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Faustball TSV Calw und TV Waldrennach steigen ab

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Lukas Gruner am Boden zerstört: Der TSV Calw muss den bitteren Bundesliga-Abstieg erst noch verdauen. Foto: Kraushaar

Eine seltsame Mischung aus Trauer und Freude lag in der Luft: Gerade hatten die Bundesliga-Faustballer des TSV Calw das Lokalderby gegen den TV Waldrennach gewonnen – und erfahren, dass sie trotzdem absteigen, gemeinsam mit den "Waldis". Der TV Unterhaug­stett hat den Klassenerhalt hingegen geschafft.

TV Unterhaugstett – TV Schweinfurt-Oberndorf 5:2 (11:9, 7:11, 11:7, 11:6, 11:4, 6:11, 11:6). Auf den letzten Metern hat sich der TV Unterhaugstett in der Faustball-Bundesliga der Männer retten können. Allerdings machte es der Tabellensechste, der sich in der Liebenzeller Halle das Fernduell gegen den TSV Calw und TV Waldrennach zur selben Uhrzeit lieferte, anfangs sehr spannend. Nur knapp gewann der TVU den ersten Satz mit 11:9 und musste im zweiten Satz prompt den Ausgleich hinnehmen. Dann aber setzten sich die Gastgeber souverän mit 11:7, 11:6 und 11:4 durch. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, selbst wenn die Unterhaug­stetter diese 4:1-Führung gegen den TV Schweinfurt-Oberndorf noch aus der Hand geben sollten und gleichzeitig der TSV Calw gegen den TV Waldrennach gewinnt, ist er über das Satzverhältnis nicht mehr einholbar und der Bundesliga-Klassenerhalt damit in trockenen Tüchern. Die 6:11-Niederlage im sechsten Satz tat dem TVU also nicht mehr weh, zumal er den Matchball im siebten Satz zum 11:6 verwandelte.

TSV Calw – TV Waldrennach 5:3 (8:11, 11:7, 9:11, 11:8, 3:11, 11:6, 11:7, 11:7). Sechs übrig gebliebene Mohikaner auf Seiten des TSV Calw standen sich beim Warmmachen gleich zehn Waldrennachern gegenüber. Und auf der prall gefüllten Tribüne der Calwer Walter-Lindner-Halle ein Rekordbesuch von weit über 200 Zuschauern – darunter auch die U18-Frauenteams aus Görlitz und Glauchau, die zuvor an der süddeutschen Jugend-Meisterschaft teilnahmen. Die wurde nicht enttäuscht, denn es entwickelte sich schnell ein spannendes Derby auf hohem Niveau.

Der TSV Calw begann mit der Aufstellung, die vor zwei Wochen dem TV Vaihingen an der Enz beim 3:5 einen harten Fight lieferte und zuletzt beim Tabellenvierten FBC Offenburg 5:2 gewann: Raphael Schlattinger und Philipp Kübler am Schlag, Nick Stoll im Zuspiel und Lukas Gruner und Heiko Bestle in der Abwehr. Die seit Wochen verletzten Bernd Bodler und Mathias Zierer saßen einmal mehr nur auf der Tribüne. Der TVW setzte auf den Paradeangriff mit Markus Kraut und Jeremy Wuhrer, dahinter Kai und Niklas Ehrhardt sowie Oliver Kraut. Und die Gäste legten los wie die Feuerwehr: 1:4 stand es schnell, dann kamen die Calwer ins Spiel und gingen bei 6:5 erstmals in Führung. Doch Wuhrer und Markus Kraut wurden gut in Szene gesetzt und punkteten fleißig: 8:11 – die Führung für Waldrennach.

Ein ähnliches Bild, nur umgekehrt, bot sich nach dem Seitenwechsel. Diesmal ging Calw in Führung, zog über 5:1 auf 8:3 davon und glich mit einem sicheren 11:7 aus. Danach schien es, als ob die Hausherren die Siegformel gefunden hätten. Philipp Kübler punktete sogar bei Blocksituationen, sein Team lag 6:2 vorne. Doch nach einer Auszeit kamen die Gäste zurück, holten Punkt für Punkt auf. Jeremy Wuhrer sorgte mit einer kurzen Angabe für Jubel bei seinen Kameraden (9:11).

Den aufregendsten Durchgang seit langem erlebte das Publikum im Anschluss. Waldrennach setzte jetzt auf Abwehr-Crack Carsten Scheerer (für Niklas Ehrhardt) – und lag nach wenigen Minuten mit 5:0 in Führung. Danach die vielleicht spielentscheidende Szene: Ein spektakulärer langer Ballwechsel mit etlichen Blocksituationen und Abwehrparaden wurde von Raphael Schlattinger zugunsten der Calwer abgeschlossen. Ein Ballgewinn, der wie eine Befreiung wirkte. In der Folge sahen die Zuschauer gleich mehrere Aktionen der Marke Weltklasse auf beiden Seiten und ein Spiel mit offenem Visier. Bei 8:8 rettete Nick Stoll einen eigentlich unerreichbaren Ball für die Calwer, die nun dreimal in Folge punkteten und zum 2:2 nach Sätzen ausglichen.

Aber nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel: Die Calwer Abwehr mit Gruner, Bestle und Stoll stand gut, doch das Zuspiel passte nicht. Schlattinger konnte sich nicht in Szene setzen. Auf der anderen Seite drehte Markus Kraut auf und führte seine Waldrennacher zum klaren Satzsieg (3:11) und zur neuerlichen Führung (2:3 Sätze). Und wieder schaffte Calw den Ausgleich. Bei 6:4-Führung versuchten die Waldrennacher mit der Einwechslung von Simon Keck für Wuhrer und von Martin Neuweiler für Kai Ehrhardt, das Ding zu drehen. Vergeblich. Erneut gewann die von der Tribüne aus gesehen rechte Feldseite.

Das änderte sich nach der zweiten Zehn-Minuten-Pause. Der TSV Calw erkämpfte sich den besseren Start, während bei den "Waldis" nicht viel zusammenlief. 7:1 führten die Heimischen, ehe der Gast noch etwas Ergebniskosmetik betrieb. Und auch danach bestimmte nun der TSV das Geschehen. "Dozi" Schlattinger drehte auf wie zu seinen Zeiten vor der langen Verletzung, während die Gäste-Angreifer sich nicht in Szene setzen konnten. TSV-Allrounder Kübler konnte sich ebenso auszeichnen wie die spielfreudige Abwehrreihe. Mit einem langen Ass setzte Schlattinger den Schlusspunkt.

Thomas Stoll, Trainer TSV Calw: "Wir sind mit den Bällen der Waldrennacher auf der linken Feldseite beim Zuspiel einfach nicht zurechtgekommen. Wir haben dann auf Zuspiel mit Drall umgestellt, das hat geklappt. Glückwunsch nach Unterhaugstett zum Klassenerhalt! Für uns ist der Sieg ein versöhnliches Erlebnis, ich bin glücklich über diese Leistung. Sie zeigt, was in dieser Saison ohne unser Verletzungspech möglich gewesen wäre."

Philipp Kübler, TSV Calw: "Wir sind nicht traurig über den Abstieg, denn das war ja schon zuvor fast klar. Jetzt haben wir zwei Siege in Folge gefeiert, das baut uns auf. Jetzt wollen wir mit einem Sieg nächsten Samstag gegen TV Oberndorf den TV Waldrennach in der Tabelle hinter uns lassen."

Oliver Kraut, TV Waldrennach: "Das war ein hochklassiges Spiel mit sehr guten Aktionen, vor einer tollen Kulisse. Wir wussten, dass im Fernduell der TV Unterhaugstett gute Karten hat, uns in die zweite Bundesliga zu schicken. Aber wir wollten gewinnen, das waren wir uns und unseren Zuschauern nach dieser Saison schuldig. Schade, dass es nicht geklappt hat. Wir wechselten Jeremy Wuhrer aus, weil er Wadenprobleme hatte. Carsten Scheerer sollte Sicherheit in die Abwehr bringen."

Kai Ehrhardt, TV Waldrennach: "Wir haben in dieser Saison einige gute Spiele absolviert und uns sicherlich auch weiterentwickelt, aber in den entscheidenden Momenten hat uns die nötige Entschlossenheit und Abgeklärtheit gefehlt, um insbesondere in den Abstiegsduellen gegen Unterhaugstett und Calw erfolgreich zu sein."

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