Was die Erfolgsschlüssel des FC 08 beim Derbysieg gegen den spielerisch guten Oberliga-Aufsteiger Türk. SV Singen waren. Die personelle Flexibilität ist auch eine Stärke.
OBERLIGA Der dritte Sieg in Folge – erst einmal auf Platz fünf in der Oberliga-Tabelle hochgeklettert, den 2:1-Derbyerfolg am Freitagabend gegen den Türk. SV Singen mit einem großen Willen am Ende hart erarbeitet. Der FC 08 befindet sich zwei Wochen vor der Winterpause und nach einem insgesamt wunderbaren Derbyabend im Friedengrund auf einem erfolgreichen Weg.
Drüben in Schwenningen bei den Wild Wings sagen sie von Fall zu Fall: „Wenn es nicht allein übers Spielerische geht, dann ziehen wir eben die Arbeitsschuhe an.“ Exakt so ist es dem Villinger Team am Freitag gegen Singen – nach einer 2:1-Führung – in der zweiten Halbzeit ergangen.
Richtig unter Druck
Nur ein paar Szenen, die verdeutlichen, wie groß der Druck des Aufsteigers zu diesem Zeitpunkt geworden war: In der 68. Minute landete ein Kopfball von Ali Yilmaz am Villinger Pfosten. Wenig später klärte der starke Andrea Hoxha eine Chance der Gäste auf der Linie.
Die größte Hammerszene lief aber in der 80. Minute: Die Singener hatten den Torschrei schon auf den Lippen, weil Oumar Coulibaly sechs Meter vor dem 08-Tor freistehend einschussbereit war. Doch was passierte? Der Pechvogel rutschte aus, so, als hätte er auf dem feuchten Rasen Turnschuhe an. Hatte er natürlich nicht.
In der Nachspielzeit wurde das mögliche 2:2 der Gäste (Ege Öztürk hatte das Tor erzielt) aufgrund einer Abseitsstellung zurückgenommen. Bestimmt zehn Mal hatte irgendein Villinger Spieler in den letzten 30 Minuten – großartig – Schüsse von Abdou Mboob und Co. geblockt.
Um 20.55 Uhr war für die Villinger Mannschaft der Stress vorbei. „Derbysieger, Derbysieger“ sangen die Spieler tanzend im Kreis.
Steffen Breinlinger
Der Villinger Trainer stufte diese zweite Halbzeit seiner Mannschaft, die dem Druck bis ans Limit standhalten musste, als besonders „wertvoll“ bei seinen Erkenntnissen ein: „Es geht nicht immer nur um schönen Fußball, sondern auch um sehr harte Arbeit. Die Jungs haben heute gezeigt, dass sie sehr gut mit so einer Stressphase umgehen können. Ich habe einen großen Willen und eine große Leidenschaft bei uns gesehen, diese 2:1-Führung unbedingt bis zum Ende zu verteidigen. Dies ist für uns ein ganz wichtiger und positiver Aspekt, auch für die kommende Zeit. Wir hatten Singen mit seiner Offensiv-Qualität nach dem 2:1 so in der zweiten Halbzeit auch erwartet.“
Was Steffen Breinlinger ein wenig kritisierte? „Singen hatte, nicht unerwartet für uns, nach der Pause auf 4-4-2 umgestellt. Im Training davor hatten wir darüber gesprochen, wie wir uns dann in diesem Fall darauf einstellen müssen. Dies hat aber nicht ganz so gut geklappt. Auch deshalb wurde der Druck dann so groß.“
Personelle Wechselspiele
Was noch bei den Villingern in diesen erfolgreichen Wochen beeindruckt, ist, dass sie personell sehr flexibel geworden sind. Ein Beispiel: Gabriel Cristilli agierte vor einer Woche beim 4:0-Sieg in Karlsruhe noch erfolgreich auf der „Sechs“. Weil aber zum Derby der zuletzt gesperrte Georgios Pintidis wieder bereitstand, rückte Cristilli, er sorgte für das 1:0 gegen Singen, ins offensive Mittelfeld vor.
Ein spannender Aufsteiger
Zu diesem tollen Derbyabend trug aber Türk. SV Singen einen großen Anteil bei. Der Aufsteiger ist ein großes, belebendes Element für die Oberliga und hat mit Ali Günes („Wir haben eine sehr gute Entwicklung geschafft“) exakt den passenden Trainer.