Die Mannschaft des FC 08 Villingen konnte am Dienstagabend endlich wieder trainieren. Foto: Eich

Endlich – auch im Schwarzwald-Baar-Kreis darf wieder trainiert werden. So begrüßte 08-Coach Marcel Yahyaijan am Dienstag seine Spieler zur ersten Einheit nach dem Corona-Lockdown. In anderen Kreisen geht teilweise schon mehr.

Dies liegt an den unterschiedlichen Inzidenzzahlen. So gilt im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald seit dem 28. Mai bereits die Öffnungsstufe 2 der Corona-Maßnahmen. Kontaktarmer Freizeit- und Amateursport in Sportanlagen, -stätten und -studios (1 Person pro 20 m²) innen und außen ist damit möglich. Damit wurde also auch die in der Öffnungsstufe 1 geltende "20-Personenregel" gelockert. Dies freut auch den Landesligisten FC Löffingen, der die seit dem 15. Mai geltende Öffnungsstufe 1 jedoch nicht nutzte. "Das lag auch an der Organisation der notwendigen Tests. Jetzt ist das organisiert", war Coach Jörg Klausmann positiv überrascht, dass zum Trainingsauftakt am Samstag an die 30 Spieler erschienen. "Die Einheiten sind ja noch freiwillig. Erst am 28. Juni geht es offiziell los", wollen sich die Löffinger dann intensiv auf die wohl am Wochenende 7./8. August beginnende Landesliga-Runde vorbereiten.

14. Juni anvisiert

Die DJK Donaueschingen trainiert aktuell noch nicht auf dem Rasen. "Es sind jetzt noch mehr als zehn Wochen bis zum Start der neuen Saison. Da ergibt es ohnehin nicht viel Sinn, jetzt schon voll zu trainieren", sagt Cheftrainer Tim Heine. Man wolle aber "natürlich so schnell wie möglich wieder auf den Platz", so der DJK-Trainer. Er gibt jedoch auch zu bedenken: "Ein richtiges Training ist momentan wegen der Testpflicht in der Praxis schwer umsetzbar. Wir hoffen darauf, dass die Inzidenzzahlen weiter sinken und es weitere Lockerungen geben kann." Außerdem habe der Verbandsligist ohnehin noch keine Freigabe, um ein Mannschaftstraining auf dem Rasen durchführen zu können. Aktuell halten sich Heines Spieler also noch individuell fit. "Ab dem 14. Juni würden wir dann gerne voll in die Vorbereitung auf die neue Saison einsteigen."

Pokalspiel vor der Tür

Auch der FC Bräunlingen fiebert dem Trainingsstart entgegen. Spielertrainer Tevfik Ceylan will seine Mannschaft auf das (hoffentlich) anstehende Bezirkspokal-Spiel gegen den FC Fischbach vorbereiten. Er weiß aber auch, dass es zu Beginn auf die Belastungssteuerung ankommen wird: "Wir müssen uns nach so einer langen Pause langsam an unser bestes Niveau heranarbeiten. Die Jungs haben sich fit gehalten, aber die fußballerischen Basics fehlen natürlich erst einmal."

Für die Problematik der Testpflicht hat der FC Bräunlingen eine geschickte Lösung gefunden: "Jeder Spieler wird individuell getestet – entweder in einem Zentrum oder beim Arbeitgeber – und trägt das Ergebnis dann in eine virtuelle Liste ein. Diese bekomme ich dann per Mail und kann genau sehen, wer zum Training kommen wird – oder kann bei einzelnen Spielern nachhaken. Die 20er-Gruppen-Regelung ist für uns im Moment kein Problem, da wir ohnehin nur 16 oder 17 Mann sind", verrät Ceylan.

Schnelltests

Zurück zum FC Villingen: Neu im 08-Kader sind Erich Sautner (FC Denzlingen), Frederick Bruno (1. FC Rielasingen-Arlen), Danilo Cristilli (zuletzt ohne Verein), Anthony Mbem-Som Nyamsi (Freiburger FC) und Torwart Donaldo Prendi (FC Schaffhausen). Ebenfalls mit dabei waren am Dienstag der neue Co-Trainer Matthias Uhing sowie der neue Torwarttrainer Toni de Pascalis. Mit intensivem Training soll das Team auf die für den 18. Juni vorgesehene SBFV-Pokal-Aufgabe im Viertelfinale gegen den Ligakonkurrenten Rielasingen-Arlen vorbereitet werden. Allerdings müssen die vom Corona-Hygienekonzept vorgegebenen Regeln genauestens beachtet werden. Teammanagerin Larissa Betz hat sich extra schulen lassen, um die notwendigen Schnelltests vor dem Trainingsstart durchführen zu können.

Ohne Busam und Bitterfeld

Noch im Aufbautraining befinden sich die jeweils am Kreuzband operierten Harry Föll und Tim Zölle. Hier rechnet 08-Coach Yahyaijan damit, dass beide bis August wieder voll ins Übungsprogramm einsteigen können. Von den neu verpflichteten Akteuren fehlt derzeit lediglich , Adrian Rama Bitterfeld, der vom FC Winterthur kam, und Jonas Busam. Der ehemalige Juniorennationalspieler ist noch für seinen bisherigen Verein SV Oberachern am Start. Der Villinger Oberliga-Konkurrent ist ebenfalls noch im Pokal vertreten und könnte im Halbfinale in den Friedengrund reisen müssen.

Am Ende der ersten Trainingseinheit zog Chefcoach Marcel Yahyaijan ein positives Fazit: "Man merkt, dass sich das Online-Training und die Läufe gelohnt haben", freute er sich über den guten Fitnesszustand seiner Schützlinge. Doch größere Defizite bestünden nach der über siebenmonatigen Pause im fußballspezifischen Bereich: "Da sind wir weit weg von 100 Prozent."

Mammutsaison

Unterdessen hat der Oberligist seine Dauerkartenbesitzer in einem persönlichen Brief angeschrieben und sich für die Unterstützung während der Pandemie bedankt. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass die Oberliga-Runde 2021/22 eine Mammutsaison mit 20 Mannschaften – und somit 38 Punktspielen – wird. Auch beim FC 08 geht man davon aus, dass die neue Saison "unter normalen Vorzeichen stattfindet". Angesprochen in dem Schreiben werden ebenfalls die geplante Erneuerung des Kunstrasens sowie die Sanierung der Stadiongaststätte. Beide Projekte werden wohl noch in diesem Jahr in Angriff genommen. Zudem ist anstelle des ehemaligen VIP-Zeltes die Errichtung eines großen Kiosks geplant. Die Kassenhäuser am Stadioneingang wurden bereits in die 08-Farben umgestaltet. Weiter wurde die Homepage auf den neuesten Stand gebracht.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: