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Faustball Nach klarer Führung geht plötzlich nichts mehr

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Selbst nach vier in Serie verloren gegangenen Sätzen glaubte die Calwer Mannschaft noch an den Sieg. Foto: Stark Foto: Schwarzwälder Bote

Hervorragende Bedingungen, viele Zuschauer, neun Sätze Spitzensport und eine klare 3:0-Führung: Der letzte Spieltag der Faustball-Bundesliga Süd hätte so schön sein können für den TSV Calw.

Dann kam ein Leistungsknick, und der Gegner aus Schweinfurt drehte das Spiel.

TSV Calw – TV Schweinfurt-Oberndorf 4:5 (11:6, 13:11, 11:6, 5:11, 1:11, 9:11, 10:12, 11:7, 4:11). Die Voraussetzungen, um mit einem Sieg den zweiten Tabellenplatz zu sichern, waren schon vor Spielbeginn gut, denn bei den Schweinfurtern fehlte der Zwei-Meter-Angreifer Oliver Bauer.

Die "Löwen" kamen vor den Augen von Bundestrainer Olaf Neuendorf in Bestbesetzung auf den Platz – mit Raphael Schlattinger, Dennis Gruber (Angriff), Philipp Kübler (Zuspiel), Lukas Gruner und Nick Stoll (Abwehr) – und gaben Vollgas. Die Abwehr hatte kaum Probleme mit den wenig druckvollen Angriffen des TV Oberndorf, Schlattinger punktete fast nach Belieben: mal hart, mal ganz zart.

Bundestrainer Olaf Neuendorf in Calw vor Ort

Sicher mit 11:6 Punkte ging der erste Durchgang an die Hessestädter, 6:2 führten sie im zweiten Satz. Dann stellten die Gäste um: Fabian Sagstetter (28), der wohl kompletteste Faustballer weltweit, Kapitän der Nationalmannschaft mit 75 Länderspielen, Welt-, Europameister, World Games-Sieger, verlegte seinen Regisseursplatz von der defensiven Mitte nach vorn. Seine zentrale Position übernahm von nun an der an diesem Tag überragende Jaro Jungclaussen und schon lief es. 7:8 lagen die Calwer auf einmal zurück, das Publikum erlebte ein knallhartes Duell der beiden Stars Schlattinger und Sagstetter, und in der Verlängerung blieben die Calwer obenauf.

Nachdem auch der dritte Durchgang mit 11:6 (nach 6:6-Zwischenstand) an das Heimteam ging, schien das Match einen klaren Verlauf zu nehmen.

Nach der Zehn-Minuten-Pause, die nach jeweils drei Sätzen ansteht, und nachdem die Calwer umstellten, um den kürzlich noch kranken Dennis Gruber zu schonen, lief plötzlich nichts mehr. Die erprobte Variante mit dem eingewechselten Mathias Zierer in der Abwehr und dem auf den Zweitschlag vorgezogenen Philipp Kübler (Nick Stoll in der Mitte) zündete diesmal nicht. In der Abwehr häuften sich Fehler und Abstimmungsprobleme, Raphasel Schlattinger gelang nicht mehr viel.

Dafür kamen die Schweinfurter jetzt so richtig ins Rollen. Fabian Sagstetter zeigte Weltklasse-Faustball, Jungclaussen lenkte souverän das Spiel von der Grundlinie aus und punktete auch mehrmals. Die Calwer verloren ihre Linie, bekamen im fünften Satz einen "Streifen" (1:11), kamen danach aber fast wieder heran und mussten doch den Satzausgleich einstecken.

Danach setzte TSV-Coach Thomas Stoll wieder auf Gruber (für Nick Stoll) und seine Männer führten 8:6, dann verspielte die Defensive die Führung. Die Franken bedankten sich. Als die Hoffnung auf dem Nullpunkt zu sein schienen, drehte der TSV Calw noch mal auf, ging 9:3 in Führung und glich zum 4:4 nach Sätzen aus.

Doch im entscheidenden Durchgang das gleiche Bild wie in den Sätzen zuvor: Abwehrschnitzer auf Calwer Seite, starke Aktionen beim Gast: 0:4, 3:8 und 4:11 lauteten die Stationen zur 4:5-Niederlage aus TSV-Sicht.

Der TV Oberndorf zog mit dem Auswärtssieg noch am TSV Calw auf Tabellenplatz zwei vorbei und trifft in der Meisterschafts-Endrunde am Wochenende 31. August/1. September in Kellinghusen auf das Gastgeberteam. Der TSV Calw tritt gegen den Nord-Zweiten TSV Hagen an und wird sich deutlich steigern müssen, um sich den Halbfinal-Traum wie im Vorjahr erneut zu erfüllen.

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