Warum die Villinger damals beim Titelgewinn in der Schwarzwald-Bodensee-Liga und in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga so zittern mussten. Klaus Winterhalder war der Mann für die wichtigen Tore.
Der FC 08 Villingen steht mittendrin im spannenden Oberliga-Titelrennen. Setzt sich der Vierkampf – mit der SG Sonnenhof Großaspach, dem 1. Göppinger SV und dem 1.CfR Pforzheim – so fort, dann fällt wohl erst die Entscheidung am letzten Spieltag. Am 1. Juni gastieren die Pforzheimer noch im Friedengrund. Sollte es für die Nullachter perfekt laufen, wäre die Meisterschaft und der Aufstieg in die Regionalliga dann perfekt.
„Regionalliga“ ist das Zauberwort, das viele ältere 08-Fans immer noch prägt. In diesem Zusammenhang werden dann Erinnerungen an die spektakuläre Saison 1965/66 wieder wach. Damals startete der FC 08 Villingen mit vielen Hoffnungen, aber eher enttäuschend, in die Saison in der Schwarzwald-Bodensee-Liga, der damals dritthöchsten Spielklasse.
Die Saison in der Schwarzwald-Bodensee-Liga
Villingens Trainer Hans Neumeier stand rund um Kapitän Robert Nies (25 Jahre damals alt) eigentlich eine gute Mischung aus Routiniers wie Torwart Fritz Weber (35), Heinz Kerner (30) und Bernhard Kunzendorf (28) – sowie sehr jungen ehrgeizigen Spielern zur Verfügung. Zu den Talenten beim FC 08 zählten in jener Saison Torwart Karl Armbrust (18) und Jürgen Rauss (19) – sowie der vom FC Schonach gekommene Harry Griesbeck. Doch nach drei Spieltagen grüßten die Nullachter erst einmal vom Ende der Tabelle.
Die junge Mannschaft mit den torgefährlichen Klaus Winterhalder und Gerd Büker, der noch heute fast jede 08-Partie im Friedengrund verfolgt, steigerte sich jedoch von Spiel zu Spiel. Im Februar 1966 gelang dem FC 08 mit einem 5:0-Sieg gegen den FC Singen 04 der Sprung an die Tabellenspitze. Am Ende benötigte die Mannschaft aus den beiden letzten Begegnungen – beim FC Wangen und beim FC 08 Tuttlingen noch zwei Punkte (Zweipunkte-Regel), um die Meisterschaft vor dem FV Ebingen unter Dach und Fach zu bringen.
Die Titelentscheidung in Tuttlingen
Beim FC Wangen setzte es aber für die Villinger eine unerwartete 0:1-Niederlage. Jetzt musste in der letzten Rundenpartie der Schwarzwald-Bodensee-Liga in Tuttlingen auf jeden Fall noch ein Sieg her, um die Meisterschaft zu feiern.
Am Ende einer hartgeführten Zitterpartie behielt die Neumeier-Elf mit 3:2 hauchdünn die Oberhand. Für die über 1000 mitgereisten Fans gab es dann kein Halten mehr.
Die Aufstiegsrunde zur Regionalliga
Die anschließende Aufstiegsrunde zur Regionalliga Süd verlief genauso dramatisch. Im letzten und alles entscheidenden Spiel am 12. Juni 1966 gegen Normannia Gmünd gelang durch einen Winterhalder-Treffer kurz vor Schluss ein 2:2. Damit war der FC 08 Erster der Aufstiegsrunde und schaffte den sensationellen Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse. Es war damals der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte.
Jetzt hofft der Traditionsverein – 28 Jahre später – auf einen ähnlichen Coup.