Nullachter spielen daheim gegen den VfR Mannheim 3:3. Zwei-Tore-Führung reicht am Ende nicht. Bei den Tumulten nach dem Schlusspfiff sieht Fabio Liserra noch Gelb-Rot.
Oberliga: FC 08 Villingen – VfR Mannheim 3:3 (1:1). Der FC 08 hat eine gute Leistung gegen den Tabellenzweiten aus Mannheim gezeigt, doch die Villinger brachten den Zwei-Tore-Vorsprung am Ende nicht über die Zeit. Der VfR ist noch nicht Vizemeister, braucht noch einen Punkt aus den letzten drei Partien.
Tumulte gab es noch nach dem Schlusspfiff auf dem Platz. Auslöser war wohl der überschwängliche Jubel von VfR-Sportdirektor Hakan Atik nach dem 3:3-Ausgleich, was auf manche provokant wirkte. 08-Spieler Fabio Liserra wurde provoziert, revanchierte sich in dem Streit offenbar mit einem Schubser und sah Gelb-Rot. VfR-Sportdirektor Hakan Atik geriet mit einem Mitglied des Sicherheitsdiensts aneinander und bekam sogar Rot.
Schließlich rückten noch Polizeibeamte an, es gab Anzeigen gegen Villinger Zuschauer.
Das alles war jedoch nur Nebensache. Über allem stand ein guter Auftritt des FC 08, der aber nicht mit drei Punkten belohnt wurde.
Die Ausgangslage
Nur auf einer Position hatte 08-Coach Matthias Uhing seine Startformation – im Vergleich zum 2:2 in Aalen – verändert. Im Mittelfeld begann Christian Derflinger für Angelo Rinaldi. Im Aufgebot waren wieder die zuletzt angeschlagenen Nico Hug und Nico Tadic. Ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf das Pokalfinale in zwei Wochen.
Die erste Halbzeit
Tolle Impressionen vor dem Anpfiff: Die Handicap-Talente der Villinger Christy-Brown-Schule waren zu Gast. Beide Teams nahmen sich am Mittelkreis Zeit für ein gemeinsames Erinnerungsfoto.
Um 14.02 Uhr wurde das vorletzte Saison-Heimspiel der Nullachter angepfiffen. Die Mannheimer wollten die Vizemeisterschaft im Friedengrund und damit die Teilnahme an der Regionalliga-Relegation klarmachen.
Doch dafür waren die Gäste gegen ein gut beginnendes, sehr konzentriertes 08-Team in den ersten 30 Minuten zu passiv. Die Villinger setzten in dieser Phase einige Akzente – vor allem auch über die linke Seite mit Noah Haller. Dieser flankte auch in der 19. Minute knallhart in die Mitte, wo der Ball vom Fuß vom Gian-Luca Feißt zum zu diesem Zeitpunkt verdienten 1:0 für die Nullachter ins Mannheimer Tor prallte.
Doch der Tabellenzweite wurde stärker und kam in der 29. Minute zum 1:1-Ausgleich. Nach einem Tiefenpass vollendete VfR-Akteur Pasqual Pander.
In den 15 Minuten vor der Pause verloren die Villinger ihre bis dahin gute Linie, wiesen eine zu hohe Fehlerquote auf. Mit dem Remis ging es in die Pause.
Die zweite Halbzeit
Im zweiten Durchgang war der FC 08 wieder etwas besser drin im Spiel. Feißt setzte (54.) einen Kopfball knapp daneben – vergab in der 60. Minute eine große Chance aus sieben Metern Distanz. In der 64. Minute setzte Derflinger einen 23-Meter-Freistoß an die Latte. Der VfR war nach vorne hin bemüht, aber in diesen Minuten zu ungenau.
In der 75. Minute verzeichneten die Mannheimer einen guten Flachschuss von Jannik Marx, den aber 08-Keeper Andrea Hoxha parierte.
Dann jubelten die Villinger über das 2:1 (78.) . Nach einem Einwurf stand Feißt frei und markierte das 2:1. Nur eine Zeigerumdrehung später war Feißt erneut zur Stelle nach klasse Vorarbeit von Yannick Spät. Aber die Entscheidung war noch nicht gefallen.
Die Mannheimer kamen in der 87. Minute zum 3:2 durch Krüger. Gästeakteur Marx traf in der Nachspielzeit noch die Villinger Latte – in der 94. Minute glich Lennart Thum doch noch zum 3:3 aus. Der VfR ist aber in Sachen Vizemeisterschaft noch nicht durch.
Für protestierende Villinger hatte der Unparteiische zu lange nachspielen lassen.
Statistik
FC 08 Villingen: Hoxha – Haller (72. Hug), Liserra, Busam (82. Pfeifhofer), Albrecht (72. J.Spät) – Krieger, Derflinger (77. Y.Spät, Glück, Pintidis (72. Tadic) – Feißt, Müller.
VfR Mannheim: Nreca-Bisinger – Mißbach, Akoto (23. Krüger), Kuhn, Veselaj (58. Berko), Paraschiv, Marx, Stellwagen, Pander, Sentürk (84. Thum), Kadner (84. Seifert).
Tore: 1:0 Feißt (19.), 1:1 Pander (29.), 2:1 Feißt (78.), 3:1 Feißt (79.), 3:2 Krüger (87.), 3:3 Thum (90.+4). Schiedsrichter: Nico Nemtinow (March).
Zuschauer: 334.
Gelb: Busam, Tadic – Sentürk, Paraschiv