Bei der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Mühlenbach wurde Bilanz gezogen. Vergangenes Jahr wurden umgerechnet 550 Lkw-Ladungen an Holz eingeschlagen.
Beim „Bachwirt“ war am Montag kaum ein Platz frei. Thomas Becherer hatte zur Hauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) eingeladen. Besonders positiv sah Becherer den Anteil an jungen Forstwirten, die an der Waldbewirtschaftung Interesse zeigten.
In seinem Rückblick erklärte er: „Über 16 000 Festmeter Rundholz, das entspricht etwa 550 Lkw-Ladungen, wurden eingeschlagen. Die Vermarktung erfolgte über die Verträge der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald eG (FVS), überwiegend an regionale Kunden.“
Überaus erfreulich seien die derzeit stabilen Märkte, womit sein Dank an FVS-Vorstand Joachim Prinzbach, aber auch an Revierleiter Nicolai Doll ging. Die Preise, gemessen an der allgemeinen wirtschaftlichen Situation, seien ordentlich, aber weiter ausbaufähig, zeigte sich Becherer optimistisch. Mit Blick auf die Kalamität befand er: „Wir sind gut über die Runden gekommen, lediglich im Stollengrund und im Büchern hatten wir kleine Käferschäden.“
Preise „ordentlich, aber weiter ausbaufähig“
Auch im Bereich der Fortbildung war die FBG aktiv und bot wieder einen Motorsägenkurs an. Darüber hinaus wurden Sammelbestellungen abgewickelt, Maschineneinsätze koordiniert und Waldwege instand gehalten.
Über die aktuellen Möglichkeiten im Bereich der Waldbewirtschaftung und der Holzvermarktung berichtete Joachim Prinzbach. Die FVS hat sehr aufnahmefähige Verträge mit Laufzeiten bis in den Sommer abgeschlossen. Den Forstbetrieben, die partizipieren wollen, empfahl er, kontinuierlich Rundholz bereitzustellen. Daneben biete es sich an, gerade vor dem Hintergrund der zusätzlichen Möglichkeit im Starkholz, Vorräte abzubauen und die Bestände zu verjüngen.
Lag das Leitsortiment für Fichte vor fünf, sechs Jahren noch bei 65 bis 70 Euro pro Festmeter, so werden derzeit 130 bis 136 Euro pro Festmeter erlöst. Mit der vermarkteten Menge von exakt 16 600 Festmetern wurden 1,44 Millionen Euro erzielt, was im Schnitt über alle Sortimente rekordverdächtige 86,29 Euro pro Festmeter bedeutete.
Für Prinzbach ist Mühlenbach die Lokomotive im Kinzigtäler Privatwald. Von den regionalen Kunden im Bereich Langholz Fichte/Tanne ragt das Sägewerk Streit deutlich heraus und wurde mit 6560 Festmetern beliefert. An zweiter Stelle folgt das Sägewerk Keller in Achern mit 1650 Festmetern. Das neue Sägewerk Ante Holz in Friedenweiler-Rötenbach erhielt 900 Festmeter.
Erfreulich sei auch die Reduzierung der Abschläge, die jetzt nicht mehr so ins Gewicht fallen würden und worüber sich die Waldbesitzer immer geärgert hätten.
Bürgermeisterstellvertreter Klaus Armbruster leitete die Wahlen. Zuvor wies er auf die Bedeutung von Land- und Forstwirtschaft für die Strukturen im ländlichen Raum hin. Armbruster bedankte sich abschließend für die Arbeit und das Engagement der FBG.
Bei den Wahlen wurden alle Amtsträger in ihren Ämtern bestätigt. Thomas Becherer ist Vorsitzender, Josef Neumaier Stellvertreter und Daniel Uhl sowie Michael Hoch Beisitzer der Forstbetriebsgemeinschaft Mühlenbach.
Referate
Revierleiter Nicolai Doll vewies in seinem Referat auf die Laubholznutzung. Auch dort sei nur ein geringer Käferbefall zu verzeichnen. Er empfahl, Eschen, die jetzt noch überall Laub hätten, zu nutzen, „es wäre schade, wenn man sie zu einem späteren Zeitpunkt aufspalten müsste“. Den Waldbesitzern gab er zudem die Empfehlung, ihn rechtzeitig zu kontaktieren, um den geplanten Hieb zu kennzeichnen. Von Mario Herz, Leiter des Forstbezirks Wolfach, erfuhren die Waldbesitzer etwas über Verkehrssicherung im Privatwald. „Endlich wurde im Regelung-Bereinigungsgesetz mit Änderung im Dezember 2025 einiges entschärft, was die Haftung der Forstbesitzer für Schäden betrifft“, fasste Herz zusammen. Das Betreten des Waldes erfolge auf eigene Gefahr, doch jeder habe das Recht dazu. So müsse für waldtypische Gefahren nicht mehr gehaftet werden. Auch Bänke könnten wieder stehenbleiben. Herz informierte zudem über Kontrollpflichten, etwa richtige Absperrungen beim Hieb.