Die A-Junioren des FC 08 Villingen starten in die neue Oberliga-Saison. Trainer Mustafa Gürbüz spricht über die Jugendarbeit der Nullachter, seine Erwartungen an die „neue“ Mannschaft und über die intensive Vorbereitung.
A-Junioren-Trainer Mustafa Gürbüz ist mächtig stolz, wenn er über die Jugendarbeit des FC 08 Villingen spricht: „16 Spieler, die aktuell in der ersten Mannschaft und in der U21 spielen, kommen aus der eigenen Jugend. Der Verein kann froh über seine gute Jugendarbeit sein“, hofft er, dass der Nachwuchs bei den Nullachtern weiterhin einen hohen Stellenwert haben wird.
Der Trainer dürfte auch wissen, dass der FC 08 nicht zu den finanzstärksten Regionalliga-Vereinen gehört. Eine gute Jugendarbeit scheint für eine sportliche und finanzielle Weiterentwicklung des gesamten Vereins somit beinahe unverzichtbar.
Gürbüz jedenfalls fordert, der Verein solle dem „Projekt Jugend treu bleiben“. Dieses Projekt geht nun in die nächste Runde: Die A-Junioren starten am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den SV Böblingen in die Saison 2024/25.
Die Vorbereitung
„Wir haben dauerhaft durchtrainiert“, berichtet Gürbüz, dass er immer genügend Spieler für ein gutes Training zur Verfügung hatte. Verletzungen blieben aus, woran auch der neue Athletiktrainer und Co-Trainer Kevin Vurusic einen Anteil haben dürfte. Auch Co-Trainer Roman Rudenko ist neu im Gürbüz-Team.
Vom 15. bis 18. August war die Mannschaft in Breisach im Trainingslager. Gürbüz betont die Bedeutung dieser Maßnahme: „Wir haben viele externe Spieler, die von weiter weg herkommen. Dann warten natürlich die Eltern nach dem Training im Auto. Somit hat man wenig Zeit für einander. Im Trainingslager wächst man aber richtig zusammen.“
Im Endspurt der Saisonvorbereitung gehe es sportlich darum, für den „Feinschliff im taktischen Bereich“ zu sorgen. Es sei insbesondere thematisiert worden, wie seine Mannschaft in welchen Bereichen pressen wolle, so Gürbüz.
Viele haben sich bewährt
Qualität ist in der neuen Mannschaft vorhanden: Neun Spieler rücken aus der B-Jugend auf – darunter Kicker wie Melvin Phillip und Nico Kieninger, die im Endspurt der vergangenen Saison bereits für die A-Junioren in der Startelf aufliefen.
Im älteren Jahrgang sind mit Colin Haug und Adrian Klein zwei Spieler, die bereits in der Vorsaison unter Gürbüz meist zum Stammpersonal zählten. Doli Dialundama machte im Saisonendspurt auf sich aufmerksam.
„Die jüngeren Spieler haben sich gut eingelebt. Die Älteren ziehen die Jungs aber auch mit“, betont Gürbüz, dass sich das Team natürlich schon von früher kenne. „Wir haben eine sehr flache Hierarchie, aber wir brauchen eine Hierarchie. Die älteren Spieler sollen den jüngeren Spielern Werte vermitteln, wie ältere Brüder vorangehen. Sie machen das sehr gut.“
Wie wichtig das ist, zeigt der FV Ravensburg. Am Wochenende sollte ein Test zwischen FVR und FC 08 stattfinden. Wegen angeblichen Mobbingproblemen bei den Oberschwaben zog der FVR zurück, wie Gürbüz erzählt.
Zwei sind „neu“
Um solche Vorfälle zu vermeiden, bedarf es unter anderem einer guten Integration neuer Spieler. Zur A-Jugend des FC 08 stießen die Rückkehrer Felix Kieninger (DJK Donaueschingen) und Tyler Schilling (SV Sandhausen) hinzu.
Innenverteidiger Felix Kieninger spielt in der neuen Saison somit in einer Mannschaft mit Bruder Nico. „Er macht seine Sache sehr, sehr gut. Es ist, als wäre er nie weg gewesen“, lobt Gürbüz.
Der Obereschacher Tyler Schilling schaffte es im Nachwuchsleistungszentrum des SV Sandhausen nicht, sich in der U19 durchzusetzen. „Wir planen mit ihm. Er ist sehr diszipliniert und hat ein super Mindset“, erzählt Gürbüz, dass Schilling noch fast alle Mitspieler kennt und sich entsprechend schnell integrieren konnte.
Keine gesetzte Achse, viel Vorfreude
Welche Spieler in der kommenden Saison eine Achse bilden könnten, weiß der Trainer noch nicht: „Im Laufe einer Saison entwickelt sich viel. Manche Spielertypen wachsen zusammen, manche Spielertypen tun sich am Anfang schwer. 40-Prozent-Spieler können im Laufe einer Saison zu Monstern werden, wenn sie ihre Mentalität und ihr Mindset ändern.“
Generell stehe die Entwicklung der Spieler im Vordergrund. „Welchen Schritt kann ein Spieler machen? Wo kann ich einen Spieler platzieren? Wie kann ich Spieler an die U21 und an die erste Mannschaft heranführen? Natürlich wollen wir auch den Klassenerhalt, aber das sind eher die Ziele“, so Gürbüz.
Gibt es noch etwas zu sagen? „Die Vorbereitung war lang. Die Jungs freuen sich, dass es wieder losgeht!“