Auf die Suche nach dem neuen FC 08-Platz war diese Fasnetgruppe der Nullachter, die die damalige Vorstandschaft mit Geschäftsführer Willi Brugger, dem ersten Vorsitzenden Max Poitz mit Fernglas und Vorstandsmitglied Adolf Neff darstellte, beim Umzug Mitte der 1950er Jahre. Foto: Archiv Michael Eich

Die FC 08-Akteure setzten in der Vergangenheit auf kreative Umzugswagen und Kostüme. Historische Fotos und Geschichten zeigen, wie der Verein die Fasnet mit Humor bereicherte.

Bereits Mitte der 1930er-Jahre waren 08-Akteure mit einem Motivwagen beim Umzugin der historischen Innenstadt dabei. Es ging um die „Überwindung der Eierknappheit“.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte ein Foto eine Fußgruppe von 08-Spielern in schwarz-weißen Trikots, mit verschiedenen Sonnenbrillen, Regenschirmen, Hüten und Koffern. Das Motiv wird auf einer Tafel erklärt: „Auf dem Weg zur Stadionweihe 2008.“ Es ging dabei um ein neues Fußballstadion für die Nullachter. Diese trugen zu jener Zeit ihre Spiele auf holprigen Sportplätzen auf dem in die Jahre gekommenen Gelände an der heutigen Sebastian-Kneipp-Straße aus und sehnten sich nach einer neuen Fußball-Arena. Deren Bau sah man jedoch lange als Zukunftstraum für 2008.

Einige Jahre später war Mitte der 1950er-Jahre erneut ein neuer Platz das Motto der FC-08-Gruppe beim Umzug. Zwei Spieler trugen dabei ein großes Banner, auf dem die Frage zu lesen war: „Wo ist der neue FC 08-Platz?“ Davor stellten drei Nullachter das damalige Führungstrio dar. In der Mitte wurde der erste Vorsitzende Max Poitz in einem weißen Sessel geschoben und hatte ein Fernglas dabei, um den neuen 08-Platz zu erspähen. Rechts von ihm lief Geschäftsführer Willi Brugger mit, links Vorstandsmitglied Adolf Neff. Es schien sehr kalt zu sein, da alle Beteiligten – ebenso wie die Zuschauer am Straßenrand – dick eingepackt waren und Handschuhe trugen.

Während der Regionalligazeit wurde dann in der Saison 1971/72 ein Vorkommnis mit Trainer Karl-Heinz Schmal zur Fasnetposse. Bei einem Mannschaftsessen im einstigen Hotel Bären versteckte ein Spieler die von Schmal so geliebte Fellmütze und gab sie nicht mehr heraus. Daraufhin kam es zu einem heftigen Wortwechsel. Dabei bezeichnete Mittelfeldakteur Kurt Kothmann Schmal wohl als „Kasperle“ und drohte ihm Schläge an, wie die Bild-Zeitung berichtete. Fakt war: Die Mütze blieb verschwunden. Kothmann wurde vereinsintern gesperrt, später aber wieder „begnadigt“.

Pelzkappe wird zum Motto an der Fasnet

Während Schmal aus der verschwundenen Pelzkappe eine Staatsaffäre machte, zeigte die Mannschaft Humor. Als kurz vor der Fasnet 1972 die Auswärtspartie beim VfR Heilbronn auf dem Programm stand, veranstalteten einige Spieler und Masseur Sigi Henseleit vor der Abfahrt eine Hutparade und präsentierten sich passend zur „fünften Jahreszeit“ mit ulkigen Kopfbedeckungen. Die ganze Komödie avancierte in Villingen zum Stadtgespräch und war ein Jahr später Motto für eine FC-08-Gruppe beim Umzug der Katzenmusik.

Die „Pelzkappen-Affäre“ um den damaligen FC 08-Regionalligatrainer Karl-Heinz Schmal war 1972 das Motto dieser Umzugstrios der Nullachter mit dem Saba-Dixi. Hoch oben auf der „Trainerbank“ thront im Trikot 08-Akteur Rainer Hollasch (links) mit einem 08-Fan. Am Steuer sitzt der „rasende Reporter“ Herbert Schroff. Foto: Archiv Michael Eich

Dafür stellte der „rasende Reporter“ Herbert Schroff den roten Saba-Dixi zur Verfügung, der etwas umgebaut wurde. Er selbst thronte gemeinsam mit 08-Akteur Rainer Hollasch im hinteren Teil des Fahrzeugs. Dieses war mit einer riesigen Fellmütze auf dem Kühler sowie mit verschiedenen weiteren Kopfbedeckungen dekoriert. „Wer hat die Mütze vom FC-08-Trainer??“ stand als Frage auf einem Plakat zu lesen.

Auch ein makaberer Wagen dabei

Zwei Jahre danach machte ein FC-08-Umzugswagen bei der Fasnet die Wut auf Schiedsrichter Linn aus Altendiez deutlich. Dieser hatte ein Jahr zuvor durch eine höchst umstrittene Elfmeterentscheidung im Aufstiegsspiel beim VfR Mannheim die sofortige Rückkehr der Nullachter in die Regionalliga Süd verhindert. Etwas makaber hing eine Puppe, die Linn darstellen sollte, an einem Galgen, umgeben von 08-Spielern.

Ein paar Jahre später ging es um eine mögliche Fusion mit dem BSV Schwenningen. Auf einem Wagen standen sich BSV- und 08-Akteure im Trikot gegenüber, getrennt durch ein Gitter, das die Fusion verhinderte.