Als Schiedsrichter Maximilian Lotz (23) nach der vier Minuten langen Nachspielzeit am Samstag um 15:51 Uhr die Villinger Regionalliga-Heimpremiere gegen Trier (0:2) abpfeift, sind drei Dinge klar.
Erstens – der FC 08 hat trotz der unglücklichen 0:2-Niederlage gegen Eintracht Trier, das von einigen Experten als ein Geheimfavorit auf den Titel angesehen wird, wieder gezeigt, dass er in der vierthöchsten Fußballklasse Deutschlands spielerisch, taktisch, läuferisch und kämpferisch mithalten kann.
Zweitens – Fehler werden in der Regionalliga gnadenlos bestraft. Drittens – Trier machte vor, wie sehr es auf die Effektivität ankommt.
Die Effektivität
7:3 Ecken (oft aber ohne Torgefahr), gute Möglichkeiten in der zweiten Hälfte durch Marcel Sökler, Ergi Alihoxha oder Mokhtar Boulachab, dazu Halbchancen für eine 1:0-Führung in den ersten 45 Minuten durch Samet Yilmaz oder Nico Tadic – doch am Ende stand auf der aus 08-Sicht falschen Seite die Null.
„Wir müssen aus diesem Spiel lernen“, weiß Stürmer Marcel Sökler, dass im Fußball am Ende nur die Ergebnisse zählen. „Von ordentlichen Leistungen kann man sich bei einer Niederlage nichts kaufen.“ Die Nullachter hatten also ihre Gelegenheiten nicht genutzt. Das war der eine Grund für die erste Heimniederlage in der „Festung Friedengrund“ seit gut einem Jahr.
Die Fehler
45 Minuten lang ließ eine konzentrierte Villinger Defensive zunächst kaum etwas zu. Einzige Ausnahme: Jannis Held mit einem Lattenknaller aus 23 Metern (8.). „Beim 0:1 hat die Zuordnung nicht gepasst. Gefühlt im nächsten Moment kommt das 0:2. Diese Fehler im Spiel gegen den Ball dürfen nicht passieren“, blickt Mario Klotz auf den am Ende entscheidenden Trierer Doppelpack durch den gerade erst eingewechselten Hokon Sossah (47.) und Sven König (49.).
Viel zu einfach hatten es die Nullachter den Eintracht-Stürmern gemacht, die den freien Raum mit ihrer Klasse ohne große Mühe zu den Treffern des Tages nutzten. Villingens Goalie Andrea Hoxha war bei beiden Gegentoren chancenlos. Positiv: Vom 0:2-Kurzzeitschock erholten sich die Nullachter schnell, drängten auf den Anschlusstreffer. Doch in Sachen Effektivität war die Eintracht eben einfach besser.
Angekommen
„Die Nullachter spielen echt guten Fußball“, meinte ein durchaus beeindruckter Trierer Kollege nach der ersten Halbzeit, in der die Nullachter sogar leichte Vorteile hatten. In der Tat: Villingen suchte immer wieder spielerische Lösungen, wusste im Aufbauspiel zu überzeugen. Doch im letzten Drittel schafften es Ergi Alihoxha, Samet Yilmaz, Ivo Colic und Co. zu selten, Sturmspitze Marcel Sökler einzusetzen.
Kein Wunder, dass Mario Klotz gerade im letzten Spieldrittel Defizite ausmachte. Der letzte (entscheidende) Pass fand einfach noch zu selten einen Abnehmer. Zudem konnten die Villinger aus ihren Freistößen und Ecken kein Kapital schlagen.
„Auf Augenhöhe“
„Das war in meinen Augen ein Spiel auf Augenhöhe. Wenn wir nach dem ärgerlichen 0:1 und 0:2 den Anschluss machen, wird es vielleicht noch ein ganz anderes Spiel. Wir haben aber gesehen, dass wir mithalten können. Die Jungs haben alles gegeben. Wir hätten gegen Trier einen Punkt holen können“, hatte auch der Villinger Finanzvorstand Reinhard Warrle eine passende Analyse parat.
Kein Deckel drauf
Dieser hätte sich durchaus noch ein paar mehr Zuschauer bei der Villinger Heimpremiere gewünscht. 1900 Fußball-Fans wollten die Partie zwischen den beiden Regionalliga-Aufsteigern sehen. Übrigens – diese besorgten sich mit der neuen Cashcard kühle Getränke und heiße Pommes.
Für viele Besucher war es aber überraschend, dass die Deckel von Plastikflaschen einbehalten wurden. Neue Liga, neue Regeln eben.