Am Freitagabend (19 Uhr) steht bei der Regionalliga-„Abschiedstour“ des FC 08 noch ein echter Höhepunkt an: Unter Flutlicht geht es in der MS Technologie-Arena gegen den hessischen Traditionsclub FSV Frankfurt. Zwei Nullachter sind gesperrt.
„Abschiedstour“ – mit diesem Wort kann Steffen Breinlinger nichts anfangen. „Für uns ist es einfach ein Regionalliga-Heimspiel, das wir gewinnen wollen“, erwartet der Villinger Trainer gegen den Tabellensechsten aus Hessen einen engagierten und auch erfolgreichen Auftritt des abgeschlagenen Schlusslichts.
Gegen den seit sechs Spielen sieglosen FSV sei es wichtig, „dass wir über die defensive Stabilität kommen“. Dies sei die Voraussetzung für eigene Spielanteile, „die wie brauchen, um erfolgreich zu sein“.
Breinlinger will gegen Frankfurter, die trotz der jüngsten Negativserie punktgleich mit den Stuttgarter Kickers sind, nach zuletzt ordentlichen, aber eben nicht belohnten Auftritten gegen Steinbach (1:3) und am Bieberer Berg in Offenbach (1:3) unbedingt wieder etwas Zählbares auf die Seite bringen.
Die Personalien
Bei den Nullachtern werden die gesperrten Nico Tadic (Platzverweis in Offenbach, drei Spiele Sperre) und Fabio Liserra (fünfte Gelbe Karte) fehlen. Erste Optionen für die beiden Stammspieler könnten Georgios Pintidis und Tim Zölle sein. Angelo Rinaldi (Sprunggelenk) fehlt weiter.
Gut möglich sei, dass Torjäger Marcel Sökler wieder in die Startelf zurückkehrt – vielleicht sogar wieder einmal zusammen mit Karlo Kuranyi stürmt. Der Sohn von Ex-Nationalangreifer Kevin Kuranyi hätte seine Sache nicht nur aufgrund des Tores in Offenbach zuletzt gut gemacht.
Die Torhüter
Unterdessen geht auch Steffen Breinlinger davon aus, dass Goalie Andrea Hoxha, bei dem in Sachen Genesung nach dem Kreuzbandriss alles nach Plan läuft („Ich bin echt zufrieden“), in dieser Runde nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Ein für die Spielberechtigung – Stichwort Versicherungsschutz – entscheidender Gesundheitstest sei erst kurz vor dem Ende der Saison angesetzt.
Marius Kaiser, der insgesamt eine gute Runde spielt, aber jüngst bei Gegentoren nicht immer gut aussah, bekommt die volle Rückendeckung des Coaches. „Wir haben kein Torhüterproblem. Ganz im Gegenteil“, lobt Breinlinger die derzeitige Nummer 1.
Über dem Limit
Der FSV Frankfurt war lange das Überraschungsteam der Liga, durfte bis vor wenigen Wochen sogar vom Aufstieg in die 3. Liga träumen. „Wir haben da am oder sogar über unserem Limit gespielt“, sei – so Coach Tim Görner – der Sprung in die Drittklassigkeit aber auch aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unrealistisch gewesen.
„Wir haben die Erwartungen insgesamt weit übertroffen, das war bisher eine sehr gute Saison“, will der erst 29-Jährige nach sechs Spielen ohne Dreier im Villinger Friedengrund nun aber die Ergebniswende einleiten.
Die Nullachter würden einen attraktiven Fußball spielen. „Oft fehlte einfach die Belohnung“, erwartet der DFB Pro Lizenz-Inhaber am Freitagabend keine leichte Aufgabe für den Tabellensechsten vom Bornheimer Hang.
Zwei Fragezeichen
Ob die zuletzt beim 0:3 gegen Homburg fehlenden Stammkräfte – Torwart Justin Ospelt und Torjäger Cas Peters – im Friedengrund wieder im Kader stehen, sei noch offen. „Am Dienstag steht ja schon das wichtige Halbfinale im Hessen-Pokal gegen den SV Wehen Wiesbaden an“, verweist Görner darauf, „dass es für uns und Villingen ja tabellarisch um nicht mehr viel geht“.
Dies sei aber nicht der Grund, weshalb der FSV nicht schon am Donnerstag in den Schwarzwald („Ich war noch nie in Villingen“) fährt. „Das ist ja auch eine wirtschaftliche Frage. Wir reisen nie einen Tag früher an.“