Gian-Luca Feißt (26) bejubelt den 2:2-Ausgleich. 1:0-Torschütze Fabio Pfeifhofer hatte stark vorlegt, der Pforzheimer Torwart Dominik Ferdek ist frustriert. Foto: Marc Eich

Wieder einmal erleben die 08-Fans gegen Pforzheim verschiedene Gefühle. Villingen führt früh, gerät in Rückstand und erzielt in Unterzahl den Ausgleich – auch dank einem Neuzugang.

Oberliga: „Wir haben in Neckarsulm drei Gegentore kassiert, keines erzielt. Da ist klar, was besser werden muss“, hatte Matthias Uhing seiner Elf für das erste Heimspiel des Jahres gegen den Tabellenzwölften der Oberliga aus Pforzheim einen klaren Auftrag mitgegeben.

 

Seine Schützlinge erfüllten die Vorgaben in der Offensive teilweise, in der Rückwärtsbewegung fehlte vor allem in der ersten Hälfte teilweise die Cleverness, die notwendige Konsequenz und die richtige Staffelung der Spieler. „Da haben wir etwas die Struktur verloren“, weiß der 08-Coach, dass noch viel Arbeit auf ihn wartet.

Der Bruch

Die Villinger Dreierkette – Fabio Liserra, Georgios Pintidis und Jonas Busam – hatte Glück, dass 1. CfR-Stürmer Walter Vegelin nach nur 30 Sekunden das Tor verfehlte. Doch danach übernahmen die Nullachter gegen die Goldstädter über gewonnene Zweikämpfe und schnelles Umschalten das Kommando.

Der gute Fabio Pfeifhofer besorgte mit einem überlegten Kopfball nach starker Flanke von Angelo Rinaldi (9.) den 1:0-Dosenöffner. Danach hätten Nico Tadic (13.) und Kevin Müller (24.) das 2:0 nachlegen können, bevor nach der Verletzung von Gabriel Cristilli („Ich muss mal nachgucken lassen. Immerhin kann ich auftreten“) nach 26 Minuten „die Marschrichtung“, so Matthias Uhing, verloren ging.

Die Konsequenz

Villingen fand in der Folge in der Offensive – das Fehlen des angeschlagenen Taktgebers Christian Derflinger machte sich deutlich bemerkbar – nicht nur kaum mehr statt, sondern ließ den spielstarken Gästen vor allem auf den Flügeln auch nun zu viel Raum. Walter Vegelin (38.) und der 38-jährigen Dominik Salz (43.) mit seinem neunten Saisontreffer bedankten sich für die Freiräume und das nicht konsequente Wegverteidigen.

Der Platzverweis

Pforzheim lag zur Pause mit 2:1 in Führung – und hatte nach gut einer Stunde einen Mann mehr auf dem Feld.

Leon Albrecht (rechts) machte gegen Pforzheim ein gutes Spiel. Foto: Marc Eich

Bei einem eigenen Konter war Nico Tadic zunächst wohl von einem Pforzheimer gehalten worden und hatte diesen dann unsportlich zu Boden gebracht.

„Von der Szene beim Platzverweis für Nico Tadic habe ich nicht wirklich viel gesehen. Die allgemeinen Aussagen waren so, dass was Nico am Ende gemacht, vielleicht schon rotwürdig war. Aber es ist schon zuvor irgendwas passiert, da war Halten und unsportliches Verhalten zu sehen. Wir werden das Video anschauen“, sagte Matthias Uhing.

Der Debütant

Dass die Nullachter in Unterzahl zurückkamen, lag auch an Debütant Nico Hug, der nach 54 Minuten für Enrico Krieger aufs Feld gekommen war. Der Ex-Profi beackerte seine linke Außenbahn, gewann viele Zweikämpfe und bereitete das 2:2 des ebenfalls eingewechselten Gian-Luca Feißt zusammen mit Fabian Pfeifhofer vor.

„Das war keine optimale Flanke. Fabio macht es super am zweiten Pfosten. Dann war die Box super besetzt“, sah Hug nach dem Platzverweis für den Kapitän eine starke Reaktion der stark kämpfenden Villinger, die durch Pfeifhofer (82.) fast noch den Siegestreffer markiert hätten.

Am Ende notierten die 468 Zuschauer in der MS Technologie-Arena nach diesem Wechselbad der Gefühl ein leistungsgerechtes Unentschieden, das beide Teams in der Tabelle nicht viel weiterbringt.

Die Statistik

FC 08 Villingen: Hoxha – Liserra, Pintidis, Busam – Rinaldi, Krieger (54. Hug) – Tadic, Pintidis, Albrecht (90. J. Spät), Cristilli (26. Feißt) – Müller, Pfeifhofer.

1. CfR Pforzheim: Ferdek – Portella, Osmicic, Durmus, Gudzevic, Salz, Schwaiger, Causevic (74. Lulic), Bahm, Raouafi, Vegelin (74. Schick).

Tore: 1:0 Pfeifhofer (9.), 1:1 Vegelin (38.), 1:2 Salz (43.), 2:2 Gian-Luca Feißt (70.).

Schiedsrichter: Tobias Bartschat (Untermünstertal).

Gelbe Karten: Pintidis/Lulic.

Rote Karte: Tadic (62.)/.

Zuschauer: 468.