Die Nullachter um Mokhtar Boulachab (Nummer 26) taten sich in Hausen schwer, doch am Ende zählt im Pokal nur das Weiterkommen. Foto: Eibner/Thomas Hess

BW-Meister gegen Hessen-Champion – am Samstag (14 Uhr) kommt es in der MS Technologie-Arena zum Vergleich zweier Titelträger. Unter Zugzwang steht vor allem der FC 08 Villingen. „Definitiv kann man sagen, dass man Gießen schlagen sollte“, weiß Mario Klotz um die Bedeutung des Aufsteiger-Duells.

REGIONALLIGA

 

Klar – das SBFV-Pokal-Achtelfinale beim Verbandsligisten VfR Hausen (1:0 nach Verlängerung) hatte sich der FC 08 anders vorgestellt. Die 120 Spielminuten stecken den Villingern in den Beinen, wenn der FC Gießen erstmals im Friedengrund seine Visitenkarte abgibt.

„Wir haben die Ruhe bewahrt, uns auf unsere Stärken verlassen“, war Mario Klotz nach dem Siegtreffer des eingewechselten Samet Yilmaz erleichtert, dass der Traum von der Pokal-Titelverteidigung nicht in Hausen frühzeitig platzte.

Ziel: Turnaround

Der 08-Trainer hakt das Cup-Spiel ab – ebenso die Rudelbildungen nach dem Abpfiff auf der Sportanlage an der Möhlin. Volle Konzentration gelte nun dem wichtigen Heimspiel gegen den FC Gießen. „Definitiv kann man sagen, dass man Gießen schlagen sollte“, weiß Klotz um die Bedeutung des Aufsteigerduells.

Nach zwei deutlichen Niederlagen – 0:6 in Homburg und 2:5 nach 2:0-Führung gegen den SC Freiburg II – sollte gegen den Tabellenzwölften der Turnaround her.

Die Baustellen

Dafür müssen sich die Nullachter aber deutlich steigern. „Die Verteidigung im eigenen Sechzehner“, nennt der 39-Jährige eine der jüngsten Schwachstellen. Mut würde die Anfangsphase gegen den SC Freiburg machen.

Leon Albrecht (Nummer 22) und Christian Derflinger (13) am Mittwoch in Hausen. Foto: Eibner/Hess

Da hätten wichtigen Faktoren wie „die Kompaktheit“, „die Disziplin“, „die gezielte Balleroberung“, „die Angriffsgestaltung“ und „die Effektivität bei den Chancen“ gepasst. Allerdings eben nicht über 90 Minuten, was von den Freiburgern eiskalt bestraft wurde.

Die Personalien

Weiter sind zahlreiche Spieler verletzt, dazu plagten sich nicht nur Marcel Sökler und Dominik Emminger zu Beginn der Woche mit Erkältungssymptomen herum. Beide Stürmer bissen aber in Hausen auf die Zähne.

Sicher gegen Gießen fallen Außenverteidiger Jonas Brändle (Zerrung), Innenverteidiger Jonas Busam (Kreuzbandriss) und wohl noch einmal Kapitän Nico Tadic (Sehnenanriss in der Fußsohle) aus. Auch Fabio Liserra (Wade) muss am eher Samstag passen. „Angelo Rinaldi ist im Training umgeknickt und spielte deshalb nicht in Hausen“, ist Klotz aber zuversichtlich, dass der Außenverteidiger wieder seine Kickschuhe anziehen wird.

FC Gießen

Die Mittelhessen werden auf jeden Fall ausgeruht und entspannt den Friedengrund-Rasen betreten. Die Gießener wollen zunächst am Freitag um 10 Uhr im Waldstadion ihr das Abschlusstraining absolvieren und dann mit dem Bus in den Schwarzwald fahren.

Dann wird mit Younes Ebnoutalib auch der beste Torschütze des Tabellenzwölften an Bord sein. Der 20-jährige Mittelstürmer kam vom italienischen Drittligisten AC Perugia Calcio an die Lahn und hat in sieben Spielen – der FC 08 hat bereits acht ausgetragen – schon drei Treffer erzielt.

„Zudem verfügt Gießen mit Dominik Rummel über einen erfahrenen und physisch starken Mittelstürmer. Bei den Standards müssen wir besonders auf 1,95 Meter-Mann Pietro Besso aufpassen“, ist Mario Klotz zudem von Spielertrainer Michael Fink beeindruckt, der mit 42 Jahren weiter eine feste Stütze der Hessen ist.

Das Selbstvertrauen

Dieser hatte sich aber sein Debüt als spielender Chefcoach – nach dem sechsten Spieltag war der langjährige Trainer Daniyel Cimen überraschend zum Regionalliga-Rivalen SG Barockstadt gewechselt – beim 0:2 gegen den FC Homburg etwas anders vorgestellt. „Das Ergebnis hat nicht gepasst, aber mit der zweiten Halbzeit sind wir sehr, sehr zufrieden“, so Fink. Somit blieb es bei neun Zählern, die unter Vorgänger Cimen eingefahren wurden. Auswärts wurden bisher in drei Spielen vier Punkte geholt.

Dafür ist die Defensive mit nur zehn Gegentoren stabil – nur vier Teams kassierten weniger Treffer. „Das fängt vorne an. Außerdem haben wir gezeigt, dass wir in der Regionalliga auch körperlich gut dagegenhalten können“, stellt Fink heraus, dass der FCG aber auf mutigen und offensiven Fußball mit viel Ballbesitz setzen möchte.

Gegen den FC 08 erwartet Fink ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Tagesform entscheide. Fink weiß: „Beide Mannschaften strotzen nicht vor Selbstvertrauen.“ Der FC 08 habe in der Offensive zwar gute Spieler, sei in der Defensive aber anfälliger, was sich auch an den Ergebnissen ablesen lasse.