Kassel jubelt, 08-Torwart Marius Kaiser und Verteidiger Jonas Brändle ärgern sich. Foto: Marc Eich

Die Messe ist wohl endgültig gelesen. Nach dem 2:4 im Regionalliga-Kellerduell gegen den KSV Hessen Kassel spricht alles dafür, dass es für den FC 08 Villingen in der kommenden Runde 2025/26 in der Oberliga BW weitergeht. Der Platzverweis für Fabio Liserra sorgt für heftige Diskussionen.

Kurz nach 16 Uhr auf dem für die Jahreszeit echt gut bespielbaren Rasen der MS Technologie-Arena: Die Nullachter bilden den obligatorischen Spielerkreis, wissen aber, dass das Kapitel Regionalliga Südwest wohl nach nur einem Jahr wieder zugeschlagen wird.

 

Dass die leisen Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Samstag der Vergangenheit angehören, lag auch an Fifa-Schiedsrichterin Karolina Wacker, die 08-Innenverteidiger Fabio Liserra nach 63 Minuten – höchst umstritten – mit der Ampelkarte vom Platz gestellt hatte.

„Das war ganz klar keine Gelb-Rote Karte und die entscheidende Szene. Fabian steht bestimmt drei Meter weg und blockt den Freistoß nicht direkt. Nach dem Platzverweis muss aber auch mehr von uns kommen. Solange rechnerisch der Klassenerhalt noch möglich ist, versuchen wir alles“, meinte 1:1-Torschütze Christian Derflinger nach der 16. Niederlage im 22. Saisonspiel.

Adam Adamos

Adam Adamos, der Coach des abgeschlagenen Tabellenschlusslichts, war sichtlich enttäuscht. Seine erste Analyse: „Die Jungs haben läuferisch und kämpferisch heute alles in die Waagschale geworfen. Das war ein 50:50-Spiel. Beim 0:1-Rückstand haben wir nicht gut in der Box verteidigt. Wir kommen dann stark zurück. Wir wussten, dass die ersten zehn, 15 Minuten in der zweiten Halbzeit sehr spielentscheidend sind. Wir haben dann dagegengehalten. Dann kommt diese Entscheidung (Platzverweis für Liserra, Anm. d. Red.). Ich habe es kurz gerade schon im Video gesehen. Das war eine klare Fehlentscheidung. Aber daran können wir nichts ändern. Wir können auch mit zehn Spielern besser spielen. Wir müssen nach vorne schauen.“

René Klingbeil

René Klingbeil, der Coach des KSV Hessen Kassel, war nach dem perfekten Start ins Jahr 2025, die Nordhessen hatten zum Auftakt bereits Homburg bezwungen, froh: „Wir haben zwei Mannschaften gesehen, die daran glauben. Wir sind gut reingekommen, dann hat Villingen zweimal zugeschlagen. Dann wurde es schon etwas kniffliger. In der Pause ist es schon etwas lauter geworden. Ich wusste, dass wir es drehen können. Der Knackpunkt war schon die Gelb-Rote Karte. Am Ende des Tages bin ich sehr froh, dass wir hier gewinnen konnten.“

So geht es weiter

Für die Nullachter wartet am Freitagabend das Spiel bei Eintracht Frankfurt II, Kassel empfängt am Samstag den FC Gießen zum Hessen-Derby.