einen Konter fast zum 2:0 abgeschlossen. Jonas Busam scheiterte mit einem Freistoß (65.) an der Aalener Latte. Das gleiche Pech hatte auf der Gegenseite der eingewechselte Aalener Stefan Wächter. Zuvor war beim FC 08 der wiedergenesene Christian Derflinger für Matthes Glück ins Spiel gekommen.
FC 08 zerstört noch die Meisterparty
Der Spitzenreiter schnürte zwar Villingen in der Schlussphase ein, doch die Gästeakteure um einen starken Andrea Hoxha verteidigten mit viel Herzblut. Doch in der neunminütigen Nachspielzeit kassierten die Nullachter in der 96. Minute einen Foulelfmeter, den Yunus Kahriman souverän zum 1:1 verwandelte. Als Michael Schaupp in der 98.Minute das 2:1 für Aalen machte, war der VfR für einen kurzen Moment bereits frühzeitiger Meister, denn der VfR Mannheim hatte daheim mit 1:3 gegen Reutlingen verloren.
Aber die Nullachter wurden zum Aalener Partycrasher. Mit der letzten Aktion schloss Fabio Liserra (100.) nach einem Eckball zum 2:2 ab. Hochverdient für den FC 08 – die Meisterfeier der Aalener ist verschoben. Ein Wahnsinn, was in dieser Schlussphase abging!
VfR Aalen: Ott – Hannam (65.Schaupp), Campagna (73. Kienle), Maksimovic (88.Groß), Döringer (65.Kindsvater), Kahriman, Antlitz (34. Wächter), Geyer, Odabas, Melo, Meien.
FC 08 Villingen: Hoxha – Haller (72. Jonathan Spät), Busam, Liserra, Krieger (46. Yannick Spät), Albrecht – Rinaldi, Pintidis – Glück (70.Derflinger), Müller (77. Pfeifhofer), Feißt (87. Staiger).
Tore: 0:1 Feißt (43.), 1:1 Kahriman (90.+6/Foulelfmeter), 2:1 Schaupp (90.+8), 2:2 Liserra ((90.+10).
Schiedsrichter: Roman Reck (Leonberg).
Zuschauer: 2851.
Gelbe Karten: Döringer – Pintidis, Liserra.