Schlagmann Markus Kraut und der TSV Calw haben Kampfgeist bewiesen. Foto: Roland Wurster

Die Bundesliga-Männer des TSV Calw gewinnen bei den Faustballern des TV Vaihingen/Enz nach trägem Beginn und schneller Leistungssteigerung.

Im Sommer wechselte Weltmeister-Schlagmann Johannes Jungclaussen gemeinsam mit seiner Ehefrau Ida (geborene Hollmann, bis dahin beim TSV Calw) vom TV Vaihingen/Enz zum TV Brettorf nach Niedersachsen.

 

Seither steht es nicht mehr so gut um die Vaihinger, die bis dahin ein ernstzunehmender Titelaspirant waren. Nun finden sie sich im ungewohnten Abstiegskampf wieder.

Knifflige Pflichtaufgabe

Für den TSV Calw bedeutete dies, sich im Auswärtsspiel in Vaihingen einer kniffligen Pflichtaufgabe zu entledigen, sollte das Saisonziel – die Teilnahme an den Play-off-Spielen – weiterhin bestehen. Das gelang, wenn auch nach einem müden Start.

TV Vaihingen/Enz – TSV Calw 2:5 (11:8, 4:11, 2:11, 6:11, 6 11, 11:9, 10:12). „Wir wussten, dass uns eine schwierige Aufgabe erwartet, denn die Vaihinger sind bekannt als sehr kämpferische und abwehrstarke Mannschaft“, erklärte Calws Schlagmann Markus Kraut.

Die Spannung fehlte

Dennoch stand sein Team zunächst nicht mit der nötigen Spannung auf dem Spielfeld der schmucken Vaihinger Kaltensteinhalle. Die Heimmannschaft nutzte dies, ging schnell um einige Bälle in Führung. Ehe der Gast aus Calw richtig da war, hatte der TVV die Satzführung schon gesichert.

TSV-Trainer Thomas Stoll aber hatte seine Männer taktisch gut auf die Stärken und Schwächen des Gegners eingestellt, und nach einer kurzen Ansprache gelang es den Calwern, die Vorhaben in der Abwehr, im Spielaufbau und Angriff umzusetzen. Der Favorit riss das Spiel an sich. Die Folge waren vier überdeutlich gewonnene Sätze und das Gefühl, das Spiel wäre so gut wie gelaufen.

„Durch taktische Umstellungen kam Vaihingen aber ins Spiel zurück. Wir mussten den sechsten Satz abgeben, aber jeder einzelne hat dann Kampfgeist bewiesen. So gelang es uns, einen Satzball im siebten Durchgang abwehren und den Sack zuzumachen“, so Markus Kraut, der einmal mehr einen starken Job neben Hauptangreifer Raphael Schlattinger absolvierte.

So war die Taktik

Beide Mannschaften hatten alle anwesenden Spieler eingesetzt. Vaihingen wechselte im Angriff zwischen Andreas Knodel, Allrounder Tobias Maurer und Michael Knodel durch, Weltmeister Jaro Jungclaussen zog die Fäden in der Mitte. Die Calwer setzten auf die Abwehrspieler Marco Stoll und Leandro Schmidberger, Zuspieler Nick Stoll und das Offensiv-Duo Schlattinger/Kraut.

Das sagt Schlagmann Markus Kraut

Nach vier Sätzen durften auch Ricardo Lebherz und Philipp Kübler ihr Abwehr-Können demonstrieren. „Dieser 5:2-Sieg war verdient – ein gelungenes Auswärtsspiel aufgrund einer soliden Leistung“, fasste Markus Kraut zusammen. „Jetzt gilt es, sich auf das letzte Heimspiel des Jahres gegen den TV SW-Oberndorf zu konzentrieren.“

Denn bevor es an Weihnachtsgeschenke geht, müssen die Calwer noch einmal ran – in einem immens wichtigen Heimspiel: Zu ungewohnter Zeit, am nächsten Sonntag um 11 Uhr, ist mit dem TV SW-Oberndorf ein Bundesliga-Urgestein in der Walter-Lindner-Sporthalle zu Gast. Die Schweinfurter brauchen, wie Vaihingen, jeden Erfolg im Abstiegskampf. Die Zuschauer erwartet also erneut ein umkämpftes Duell.

„Wir sind motiviert“, verspricht Markus Kraut. Denn mit einem weiteren Sieg würden die Calwer ihre Chancen erhöhen, Ende Januar in den Play-offs gegen einen Topverein aus dem Norden antreten zu dürfen.