Mittendrin statt nur dabei und ärgerlich: 08-Spieler Fabio Liserra ließ eine Provokation eines Mannheimer Betreuers nicht stehen, schubste zurück und sah Gelb-Rot. Damit ist der Nullachter für das letzte Saisonheimspiel am Mittwoch gegen den KSC II gesperrt. Foto:  

Zum zweiten Mal in Folge geben die Nullachter gegen ein Top-Team in der Nachspielzeit noch den Sieg her. Die ersten Stimmen nach dem Krimi gegen den Fast-Oberliga-Vizemeister.

Was für ein „Finale“ zwischen dem FC 08 und dem VfR Mannheim (3:3)! Gut spielende Nullachter brachten eine 3:1-Führung doch nicht über die Zeit. Beim FC 08 war man sauer, dass der Unparteiische nach Ansicht der Villinger zu lange nachspielen ließ.

 

Bitter ist für den FC 08, dass es im sechsten Oberliga-Spiel in Folge nicht zum Sieg reichte. Aber die Leistung stimmte – wie in Aalen – erneut. Die Mannheimer sind zu 99,9 Prozent in Richtung Vizemeisterschaft durch. Negativ war, dass es auf dem Platz nach dem Schlusspfiff noch zu Tumulten zwischen Spielern, Funktionären, Betreuern und Zuschauern kam. Die Konsequenz: Gelb-Rot für Fabio Liserra – sogar Rot für den VfR-Sportdirektor Hakan Atik. Die ersten Stimmen aus der MS Technologie Arena.

Matthias Uhing

Der 08-Coach sprach von einem „turbulenten, attraktiven und spektakulären“ Spiel. „Am Ende bin ich aber traurig und ein wenig enttäuscht. Wir haben eine tolle Leistung gezeigt, waren sehr mutig, aber wir geben den Sieg zum zweiten Mal gegen ein Top-Team in der Nachspielzeit noch her. Daraus müssen wir lernen. Gerade im Hinblick auf das Pokalendspiel darf uns so etwas nicht mehr passieren. Wir hätten nach dem 3:1 noch nachlegen können. Für den späten Ausgleich ist jedoch auch die unglaubliche Qualität des Gegners verantwortlich. Mit einigen Minuten Abstand betrachtet, geht das Unentschieden aber insgesamt auch in Ordnung.“

Marcel Abele

Der Mannheimer Coach sprach am Ende von einem „glücklichen, aber nicht unverdienten Punktgewinn. Wir haben gewusst, dass wir hier in Villingen gegen einen Top-Gegner ein dickes Brett bohren müssen. Wir waren in unseren Aktionen in den ersten 20 Minuten nicht sauber genug, haben dann etwas verändert und die zweite Halbzeit dominiert. Ich habe es mir lange überlegt, aber ich sage doch noch etwas zu den Tumulten nach dem Spiel: Diese waren unnötig. Gesellschaftlich gesehen, wäre es gut, dass sich die Zuschauer auch gegenseitig einmal wieder einfangen, wenn es aus dem Ruder läuft. Es kann auch nicht sein, dass ein Ordner nicht deeskalierend, sondern eher das Gegenteil bewirkt.“

Leon Albrecht

Der Villinger Mittelfeldspieler zeigte sich enttäuscht: „Wir müssen diesen Vorsprung einfach über die Zeit bringen. Aber nach dem 2:3-Anschlusstreffer von Mannheim hatten wir wieder wohl die späten Gegentore in Aalen im Kopf. Das machte mit unseren Köpfen schon etwas. Ingesamt haben wir gegen Mannheim aber eine gute Leistung gezeigt.“

Georgios Pintidis

Der 08-Kapitän (interimsweise für Angelo Rinaldi, der komplett geschont wurde) war etwas sauer auf den Schiedsrichter: „Die Nachspielzeit war zu lange. Da gab es vor dem 3:3 auch noch eine strittige Entscheidung. Wir müssen natürlich den Vorsprung am Ende halten, aber die Leistung von uns war gut.“