Nico Stoll ist eine wichtige Stütze der Calwer Mannschaft. Foto: Wasserbauer

Faustball: Vier Mannschaften kämpfen um Aufstieg in Bundesliga. Calwer Löwen sind sind Favoriten.  

Der TSV Calw geht als großer Favorit in die Spiele um den Aufstieg in die erste Bundesliga. Die Begegnungen trägt der TSV zwar aus, die eigentlich Halle der Heimspiele, die Walter-Lindner-Halle, ist aber belegt. Die Calwer Löwen weichen deshalb nach Stammheim aus. Wir haben uns mit Trainer Thomas Stoll über den halben Heimvorteil, die Form der Mannschaft und die Gegner unterhalten.

Der TSV Calw ist Gastgeber, aber die heimische Halle ist nicht frei. Deshalb geht’s nach Stammheim - ein Nachteil?

Wir sind froh, dass wir zuhause spielen können. Die Unterstützung durch die eigenen Zuschauer verschafft uns einen großen Vorteil. Natürlich hätten wir gerne in unserer Walter-Lindner-Halle gespielt. Auf der anderen Seite ist es aber so: Wäre die Aufstiegsrunde auswärts gespielt worden, hätten wir uns auch auf die dortigen Gegebenheiten einstellen müssen.

Sind die Spieler alle fit?

Ja, soweit ist alles in Ordnung. Wir werden mit unserem Kader dieser Hallenrunde antreten: Raphael Schlattinger, Nico Stoll und Dennis Gruber am Schlag, dazu Lukas Gruner, Nick Stoll, Mathias Zierer, Marco Stoll und Leandro Schmidberger. Raphael klagte die vergangenen Tage etwas über Ellbogenprobleme, ist aber einsatzbereit.

Was ist mit Philipp Kübler - die wichtige Abwehrstütze fehlt schon die ganze Hallenrunde?

Philipp hatte letzte Woche nach einer Schulter-OP eine Nachuntersuchung in Rottenburg. Ich gehe davon aus, dass er zur Vorbereitung auf die Feldsaison ab Mai wieder mit von der Partie ist.

Wie hat sich das Team vorbereitet?

Wir haben unser normales Trainingsprogramm abgespult. Vergangene Woche konnten wir mit den Handballern die Hallen tauschen und somit eine Trainingseinheit in Stammheim absolvieren. Dadurch ist die Stammheimer Halle auch kein komplettes Neuland mehr für uns.

Bei Aufstiegsspielen ist schon mancher Favorit an den eigenen Nerven gescheitert - Stichwort: Tagesform. Wie gehen die "Calwer Löwen" das Turnier an?

Wir haben Respekt vor unseren Gegnern. Allerdings kennen meine Spieler die Situation, Favorit zu sein, bereits aus allen Punktspielen in der 2. Bundesliga. Wir haben genügend Erfahrung, auch vor großer Kulisse und in engen Situationen die Nerven zu bewahren. Wichtig ist auch Rückschläge wie zum Beispiel einen Satz- oder sogar Spielverlust wegzustecken. Wer das kann, der hat beste Chancen auf den Aufstieg. Die Fähigkeit, auch schwächere Phasen zu überstehen ist extrem wichtig. Wir hatten diese Situationen schon zwei Mal in der Vergangenheit: Bei beiden Aufstiegsrunden hatten wir jeweils das erste Spiel verloren, konnten uns dann aber steigern und sind dann ja auch in der Halle wie im Feld aufgestiegen.

Zum Auftakt am Samstag geht’s gleich gegen den TV Augsburg - der schwerste Gegner?

Das ist ein schwieriger und unberechenbarer Gegner. Wer dieses Spiel gewinnt, hat sehr gute Aufstiegschancen. Das wissen auch die Augsburger – eine junge Mannschaft, die auf allen Positionen gut besetzt ist. Wir müssen aufpassen, dass sie nicht über sich hinauswachsen, dann sind sie richtig gefährlich. Zuletzt konnten wir in Augsburg klar gewinnen. Daran müssen wir anknüpfen.

Wie sind die Gäste aus Oppau und Karlsdorf einzuschätzen?

Ich muss gestehen, dass ich beide Mannschaften nicht wirklich kenne. Bei TB Oppau ist mir nur Trainer Matthias Bog bekannt. Er ist sehr ehrgeizig und sein Team wird das sicher auch sein. Die rechnen sich für die Aufstiegsrunde sicher etwas aus. In beiden Fällen ist für uns Vorsicht geboten.

Info: Aufstiegsspiel in Stammheim

Spannung garantiert: Am morgigen Samstag kämpfen vier Mannschaften um den Aufstieg in die Bundesliga - darunter der Gastgeber TSV Calw. Das Turnier findet in der Gemeindehalle in Stammheim statt, Beginn ist um 14 Uhr.

Jeweils zwei Vereine aus den Staffeln Süd und West der 2. Bundesliga haben sich für den Saison-Höhepunkt qualifiziert. Jeder spielt gegen jeden, am Ende werden zwei Teilnehmer jubeln und zwei leer ausgehen. Als Favoriten gehen die Süd-Vertreter ins Rennen. Allen voran der TSV Calw, der die reguläre Hallenrunde mit 30:2 Punkten abschloss - aber die einzige Niederlage ausgerechnet gegen den TV Augsburg einstecken musste. Diese beiden Rivalen eröffnen im direkten Vergleich das Turnier mit sechs Begegnungen.

Es geht Schlag auf Schlag, denn direkt im Anschluss treffen die West-Vereine TB Oppau und TSV Karlsdorf aufeinander. Die Ludwigshafener aus dem Ortsteil Oppau dürfen sich als West-Erster sicherlich Chancen ausrechnen. Die Karlsdorfer rückten als Dritte nach, da die TSG Tiefenthal auf ihren Startplatz verzichtete, und sind eher Außenseiter. Aber Vorsicht: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Aufstiegsturniere ihre "eigenen Gesetze" haben, denn hier zählt im wahrsten Sinne allein die Tagesform.

Dennoch: Die Calwer Löwen wollen sich nach dem unglücklichen Vorjahres-Abstieg - auch begründet in großem Verletzungspech – nach einer sehr überzeugenden Saison im Unterhaus nun wieder in die 1. Bundesliga Süd zurückkehren. "Wir sind bereit", sagt Trainer Thomas Stoll. Das Publikum in der Gemeindehalle in Calw-Stammheim darf sich auf heiße Kämpfe um jeden Ballgewinn, jeden Satz und jeden Sieg freuen.

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