Vollen Einsatz zeigten die Calwer Löwen. Foto: Roland Wurster

Die Calwer Löwen erreichen den größten Erfolg der Vereinsgeschichte und ziehen ins Finale um den Champions Cup ein.

Als Vizemeister des Vorjahres in Hagen schafften es die TSV-Männer erstmals in den prestigeträchtigen Champions Cup. Der Einzug ins Endspiel gegen die überragenden Pfungstädter macht das Glück der Calwer (fast) perfekt.

 

Pfungstadt souverän

Union Tigers Vöcklabruck – TSV Pfungstadt 0:3 (7:11, 10:12, 5:11). Der turmhohe Favorit TSV Pfungstadt, seit über zehn Jahren weltweit das Maß der Dinge im Männer-Faustball, bekam es im Halbfinale mit dem Austria-Champion aus Oberösterreich zu tun. Am Ende eines recht kurzen, aber auch kurzweiligen Spiels stand ein klares Ergebnis zugunsten des TSV Pfungstadt.

TSV Calw – SVD Diepoldsau-Schmitter 3:0 (11:6, 11:7, 11:5). Die Halle bebte beim zweiten Halbfinale der Männer: Die Calwer Löwen drehten, angefeuert von Pauken und Sprechchören, von Beginn an auf wie die Feuerwehr und behielten ihr Tempo bis zum Ende dieser überraschend einseitigen Begegnung bei. Der Versuch des SVD, Hauptangreifer Raphael Schlattinger – der 2016 von Diepoldsau nach Calw kam – durch ständige Anspiele aus dem Spiel zu nehmen, scheiterte. Entweder punktete sein Nebenmann Markus Kraut oder er kam selbst aus dem zweiten Rückschlag oder aus der Angabe zum Zug. Nach nur 35 Minuten war die Partie unspektakulär beendet.

Raphael Schlattinger überragt

Malik Müller, SVD Diepoldsau-Schmitter: „Wir hatten große Mühe mit den Angaben von Raphael Schlattinger. So wie wir ihn aus seiner früheren Zeit bei uns kennen, so kennt er auch uns, wir hatten also keinen Vorteil.“

Markus Kraut, TSV Calw: „Wir haben von Beginn an sehr konzentriert gespielt. Die Stimmung in der Halle hat uns geholfen. Finale gegen Pfungstadt und ein tolles Publikum im Rücken, mehr geht nicht.“

Union Tigers Vöcklabruck – SVD Diepoldsau-Schmitter 3:1 (6:11, 11:5, 11:5, 11:4). Österreicher gegen Schweizer Meister, Bruderduell der Diepoldsauer Christian Lässer und (auf Tigers-Seite) Lukas Lässer – die Erwartungen an das Spiel um Platz 3 waren hoch. Doch alle vier Sätze gingen zu deutlich aus, um prickelnde Stimmung zu erzeugen. Am Ende freuten sich die Tigers über Bronze.

Finale eine klare Sache

TSV Pfungstadt – TSV Calw 3:0 (11:8, 11:3, 11:3). Das Endspiel der Männer sah den Tabellenersten gegen den Fünften der 1.  Bundesliga Süd – ein Traumfinale für die Fans auf den vollen Tribünen. Zumindest im ersten Satz hielt die Freude lange an, danach machten die glänzend aufgelegten Hessen, die ihr bestes Hallenfaustball auspackten, kurzen Prozess mit dem Underdog.

Zu Beginn auf Augenhöhe

Patrick Thomas und Dennis Gruber gegen Raphael Schlattinger und Markus Kraut, das war anfangs ein Schlagmann-Duell auf Augenhöhe. Ein knapper Ausball und eine unglückliche Fußberührung brachten die Hessen in Front.

Bis zum 3:3 ist alles gut, aber dann ...

„Weiter volle Hucke, das sind nur Kleinigkeiten, die uns fehlen“, machte Calw-Coach Thomas Stoll seinen Männern Mut. Bis 3:3 hielten sie nun mit, dann zogen die Gelb-Schwarzen davon. Auch im dritten Satz hatten die weiterhin tapfer kämpfenden Löwen aus Calw keine Chance: Philipp Kübler wurde auf die Zweitangreiferposition beordert, Nick Stoll übernahm die Mitte. Pfungstadt beendete die Begegnung aber kurz und knackig.

Das sagt Raphael Schlattinger

Raphael Schlattinger: „Wir sind glücklich mit diesem zweiten Platz – hatten jedoch auch gehofft, den TSV Pfungstadt mehr zu fordern.“

Patrick Thomas: „Ich bin froh, dass wir es wieder geschafft haben. Die Calwer sind richtige Fighter, das wissen wir. Daher wollten wir sie nicht ins Spiel kommen lassen, das ist uns gelungen.“