Coach Marcel Yahyaijan wollte bei der Generalprobe gegen Singen "noch einmal etwas testen". Georgios Pintidis durfte im Zentrum der Dreierkette ran. Der Villinger Rückkehrer ließ sein großes Potenzial aufblitzen, ist aber noch lange nicht bei 100 Prozent.
61 Minuten lang zeigte der Deutsch-Grieche gegen den ambitionierten Verbandsliga-Aufsteiger zwischen Kapitän Dragan Ovuka und Mauro Chiurazzi sein Können. "Das könnte echt gut passen, wenn wir bei langen Bällen auch noch zu offen waren", geht Pintidis davon aus, dass diese Abstimmungsprobleme bald Geschichte sind. "Ich bin ja auch drei Wochen später ins Training eingestiegen, derzeit erst bei so vielleicht 70 Prozent."
"Hohe Spielintelligenz"
Auch der Villinger Cheftrainer ist fest davon überzeugt, dass der 22-Jährige im Friedengrund zu einer festen Größe werden kann. "Georgios besitzt eine hohe Spielintelligenz und eine sehr gute Technik", freut sich Marcel Yahyaijan, dass der Defensivspezialist für "noch mehr Flexibilität" im Villinger Spiel Sorgen kann.
Vorbilder heißen Xavi und Iniesta
Georgios Pintidis selbst hat an diesem Vormittag nicht Fußball ("Meine großen Vorbilder sind Xavi und Andrés Iniesta") im Sinn, sondern hilft bei seinem Bruder in Schwenningen in dessen Geschäft mit. "Polieren war angesagt", sagt und lacht der Deutsch-Rap-Fan. Apropos Job. Pintidis ist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. "Etwas im kaufmännischen Bereich würde mir gefallen", so der in Titisee-Neustadt geborene Schwarzwälder.
Los geht es beim BSV Schwenningen
Dieser fand erst im Alter von sieben Jahren zum Vereinsfußball. "Beim BSV Schwenningen fing alles an", kam der 22-Jährige in der Folge weit rum. Über den FC 08 Villingen, den FC Schaffhausen und der Fußballschule des SC Freiburg ging es als U16-Akteur ins Internat von Borussia Dortmund. "Wir haben da später mit der U17 um die deutsche Meisterschaft mitgespielt, zudem waren die Derbys gegen Schalke auch in der Jugend brutal emotional", erinnert sich der spielstarke Rückkehrer gerne an die Zeit beim BVB.
Zweitliga-Premiere gegen den HSV
Nächste Station: A-Junioren des FC Ingolstadt. "Dort habe ich einen wichtigen Schritt gemacht", spielte sich "Jorgo", so wird er genannt, in den Blickpunkt der ersten Mannschaft. Am 1. Dezember 2018 war es so weit: Pintidis feierte gegen den Hamburger SV sein Zweitliga-Debüt. "Diesen Augenblick werde ich nie vergessen", verweist er aber auch auf einen zweiten Höhepunkt. "Das war mein Drittliga-Debüt mit Ingolstadt in Kaiserslautern", schwärmt der Hobby-Basketballer, der auch sehr gerne als Sechser im defensiven Mittelfeld die Fäden zieht, vom ersten seiner bisher drei Einsätze in der dritthöchsten Klasse Deutschlands.
Die Rückkehr in den Schwarzwald
Über den damaligen Regionalligisten Großaspach – dort kam er auch aufgrund einer Leisten-OP nicht richtig in Schwung – und erneut Ingolstadt kehrte Georgios Pintidis nun also in die Heimat zurück. "Ich wollte wieder hierher", entschied sich Pintidis auch der großen Ambitionen der Nullachter wegen zu einem Wechsel in den Friedengrund. Mit seinen Stärken ("Ich bin technisch gut ausgebildet, gut im Spielaufbau, liebe Diagonalbälle und den Pass in die Tiefe. Dazu bin ich kopfballstark") will der 22-Jährige seinen Teil dazu beitragen, dass die Villinger in der neuen Oberliga-Saison weit vorne mitspielen.